Konkrete Kosten ermittelt Freibad Ueffeln: Sanierung wäre günstiger als erwartet

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Der Beckenkopf im Freibad Ueffeln ist bereits seit Jahren marode. Wenn saniert wird, würde er durch Edelstahl ersetzt werden. Archiv-Foto: Johannes KapitzaDer Beckenkopf im Freibad Ueffeln ist bereits seit Jahren marode. Wenn saniert wird, würde er durch Edelstahl ersetzt werden. Archiv-Foto: Johannes Kapitza

Bramsche. Eine Sanierung des Freibads Ueffeln würde nicht so teuer werden wie bislang geschätzt. Die Stadtwerke Bramsche stellten in ihrer jüngsten Aufsichtsratssitzung konkrete Kostenberechnungen vor.

Nachdem bislang mögliche Kosten in Höhe von 2,1 Millionen Euro geschätzt worden waren, steht nun mit dem Vorliegen sämtlicher erforderlicher Gutachten zur aktuellen Substanz des Freibads in technischer und baulicher Hinsicht fest: Die Investitionskosten würden in einer Sanierungsvariante 1 bei 1,57 Millionen Euro liegen, bei Sanierungsvariante 2 fallen 1,807 Millionen Euro an – beides gilt allerdings natürlich nur, wenn das Freibad überhaupt saniert wird. Darüber aber wurde in dieser Woche noch nicht entschieden im Aufsichtsrat der Stadtwerke. Es ging allein um die Ergebnisse der Gutachten und die daraus ermittelten möglichen Kosten.

Um diese zu konkretisieren, „haben wir in den vergangenen Monaten viele Fachexperten mit einbezogen, um uns ein genaues Bild machen zu können“, sagte Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Brüggemann im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung in einem Pressegespräch, an dem auch der Technische Leiter der Stadtwerke, Frank Schulte, Bramsches Bürgermeister und Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzender Heiner Pahlmann sowie Ueffelns Ortsbürgermeister Wilhelm Clausing teilnahmen. Federführend, so führte Brüggemann weiter aus, lag die Sanierungsplanung in den Händen des durch die Stadtwerke beauftragten Dienstleisters Jürgen August, Leiter der Bädertechnik und des Bäderbaus der Stadtwerke Osnabrück. Er habe beispielsweise auch an der Sanierung des Freibads Bad Essen mitgewirkt, so Brüggemann. In Abstimmung mit verschiedenen Fachfirmen, mit Planungsbüros und dem Gesundheitsdienst des Landkreises Osnabrück seien dann die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen besprochen und die Kosten ermittelt worden.

„Wesentlicher Eckpfeiler war für uns – natürlich neben der Einhaltung der Rechtsvorschriften für Bäderbau und -betrieb – der Erhalt der bestehenden Beckenlandschaft mit dem großen Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken sowie der Erhalt des separaten Planschbeckens. Diese Bad-Geometrie wollen wir so belassen, nicht zuletzt, weil alles andere zu Mehrkosten führen würde“, betonte Brüggemann.

Zwei Sanierungsvarianten

Daraus entwickelt wurden zwei Varianten, die Frank Schulte als Technischer Leiter der Stadtwerke vorstellte: „In beiden Varianten wird ein neues Technikgebäude in der Nähe des Schwimmbeckens errichtet und mit modernen Anlagen ausgestattet. Das ist unabdingbar. Die jetzige Technik reicht absolut nicht mehr aus und muss auf jeden Fall erneuert werden.“ Variante 1 sehe dann zudem vor, den maroden Betonbeckenkopf, „der uns schon seit Jahren viel Arbeit beschert“, durch eine Edelstahlverkleidung inklusive neuer Überlaufrinne zu ersetzen. „Die Fliesenauskleidung des Beckens bliebe bis auf den Beckenkopf erhalten“, verdeutlicht Schulte. Die Kosten dafür: 1,57 Millionen Euro.

Variante 2 schlägt hingegen mit 237.000 Euro mehr zu Buche, denn sie sieht eine Komplettauskleidung des Schwimmbeckens mit Edelstahl vor. Die vorhandenen Fliesen würden zwar bleiben, aber nicht mehr zu sehen sein. Trotz der Mehrkosten würden die Planer diese Sanierungsvariante empfehlen, erklärt Schulte. „Die Fliesen sind zwar noch in gutem Zustand. Aber es wäre abzusehen, dass wir in zehn, vielleicht 15 Jahren erneut in größerem Umfang da dran müssen“, sagt der Technische Leiter. Zudem seien die Betriebskosten bei der Lösung mit einem kompletten Edelstahlbecken geringer, „und wir könnten die Einströmung von aufbereitetem Wasser vertikal ausrichten, was dem heutigen Stand der Technik entspricht und auch zur Folge hätte, dass wir dem Wasser beispielsweise weniger Chlor zusetzen müssen.“ Werde nur der Beckenkopf ersetzt, sei auch das problematisch und wartungsintensiv, „nicht zuletzt durch die Dehnungsfuge zwischen Beckenkopf und Beton“, glaubt Schulte.

Nach der Vorstellung der Zahlen soll der Aufsichtsrat der Stadtwerke, dem auch Vertreter der Stadtrats-Fraktionen und Bürgermeister Pahlmann als Vorsitzender angehören, in der nächsten Sitzung am 24. Oktober 2018 eine Beschlussempfehlung an den Rat formulieren. Dieser wird dann am 6. Dezember 2018 entscheiden, ob das Freibad saniert wird – und wenn ja, in welcher der beiden vorgestellten Varianten.

Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Brüggemann ist erst einmal „froh, dass wir die seinerzeitige Grobkostenschätzung von 2,1 Millionen Euro signifikant unterschreiten können.“ Dennoch gehe es um eine „ ordentliche Investitionssumme, die das Stadtwerke-Ergebnis belasten wird “ – und damit indirekt auch den städtischen Haushalt, da weniger Überschüsse an die Stadt ausgezahlt werden würden.

Förderverein in Vorbereitung

Um diese Belastung abzumildern, würde Brüggemann es begrüßen, wenn der Freundeskreis Freibad sich zu einem eingetragenen (Förder-)Verein konstituieren würde, der durch das Einwerben von Spenden das Freibad dauerhaft unterstützen könnte. Laut Wilhelm Clausing, Ueffelns Ortsbürgermeister und Aktiver im Freundeskreis, laufen die Vorbereitungen für eine Vereinsgründung bereits intensiv. Auch Spenden, teils in erheblicher Höhe, seien durch Unternehmer aus der Region bereits in Aussicht gestellt worden. „Die werde ich gerne auch noch einmal daran erinnern, wenn wir soweit sind“, grinste Clausing. Bis es soweit ist, sei aber zunächst die Satzung auszuarbeiten und die Strukturen festzulegen. Dazu bot Bürgermeister Pahlmann auch die Unterstützung der Stadt an.

Der aktuelle Stand der Dinge zur Zukunft des Freibads soll derweil am Mittwoch, 12. September 2018, bei einer Sitzung der Fachausschüsse und des Ortsrats in der Schützenhalle in Ueffeln vorgestellt werden. Beginn ist um 19 Uhr. „Damit knüpfen wir an die erste Sitzung in Ueffeln im März an – und an unser Versprechen, auch die weiteren Sanierungsplanungen öffentlich vorzustellen“, so Heiner Pahlmann.

Unabhängig von allen Diskussionen um die Zukunft wird am Wochenende erst einmal gefeiert: Das Freibad Ueffeln wird 45 Jahre alt. Die Jubiläumsveranstaltung beginnt am Samstag, 18. August 2018, um 14 Uhr. Weitere Informationen gibt es hier.


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