Empfang für Thomas Freese Bramsche feiert seinen Kanu-Weltmeister

Von Carolin Harmeier

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char Bramsche. Bei bestem Kanu-Wetter begrüßten am Sonntag etwa 40 Mitglieder des TuS Bramsche, Freunde und Familie ihren Weltmeister Thomas Freese. Der 41-jährige war bei der Kanu-Weltmeisterschaft in Portugal in seiner Seniorenaltersklasse allen davongefahren und konnte sich mit einer Zeit von 3:54 Minuten die Goldmedaille im Einer-Kajak sichern.

Bei der WM in Portugal gab es für den 41-jährigen Bramscher drei Rennen über jeweils 1000 Meter. „Beim Vorlauf war ich noch sehr aufgeregt, das hat sich dann aber nach 20 oder 30 Metern gelegt. Beim Zwischenlauf war ich dann schon entspannter und beim Endlauf habe ich mir gedacht, dass ich eh nichts zu verlieren hätte. Ich wollte zwar auch nicht Letzter werden, aber heile ins Ziel zu kommen, hätte mir schon gereicht“, berichtet Thomas Freese schmunzelnd. „Ich wusste ja, was ich kann und wofür ich trainiert habe. Der Wind hat dann noch etwas mitgespielt und so habe ich gewonnen.“

Familie feuerte an

Viel Kontakt zu anderen Sportlern habe er während des Wettkampfs nicht gehabt. Eine Gemeinschaft wie im olympischen Dorf gebe es bei Weltmeisterschaften nicht. Die restlichen Mitglieder des deutschen Vierers hätten zwar im gleichen Hotel gewohnt, aber für ihn sei es ja auch der erste internationale Wettkampf gewesen. „Im Grunde kannte ich da keinen; ich war ein unbeschriebenes Blatt.“ Alleine war Thomas Freese trotzdem nicht, denn Familie und Freunde haben ihn nach Portugal begleitet und ihn während seiner Rennen kräftig angefeuert.

Beim Empfang am Bootshaus gab Christian Kuhlmann, selbst Kanute und heute Vorsitzender des Bramscher Sportverbands, Einblicke in das Leben des frischgebackenen Weltmeisters. Bereits mit sechs Jahren saß Freese zum ersten Mal in einem Kanu. „Mit einem Fußball konnte Thomas nie wirklich was anfangen. Bei Spielen hat er immer Blümchen gepflückt und durch die Gegend geguckt“, erzählte Kuhlmann scherzhaft.

Im Landeskader

„Schon als Schüler zeigte er großes Potenzial und wurde mit 15 sogar in den Landeskader aufgenommen. Da die Trainingsmöglichkeiten in Bramsche aber nicht für dieses Level ausgelegt waren, ging es für eine spezielle Ausbildung nach Hannover“, erklärt Kuhlmann weiter. Dort fühlte sich der junge Bramscher allerdings nicht wohl und legte seine Karriere für gut 20 Jahre auf Eis.

Bei einem Drachenbootrennen in Bad Essen konnte Thomas Freese gemeinsam mit anderen ehemaligen Aktiven des TuS Bramsche das Rennen gewinnen. Dadurch hat er 2013 seine Leidenschaft für den Sport und das Training wiederentdeckt. Seitdem paddelt er auch im Kanu von Sieg zu Sieg und der Konkurrenz stets davon. „Thomas lebt Kanu!“, sind sich Christian Kuhlmann und Trainer Heino Caje einig. „Er wohnt über dem Bootshaus, trainiert die Jugend und mäht den Rasen. Man könnte ihn auch Mr. Kanu nennen.“

Vorbereitung auf die WM

Doch auch Mr. Kanu muss sich auf Wettkämpfe vorbereiten. Mehrere Stunden Training auf dem Kanal und das jeden Tag. Im Winter Kraft- und Ausdauertraining. „Als der Kanal zugefroren war, habe ich jede Woche gut 80 Kilomter auf meinem Ergometer gemacht. Das steht bei uns im Büro, das war natürlich nicht so schön, wie draußen auf dem Kanal zu fahren“, sagt der Weltmeister. Aber da ist Freese Profi. Er weiß, dass das Training wichtig ist und Trainer Heino Caje den Plan nicht aus Spaß aufstellt. „Meine Freundin ist nicht gerade begeistert, wenn ich ständig trainiere. Aber ich bin selbstständiger Tätowierer und kann mir meine Zeit ganz gut einteilen, sodass immer noch genug Zeit für die Familie bleibt“, erzählt der Kanute. Am meisten Spaß habe er sowieso auf dem Kanal und der sei ja direkt vor der Haustür.

Pläne für die Zukunft

Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf, so gönnt Thomas Freese sich nicht mal nach dem Weltmeistertitel eine Pause. „Geplant war mindestens eine Woche Ruhe, aber ich habe irgendwie trotzdem schon wieder trainiert“, erklärt er mit einem Schulterzucken und einem Lachen. Als nächster großer internationaler Wettbewerb stehen im kommenden Sommer die European Masters Games in Turin an. Eine Art Sommerspiele für verschiedene Sportarten in der Seniorengruppe. Da würde der Bramscher dann auch gerne einen Titel auf europäischer Ebene holen. Doch an diesem Sonntag will er erst einmal den Tag im Kreise von Familie und Freunden genießen: „Das ist noch mal eine ganz besondere Form der Wertschätzung. Eigentlich stehe ich gar nicht so gerne im Mittelpunkt, aber all die Leute hier zu sehen, ist wirklich toll.“


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