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Spätestens zum Jahresende ist Schluss Restaurant Spritzenhaus in Bramsche stellt Betrieb ein

Von Eva Voß (evo)

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Nach acht Jahren soll spätestens Ende des Jahres Schluss sein im Spritzenhaus von Marion Wehrmann-Cook. Foto: Eva VoßNach acht Jahren soll spätestens Ende des Jahres Schluss sein im Spritzenhaus von Marion Wehrmann-Cook. Foto: Eva Voß

Bramsche. Das Bramscher Restaurant Spritzenhaus wird seinen Betrieb einstellen. Wann genau Schluss ist, wird noch zwischen Pächterin und Inhaberin verhandelt.

Marion Wehrmann-Cook wirkt müde und erschöpft, während sie in einem der Gartenstühle vor ihrem Restaurant Spritzenhaus am Bramscher Marktplatz sitzt. "Ich kann einfach nicht mehr", sagt die 55-Jährige.  Nach acht Jahren wird das Restaurant Spritzenhaus spätestens Ende dieses Jahres schließen. Die Entscheidung sei ihr nicht leicht gefallen, betont sie. Vor allem im Hinblick auf die vielen lieb gewonnenen Stammkunden bedauert sie, nicht weitermachen zu können. Doch mit Rücksicht auf ihre Gesundheit müsse sie jetzt einfach aufgeben.

Unüberbrückbare Differenzen

Hauptgrund dafür, dass sie das Restaurant nicht weiterführen wird, sind laut Pächterin wiederkehrende Konflikte mit der Inhaberin der Immobilie. Was genau zwischen ihr und der Besitzerin vorgefallen ist, möchte Marion Wehrmann-Cook nicht ausführen. Nur so viel: Trotz zahlreicher langer und auch guter Gespräche hätten sich die Probleme nicht lösen lassen. Das habe es ihr nun unmöglich gemacht, das Restaurant weiterzuführen.  

Für eine persönliche Stellungnahme war die Besitzerin der Immobilie nicht zu erreichen. Ihr Rechtsanwalt, Norbert Gieseke, stellt die Situation auf Anfrage unserer Redaktion anders dar. Demnach könne das Restaurant nicht weiter betrieben werden, weil umfassende Sanierungsmaßnahmen an dem denkmalgeschützten Gebäude anstünden, die dringend ausgeführt werden müssten. Seiner Ansicht nach handelt es sich um "einen normalen wirtschaftlichen Vorgang", dass ein Gebäude saniert und anschließend anderweitig verpachtet werde. "Wir gehen im Moment davon aus, dass es wieder gastronomisch genutzt wird. Vielleicht wird es wieder ein Restaurant oder eine Eisdiele", sagt der Rechtsanwalt. Er räumt zwar ein, dass es zwischen Pächterin und Inhaberin Konflikte gegeben habe, aber "die gibt es in jeder Art von Beziehung zwischen Menschen". Ob Marion Wehrmann-Cook das Spritzenhaus wie geplant bis Ende des Jahres weiterführen kann, werde laut Gieseke noch verhandelt. Da die Sanierung so schnell wie möglich beginnen soll, müsse geprüft werden, ob der Restaurantbetrieb parallel weiterlaufen kann.

Würdiger Abschluss

Die Zeit, bis das Restaurant endgültig schließt, möchte Marion Wehrmann-Cook nutzen, um den Betrieb im Spritzenhaus zu einem "guten Ende zu bringen und sch von ihren Gästen zu verabschieden", sagt die Wirtin. Wie es beruflich für sie und ihre Mitarbeiter weitergehen werde, sei noch nicht entschieden. Durch die Aufgabe des Restaurants würden sechs Mitarbeiter, davon zwei Festangestellte, ihren Job verlieren. Sie selbst hatte eigentlich geplant, im Spritzenhaus in Rente zu gehen. "Nun verliere ich meine Existenz", sagt Marion Wehrmann-Cook. Um ihr Restaurant an anderer Stelle in Bramsche weiterzubetreiben, fehle ihr dir Kraft. "Außerdem möchte ich mich in meinem Alter nicht weiter verschulden."

Stadtmarketing bedauert Weggang

Christiane Wagner vom Stadtmarketing Bramsche bedauert die Schließung des Spritzenhauses: "Wir haben versucht Frau Wehrmann-Cook umzustimmen und ihr andere Objekte zur Bewirtschaftung angeboten, weil es uns wichtig war, sie in Bramsche zu halten", sagt sie. Leider sei das nicht gelungen, weil die 55-jährige Gastwirtin entschieden habe, nicht wieder ganz von vorne anfangen zu wollen. "Wir sind überaus traurig über die Entscheidung von Frau Wehrmann-Cook, weil sie eine hervorragende Gastwirtin ist, aber wir haben Verständnis dafür", sagt Christiane Wagner weiter. Dem stimmt auch Klaus Sandhaus, Wirtschaftsförderer der Stadt Bramsche zu. "Gute Gastronomie ist für die Belebung der Innenstadt sehr wichtig, deshalb tut uns der Weggang von Frau Wehrmann-Cook weh", sagt er. 


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