Studierende erstellen Exponat Interaktiver Webstuhl für Bramscher Tuchmacher-Museum

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Als einer der Ersten testete Prof. Johannes Nehls das interaktive Webstuhl-Modell im Bramscher Tuchmacher-Museum. Foto: Tuchmacher-MuseumAls einer der Ersten testete Prof. Johannes Nehls das interaktive Webstuhl-Modell im Bramscher Tuchmacher-Museum. Foto: Tuchmacher-Museum

Bramsche. Wie das Weben am Webstuhl funktioniert, können Besucherinnen und Besucher jetzt im Tuchmacher-Museum selbst erfahren. Sieben Studierende des Studiengangs Media & Interaction Design der Hochschule Osnabrück haben in ihrem Praxissemester ein interaktives Modell eines Webstuhls entwickelt.

Maximilian Berndt, Jonas Mai, Perihan Isik, Tom Janssens, Aljoscha Theil, Julian Ruthemeyer und Sebastian Winter präsentierten ihrem Dozenten Prof. Johannes Nehls und ihren Kommilitonen das Modell, das sie mit der finanziellen Unterstützung des Fördervereins des Tuchmacher-Museums umgesetzt haben.

„Wir wollten für das Museum ein Exponat schaffen, das das Handwerk der Tuchmacher spielerisch und interaktiv vermittelt“, beschreibt Tom Janssens die Zielsetzung des Projekts. Dies gelingt nun mit einem interaktiven Webstuhl-Modell, das die Studierenden in den letzten fünf Monaten während ihres Praxissemesters konzipiert und gebaut haben.

Die Kooperation mit dem Studiengang Media & Interaction Design der Hochschule Osnabrück ist ein Baustein in der Umgestaltung der Hauptausstellung des Tuchmacher Museums Bramsche: „Mit den noch produzierenden Textilmaschinen im Erdgeschoss, verfügt das Museum über ein Alleinstellungsmerkmal“, betont Museumsleiterin Kerstin Schumann. „In Zukunft möchten wir auch die Maschinen, die aus konservatorischen Gründen nicht im Betrieb gezeigt werden können, genauso lebendig und spannend vermitteln“, erläutert sie eines der Ziele der Umgestaltung.

Nachbau des Breittuchwebstuhls

Folgerichtig haben die Studierenden mit ihrem Projekt den Ausstellungsbereich zur Frühindustrialisierung im ersten Stock des Museums in den Blick genommen und den Breittuchwebstuhl ausgewählt. „Der imposante Webstuhl macht natürlich die Besucherinnen und Besucher neugierig, das Weben selbst einmal auszuprobieren“, schildert Ilka Thörner, wissenschaftliche Mitarbeiterin, die Situation im Museum. An dem detailgetreu nachgebauten Webstuhl, den die Studierenden entwickelt haben, dürfen die Besucherinnen und Besuchern nun selbst weben. Anhand eines 3D-Modells werden ihnen die einzelnen Handgriffe Schritt für Schritt erklärt. Anschließend wird auf dem Bildschirm mittels Augmented Reality das 3D-Modell über eine Ansicht des Breittuchwebstuhls gelegt, sodass die Besucher den Eindruck haben, am Original-Webstuhl zu weben.

„Besonders hat uns an dem Projekt gereizt, dass wir alle Bereiche unseres Studiengangs umsetzen konnten. Vom User Interface Design bis hin zur Elektronik und Konstruktion des Modells“, fasst Jonas Mai die Motivation der Studierenden zusammen, warum die Wahl ihres Praxissemesters auf das Tuchmacher Museum fiel. Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Media & Interaction Design sollen digitale Produkte und Dienstleistungen so gestalten können, dass ihre Benutzer sie intuitiv, effektiv und mit Spaß bedienen können.

Professor lobt Zusammenarbeit

Für Prof. Johannes Nehls sind Kooperationen, die den Studierenden die Umsetzung eines komplexen und realistischen Projekts ermöglichen, besonders wichtig für die berufsorientierte Hochschulausbildung: „Verantwortungsvolle Projektarbeiten wie die Entwicklung dieses interaktiven Exponats entsprechen in dem ursprünglichen Briefing, dem intensiven interdisziplinären Austausch mit den Museumsmitarbeitern und letztlich der innovativen Umsetzung stark der zu erwartenden beruflichen Realität der Studierenden.“ Obwohl es sowohl für die Studierenden wie auch für ihn als Projektbetreuer immer eine arbeitsintensive Zeit wäre, sind diese Projekte für ihn „immer wieder eine große Freude“, berichtet Nehls.

Das interaktive Webstuhl-Modell kann in den nächsten Wochen von allen Interessierten im Museum ausprobiert werden. Mit einem Fragenbogen erfassen die Studierenden die Eindrücke der Nutzer. Darüber, wie es danach mit dem Projekt weitergehen soll, hat Kerstin Schumann auch schon konkrete Vorstellungen. „Wir wissen natürlich, dass es sich nur um einen Prototyp handelt. Es ist wichtig, seine Funktionalität zu prüfen bevor ein robustes Modell für den Museumsbetrieb gebaut wird.“ Aber dass es Spaß macht, damit zu weben und zu sehen, wie das virtuelle Webstück immer fehlerfreier wird, zeigen bereits die Reaktionen der ersten Testpersonen.


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