Theater in der Waldorfschule „Einer flog über das Kuckucksnest“ in Evinghausen

Von Holger Schulze

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Das Stück „Einer flog über das Kuckucksnest“ führen in diesem Jahr die zwölften Klassen der Waldorfschule Evinghausen auf. Die Komik kommt dabei nicht zu kurz. Foto: Holger SchulzeDas Stück „Einer flog über das Kuckucksnest“ führen in diesem Jahr die zwölften Klassen der Waldorfschule Evinghausen auf. Die Komik kommt dabei nicht zu kurz. Foto: Holger Schulze

Evinghausen. Die beiden zwölften Klassen der Waldorfschule Evinghausen feiern am Freitag, 31. August 2018, Premiere mit dem Stück „Einer flog über das Kuckucksnest“ nach dem Roman von Ken Kesey.

Das in den 1970er Jahren mit Jack Nicholson überaus erfolgreich verfilmte Werk behandelt auf komische bis tragische Weise den zu dieser Zeit üblichen Umgang mit Patienten in einer Nervenheilanstalt. „Das Stück ist insgesamt lustig, zeigt aber auch den Machtmissbrauch und zweifelhafte, kaum lösungsorientierte Praktiken im Umgang mit Patienten wie Elektroschocks oder Lobotomie, die Durchtrennung von bestimmten Nervenbahnen im Gehirn“, beschreibt Felix Lange, der im Stück die Rolle des suizidalen Stotterers übernommen hat, den Inhalt der Aufführungen genauer.

„Super spannend“ war für Klassenbetreuer Alexander Piecha bereits der Auswahlprozess des Stücks. „Am Ende standen die ‚Räuber‘ von Schiller und eben das ‚Kuckucksnest‘ zur Entscheidung an. Das letzte Wort sollten die Mitglieder des Auswahlteams haben, die zuvor 13 mögliche Stücke gelesen und schließlich drei zur Abstimmung vorgeschlagen hatten“. Eigentlich wollte das Entscheiderteam danach Schillers „Räuber“ zur Aufführung bringen, stellte seinen Wunsch jedoch in wirklich letzter Minute hinter den der übrigen Klassengemeinschaft zurück. So kann direkte Demokratie an einer Schule auch funktionieren.

Am Montag vor den Sommerferien stand somit das Stück fest. Da musste es mit der Rollenverteilung dann zügig gehen, was auch klappte. In den Ferien hieß es die Texte lernen und bereits in der letzten Woche der Sommerferien wurde der Probenbetrieb aufgenommen. Durch persönliche Kontakte konnten erneut zwei junge Regisseure von außerhalb der Schule engagiert werden, die selbst Waldorfschüler waren und altersmäßig nicht weit von den Schauspielern entfernt sind.

Entspannter Umgang

Diese Konstellation führte zu einem entspannten Umgang zwischen Schülern und der Regie, wie aus der Gruppe der Evinghäuser Schauspieler auf Zeit zu vernehmen war. „Sie gehen mit uns kumpelhaft um. Aber sie greifen auch durch, wenn der Text nicht gekonnt wird. Sie können relativ viel, sind sehr engagiert, wissen, was sie machen und haben konkrete Vorstellungen“, hieß es bei den Generalproben am Rande der Bühnenarbeit. Simeon Wutte aus Leipzig ist Diplom Schauspieler und führt mit dem Augsburger Anatol Käbisch die Regie.

„Nachdem wir die Sache angekurbelt hatten, ist die Motivation super. Ab da rollte der Stein von allein. Sie haben wirklich Bock auf das Stück und das Spielen und sind mit sehr großem Willen und Leidenschaft dabei, um wirklich was Cooles auf die Beine zu stellen“, stellte Simeon Wutte den jugendlichen Schauspielern bei der Generalprobe schon mal ein positives Zwischenzeugnis aus.

Laut Regisseur darf sich das Publikum auf eine „Aufführung mit schrägen Charakteren freuen. Dynamik, Tragik und Humor behandelt die Rebellion in einem festgefahrenen System. Dieses System wird hinterfragt und es geht im Kern darum, was eigentlich die Normalität ist. Der Held selbst ist auch aus der Normalität herausgefallen, eine gebrochene Figur, jedoch nicht krank. Eigentlich krank ist das Klinikpersonal. Die Patienten hingegen sind zwar verrückt, aber nicht krank.“

Aufgeführt wird „Einer flog über das Kuckucksnest am Freitag, 31. August 2018, sowie am Samstag, 1. September, jeweils ab 20 Uhr. Die Sonntagsvorstellung am 2. September beginnt bereits um 17 Uhr. Wie immer bei solchen Schüleraufführungen ist der Eintritt frei, allerdings wird um Spenden am Ausgang gebeten.


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