Prozess vor dem Landgericht Bramscher Angeklagte gestehen Einbruchserie

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Vor dem Landgericht Osnabrück haben sechs junge Bramscher eine Einbruchserie gestanden. Vier von ihnen haben sich mit dem Gericht auf ein Strafmaß verständigt. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpaVor dem Landgericht Osnabrück haben sechs junge Bramscher eine Einbruchserie gestanden. Vier von ihnen haben sich mit dem Gericht auf ein Strafmaß verständigt. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpa

Osnabrück. Im Prozess gegen sechs angeklagte Bramscher vor dem Landgericht Osnabrück hat es am zweiten Verhandlungstag Geständnisse gegeben. Die Männer zwischen 18 und 24 Jahren sollen Einbruchsdiebstähle in Bramsche und der Region begangen haben. Insgesamt 32 Taten werden ihnen vorgeworfen.

Den Einlassungen war ein sogenanntes Verständigungsgespräch vorausgegangen. Darin wägen Verteidiger, Schöffen und Richter sowie die Staatsanwaltschaft ab, inwieweit umfassende Geständnisse mit einer Strafminderung „belohnt“ werden können. Das Verständigungsgespräch wird als Rechtsmittel dann gesucht, wenn es hilft, ein Verfahren zu verkürzen (Prozessökonomie).

Der „Deal“ im Fall der sechs Bramscher sieht vor: Komplette Geständnisse plus Nennung der angeklagten Mittäter und deren Vergehen. Damit konnten sich vier auf der Anklagebank abfinden, lediglich ein 20-Jähriger und sein vier Jahre älterer Bruder verweigerten sich der Verständigung. Sie würden wohl Geständnisse ablegen, aber keine Mittäter benennen, gaben sie als Begründung an. „Ich möchte, dass sie selbst die Möglichkeit haben, ihre Tatbeiträge einzugestehen“, ließ der jüngere Bruder über seinen Verteidiger verlautbaren.

Zu erwarten haben die vier verständigungsbereiten Angeklagten nun Freiheitsstrafen zwischen 18 und 64 Monaten. Drei von ihnen kommen mit Bewährungsstrafen davon und sie fallen noch unter das Jugendstrafrecht, weil sie zum Zeitpunkt der vorgeworfenen Taten noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet hatten.

Die angeklagten Taten geschahen zwischen Dezember 2017 und März 2018. Ziel der Einbruchsdiebstähle waren Geschäfte, Schulen und Einrichtungen von Wohlfahrtsverbänden. Wie alle Angeklagten einräumten, erbeuteten sie Geld, technische Geräte, Waren aus Supermärkten oder auch schon mal Autos. Der größte Coup: 12.000 Euro aus einem Altenheim.

Beute verprasst

Das Geld aus den Diebeszügen verprassten sie etwa in Hotels und Bars. „Ich habe es auch für gutes Essen und Getränke, manchmal für ein wenig Kokain und Gras ausgegeben“, berichtete der jüngere Bruder in der vom Verteidiger vorgelesenen Einlassung.

Die Polizei war den Angeklagten schon früh auf den Fersen, wie der Leiter der Ermittlungsgruppe „Stollen“ als Zeuge berichtete. Kurz nach dem Weihnachtseinbruch in eine Bäckerei – dabei stahlen einige Angeklagte einen Tresor, den sie woanders hinschafften – gerieten die Männer in eine Polizeikontrolle. „Ich habe angeordnet, dass neben den Namen auch die Mobiltelefone untersucht und die Schuhprofile gesichert werden sollten“, so der Ermittlungsführer.

Ein Volltreffer, wie sich herausstellte: Denn nicht nur waren die Handys auf falsche Namen zugelassen, vielmehr kristallisierte sich in den Telefonüberwachungen und Funkzellenauswertungen heraus, dass die kontrollierten Männer Taten planten und ausführten. Sukzessive nahm man die Bramscher dann fest.

Der Prozess wird am 23. August 2018 um 9 Uhr am Osnabrücker Landgericht fortgesetzt. Zu Wort sollen dann die Geschädigten kommen.


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