Auf dem Meyerhof in Engter "ArtplusWeise" ist die erste Hundetagesstätte in Bramsche

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Seit mehr als vier Jahren betreibt Annette Ahlert auf dem Meyerhof in Engter die Hundetagesstätte "ArtplusWeise". Foto: Eva VoßSeit mehr als vier Jahren betreibt Annette Ahlert auf dem Meyerhof in Engter die Hundetagesstätte "ArtplusWeise". Foto: Eva Voß

Engter. Wohin mit dem Hund? Diese Frage haben sich vermutlich schon viele berufstätige Hundebesitzer gestellt. In Engter gibt es seit einiger Zeit eine einfach Antwort auf diese Frage: In die Hundetagesstätte von Annette Ahlert.

Eine Hundetagesstätte auf dem Land? Läuft denn sowas? Als Annette Ahlert vor vier Jahren ihr Unternehmen "ArtplusWeise" gründete, wurden ihr diese Fragen häufig gestellt. Inzwischen kann die gelernte Diplom-Kauffrau sagen: "Ja, das tut es." Von Montag bis Freitag in der Zeit zwischen 7 und 19 Uhr betreut sie bis zu sechs Hunde. 

Am heutigen Tag sind fünf Vierbeiner zu Gast. Einer von ihnen ist Labrador-Dame Coco, die von ihrem Frauchen Hermine Oeß aus Osnabrück gebracht wird. Sie ist selbstständig und braucht eine Betreuung, wenn sie Termine hat, zu denen sie Coco nicht mitnehmen kann. 

Labrador-Dame Coco wird von ihrem Frauchen Hermine Oeß in die Obhut von Annette Ahlert gegeben. Foto: Eva Voß

"Als wir Coco zu Beginn hierher brachten, war sie immer sehr wild und aufgeregt. Wir konnten sie kaum bändigen. Inzwischen ist sie ein gut erzogener Hund", sagt Frauchen Hermine Oeß. Das liegt daran, dass Annette Ahlert mit den Hunden erwünschte Verhaltensweise einübt, wenn die Besitzer das wünschen. "Ich kann aber nur unterstützen und nicht die komplette Erziehung übernehmen", betont die Hundetrainerin. Darüber hinaus bietet sie auch Einzel- und Gruppenunterricht zu verschiedenen Aspekten der Hundeerziehung an. 

Umgebauter Schweinestall

Untergebracht ist die Hundetagesstätte in einem alten Schweinestall auf dem Engteraner Meyerhof. Über Monate wurde er vor vier Jahren gereinigt, renoviert und für den entsprechenden Zweck umgebaut. Anschließend wurden Stall und Gelände vom Veterinäramt des Landkreises Osnabrück geprüft und als Hundetagesstätte zugelassen. Nun hat jeder Tagespflege-Hund einen eigenen Bereich, der mit Teppich ausgelegt und einem Hundekorb ausgestattet ist. 

An einen alten Schweinestall erinnert in der Hundetagesstätte von Anette Ahlert nur noch wenig. Jeder Pflegehund hat seinen eigenen Bereich. Dieser hier gehört Bobtail Mickey. Foto: Eva Voß

Zudem haben die Hunde jeweils einen eigenen Korb, in dem Dinge aufbewahrt werden, die Herrchen und Frauchen mitgeben: zum Beispiel Decken, Spielzeug, manchmal Medikamente, Leinen und vieles mehr. Die mit Namen versehenen Körbe erinnern fast ein bisschen an Kindertagesstätten, in denen die betreuten Kinder häufig auch eigene Schubladen mit persönlichen Gegenständen haben. Das Futter bringen die Besitzer selbst mit: "Die Ernährung von Hunden ist heute fast so individuell wie die von Menschen, deshalb bringen die Besitzer die Nahrung für ihre Haustiere mit", sagt Annette Ahlert.

Für jeden Hund ein eigenes Körbchen: Hier werden Dinge wie Leine, Decken oder auch Medikamente aufbewahrt. Die Anordnung erinnert an Kindertagesstätten, in denen häufig ebenfalls jedes Kind eine eigene Schublade oder ähnliches hat. Foto: Eva Voß

Doch wie kommt man als Diplom-Kauffrau darauf, Hundetrainerin zu werden? "Nach mehreren Schicksalsschlägen wollte ich mein Leben verändern. Ich habe dann festgestellt, dass Hundetagespflege, wie es sie in größeren Städten schon gibt, in unserer Region noch recht selten ist", erklärt Annette Ahlert ihren Entschluss. So sei sie auf die Idee gekommen, eine Einrichtung zu eröffnen, wie sie sie sich für ihren eigenen Hund wünschen würde. Zwei Jahre absolvierte sie daraufhin einen Fernlehrgang und ließ sich zur Hundetrainerin sowie zur Hundepsychologin mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie ausbilden. Gegründet hat Annette Ahlert ihr Unternehmen noch zusammen mit einer Freundin, die sich aber inzwischen zurückgezogen hat. Für Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen stehe sie aber weiter zu Verfügung.

In der Betreuung werden die Hunde laut Annette Ahlert nicht nur untergebracht, sondern auch beschäftigt: so wie hier Mickey und Coco. Foto: Eva Voß

Im Gegensatz zu Hundepensionen, die Haustiere vor allem während der Urlaubszeit aufnehmen, richtet sich das Angebot von "ArtplusWeise" vor allem an Hundebesitzer, die Lösungen für den Alltag suchen. Die Gründe, warum Besitzer ihre Tiere tagsüber unterbringen möchten, sind dabei sehr unterschiedlich: "Manche Hunde können nicht so gut allein bleiben, wie der Besitzer vielleicht beim Kauf angenommen hat", sagt die Hundetrainerin. Weitere Gründe seien auch, dass das Herrchen schwer erkrankt ist, oder zum Beispiel nach einer Scheidung wieder mehr arbeitet. 

Und wie gefällt es den Hunden? Coco freut sich sichtlich ihren "Freund" Mickey wiederzusehen. Zusammen tollen die beiden über die Wiese. Cocos Frauchen Hermine Oeß gibt zu, ihren Hund manchmal nur unter Protest wieder mit nach Hause zu bekommen. "Ich weiß, dass sie hier sehr gut untergebracht ist", sagt sie.

Mickey und Coco haben sichtlich Spaß zusammen. Foto: Eva Voß



Hundetagesstätte ArtplusWeise

Kosten: 

  • weniger als sechs Stunden pro Tag: 20 Euro
  • mehr als sechs Stunden pro Tag: 30 Euro

Adresse: Meyerhof 2, 49565 Bramsche-Engter

Weitere Informationen:

www.artplusweise.eu

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