Wiese am Klärwerk zu klein Bramscher Hundefreunde sehen Freilauf kritisch

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Bramsche. Hundefreunde in Bramsche sehen den gerade vom Ortsrat beschlossenen Freilauf für Hunde kritisch. Weniger Vorschriften, mehr gegenseitige Rücksichtnahme wäre ihr Vorschlag für ein besseres Miteinander.

Sie treffen sich täglich in wechselnder Besetzung zum gemeinsamen Spaziergang mit ihren Hunden um den Hasesee. Einmal in der Woche kommt die „Hunderunde“ zum Frühstück zusammen. Dabei gab es diesmal nur ein Thema: Die Sitzung des Ortsrates Bramsche am Montag mit dem Beschluss, einen Freilauf für Hunde am Klärwerk einzurichten. Die Runde fällt ein einmütiges Urteil: Der Freilauf wird so ein Flop werden, die Sitzung an sich war eine Zumutung für die Hundefreunde.

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Ärger nicht verraucht

Der Ärger über die Sitzung vom Montag ist auch beim Frühstück am Donnerstag nicht verraucht.„Da schlägt mein Demokratieverständnis Purzelbäume. Erst fordert die Stadt uns auf, dorthin zu kommen und unsere Meinung zu sagen. Und dann heißt es, wir dürfen nur Fragen stellen“, sagt eine Teilnehmerin. Eine andere meint, sie habe sich sogar extra einige Argumente für die Diskussion aufgeschrieben. „Als ich dann hörte, wir dürfen nur Fragen stellen, habe ich den Zettel zusammengeknüllt.“

Sachargumente

Dabei hätten sie die Diskussion um einige Sachargumente bereichern können, sind die Hundefreunde überzeugt. Schon die Vorstellung, man könne Hunde am Eingang der Wiese einfach ableinen und die würden dann alleine herumtollen, sei abwegig: Hunde, so wissen sie aus ihrer täglichen Erfahrungen, wollen geführt werden, sie sind personenbezogen und bleiben bei Frauchen oder Herrchen. Das bedeutet: Eine Freilauffläche müsse schon so groß sein, dass man dort richtig spazieren gehen kann. Den Vorschlag des Bürgermeisters, einen Ball als Spielzeug mitzunehmen, hatten die meisten aus der Runde schon am Montag mit einem Aufstöhnen quittiert: „Hinter dem Ball rennen dann alle Hunde auf der Wiese her. Das gibt eine Beißerei und Keilerei“, erklärt eine Hundetrainerin, die auch zur Runde gehört.

„20 Prozent Idioten“

Viel wichtiger als ein wie auch immer gearteter Freilauf wäre der Runde schlicht gegenseitige Rücksichtnahme. Das schließe selbstverständlich Hundebesitzer mit ein, aber eben auch Spaziergänger und Radfahrer. Es gebe in jeder Gruppe „immer 20 Prozent Idioten“, die weder Regeln noch gesunder Menschenverstand beeindrucken, meint einer aus der Runde. Das gelte auch bei Hundebesitzern. Das bedeute aber auch im Umkehrschluss, dass die breite Mehrheit von ihnen ihren Hund unter Kontrolle hat, ob nun an der Leine oder nicht. Ein Beutel für den Hundekot dabei haben, den Hund bei Fuß rufen, wenn Radfahrer oder Spaziergänger kommen - für die Mitglieder der „Hunderunde vom Hasesee“ sind das Selbstverständlichkeiten.

Respekt

Dass es Menschen gibt, die Angst vor Hunden hätten, sei zu respektieren, ist sich die Runde einig. Umgekehrt aber müssten auch Menschen, die mit Hunden nichts anfangen können, zur Kenntnis nehmen, dass ihre Tiere keine losgelassenen Kettenhunde seien, sondern vierbeinige Familienmitglieder. Und dass es auch ohne Leine ein festes Band zwischen Hund und Herrchen geben kann. „Ich habe doch nicht zwei Jahre lang für die Hundebegleitprüfung trainiert, damit ich meinen Hund immer an der Leine haben muss“, meint einer.

Die „Hunderunde“ vom Hasesee trifft sich einmal wöchentlich zum Frühstück im Café am Hasesee. Beim letzten Mal war die Freilauffläche für Hunde das Thema. Fotos: Heiner Beinke

Die „Hunderunde“ hofft auf Harmonie am Hasesee, so wie es früher gewesen sei. Eigentlich, so heißt es, sei der Ärger erst angefangen, als überall die Leinenzwang-Schilder aufgestellt wurden. „Da meldeten sich dann die ganzen selbsternannten Hilfspolizisten zu Wort“, meint eine aus der Runde. Ein anderer fasst das Rezept für ein harmonisches Miteinander zusammen. „Respekt auf allen Seiten und immer schön den Ball flach halten.“


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