Mit Informationen für Ersthelfer Bramsche: Notfalldose soll Lebensrettern helfen

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Für die Notfalldose werben in Bramsche (von links) Stadtbrandmeister Amin Schnieder, Rettungswachenleiter Marc Hillers, Helmut Langelage und Maria Stuckenberg (Stadt Bramsche), Ehrenämtler Hans Schütte, Apotheker Winfried Müller und Norbert Mers (Malteser-Ortsgruppe). Fotos: Björn DieckmannFür die Notfalldose werben in Bramsche (von links) Stadtbrandmeister Amin Schnieder, Rettungswachenleiter Marc Hillers, Helmut Langelage und Maria Stuckenberg (Stadt Bramsche), Ehrenämtler Hans Schütte, Apotheker Winfried Müller und Norbert Mers (Malteser-Ortsgruppe). Fotos: Björn Dieckmann

Bramsche. Eine „Notfalldose“ soll in Bramsche künftig Rettungskräften wichtige Informationen bei der Erstversorgung von Patienten in deren Wohnungen liefern. Zu finden sein soll die Dose für die Sanitäter stets im Kühlschrank des Patienten – klingt komisch, ist aber nach Meinung der hiesigen Initiatoren „genial“.

Die Notfalldose ist mit zehn Zentimetern in der Höhe und fünfeinhalb im Durchmesser eher winzig. Bestückt ist sie mit einem Infoblatt, das vom Besitzer der Dose auszufüllen ist. „Das sind neben einigen persönlichen Angaben auch Informationen zu möglichen Allergien, Krankheiten und benötigten Medikamenten“, erklärt Maria Stuckenberg, die Ehrenamtskoordinatorin der Stadt Bramsche, die sich zusammen mit einigen Partnern dafür stark machen will, dass die Notfalldose in Bramsche Verbreitung findet.

Abgefragt auf dem Blatt werden zudem Angaben zur Hausarztpraxis, Pflegepersonen oder -diensten und Aufbewahrungsort von Medikamenten, Notfallordner und Patientenverfügung. Welche Kontaktpersonen sind zu informieren, wenn jemand einen häuslichen Unfall hat? Auch das kann eingetragen werden. „Genauso aber auch, wen der Verunglückte oder Erkrankte selbst betreut beziehungsweise pflegt“, so Stuckenberg. Das könne auch „das eigene Kind sein, dass womöglich aus der Kita oder Schule abgeholt werden muss. Oder sogar der Hund, der verpflegt werden muss“, zählt Stuckenberg auf.

Im Kühlschrank gut auffindbar

Aufbewahrt werden soll die Dose inklusive Infoblatt im Kühlschrank. Warum gerade da? „Weil jeder einen Kühlschrank hat, und der Rettungsdienst den auch auf jeden Fall findet, wenn er zu einem Notfall in eine Wohnung oder ein Haus gerufen wird – und deshalb ist die Idee auch genial“, meint Stuckenberg. Wichtig sei, so ergänzt Marc Hillers als Dienstellenleiter der Bramscher Rettungswache, dass Einsatzkräfte darauf hingewiesen werden, wenn in einer Wohnung eine Notfalldose vorhanden ist. Dazu sind der Dose zwei Aufkleber beigefügt, von denen einer an die Innenseite der Wohnungstür und einer auf die Kühlschranktür geklebt werden soll. Ist das alles gegeben, „dann erhalten wir kompakt auf einen Blick überaus hilfreiche Informationen, mit der wir die Erstversorgung eines Patienten noch optimieren können“, betont Hillers.

Die Rettungswache, betrieben durch die Malteser, unterstützt deshalb das Vorhaben, die „Notfalldosen“ in Bramsche zu bewerben, ebenso wie die Stadt Bramsche, die Malteser-Ortsgruppe und die Freiwillige Feuerwehr. Mit an Bord sind auch die Apotheken wobei Winfried Müller, Inhaber der Apotheken in der Gartenstadt und am Rathaus, zugibt, „dass ich erst sehr skeptisch war“. Es gebe „viele ähnliche Konzepte wie das der Notfalldose“, meint Müller. Die meisten aber seien „schlecht und dazu oft auch noch vergleichsweise teuer.“

Überzeugungsarbeit

Überzeugen ließ sich Müller aber, genauso wie auch Maria Stuckenberg, von Hans Schütte: Der Ehrenämtler, der sich unter anderem sehr aktiv im Bramscher „Flicken-Café“ engagiert, war von der Notfalldose von Beginn an angetan. Und als er Müller mal bei einer Veranstaltung traf, „da war es harte Arbeit, ihn mit ins Boot zu bekommen“, sagt Schütte – und grinst: Denn dank seiner Hartnäckigkeit habe es dann doch nicht mehr gebraucht als die kurze Zeit, „die wir nach der ersten Bratwurst noch zusammengestanden haben, bis die zweite fertig war.“

Nur zehn Zentimeter hoch und 5,5 Zentimeter im Durchmesser hat die Notfalldose. Im Kühlschrank nimmt sie also nicht viel Platz weg.

So wird die Notfalldose nun also nicht nur im Rathaus im Fachbereich 3 bei Wolfgang Furche und Helmut Langelage geben. Sondern auch in den Bramscher Apotheken, außerdem im „Flicken-Café“ im Bramscher Bahnhof (immer am letzten Freitag im Monat; nächster Termin: 31. August 2018) sowie bei einem Senioreninfotag, der am 20. Oktober im Rathaus veranstaltet wird. Die Notfalldosen werden zum Selbstkostenpreis von 2 Euro abgegeben.


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