Sommerkulturprogramm 2018 Modern Troubadours verzaubern Bramscher Kirchplatz

Von Holger Schulze

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Bramsche. Sommerkultur mit der ungebrochenen Betonung auf Sommer gab es am Donnerstag inklusive französischer Geschmeidigkeit. Die Manny Modern Troubadours waren vor zwei Jahren schon einmal im Bramsche, spielten damals allerdings im Regen.

Der aktuelle Auftritt fand diesmal vor wesentlich größerem Publikum an einem dieser wunderbaren Sommerabenden statt, die bislang in dieser Reihe das Ambiente auf dem Kirchplatz zuverlässig geprägt hatten.

Der Band, bestehend aus Thierry Gaillard, Gesang und Gitarre, Adeline Vigor, Keyboard, Vincent Vigor, Querflöte, Samuel Chevalley, Schlagzeug, Eric de Amorin, Bass und Toni Lauper, Klarinette, wird stets bestätigt, ohne Festlegung auf ein bestimmtes Genre zu musizieren. Dies war auch am Donnerstagabend nicht anders und spricht einmal mehr für die Troubadoure. Gewährleistet diese Schubladenfreiheit der Musik doch das Ausbleiben von Monotonie.

Individuelle Klasse

Dafür bieten Thierry Gaillard und seine professionellen Musikerkollegen selbst in bekannten Titel Akzente, die sich deutlich vom bislang Gehörten unterscheiden. Beispielsweise das „Summertime“ derart farbig und eindringlich in Slow Motion zusätzlich gedehnt aufzuführen, ohne dass sich die geringste Spur von Langeweile einstellt, das hatte schon individuelle Klasse.

Den roten Faden des Konzertes setzten die markante und dennoch warme Stimme von Thierry Gaillard sowie Klarinettist Toni Lauper, der es mit seinem Instrument verstand, die Prise Herzschmerz in die Stücke zu transplantieren, ohne dabei kitschig zu werden.

Manny Modern Troubadours spielten mehr als französisches Chansons, obwohl gelegentlich auch Jacques Brel für wenige Takte aufblitzte.

Die sechs Musiker boten nicht Klezmer, obgleich Toni Lauper die Klarinette melancholisch greinen lassen konnte, dass es eine wahre Freude war. Am ehesten lässt sich die Musik des Sextetts noch unter Balladen einordnen, wären da nicht die verspielte Flöte und das treibende Schlagzeug gewesen, die Heiterkeit und Speed den Stücken hinzufügten. Nur wenige bekannte Covertitel, und wenn dann neu gemixt, dafür aber umso mehr Ungewohntes doch stets Gefälliges hatten die Manny Modern Troubadours dem Publikum mitgebracht.

Melancholie

Auch wenn die oben angesprochene Entfernung zu einer bestimmten Stilrichtung bis zum Schluss durchgehalten wurde, traten im Verlauf des Abends die Wiedererkennungsmerkmale der Band immer deutlicher zum Vorschein. Das Sextett zelebrierte einen entspannt dahintreibenden musikalischen Erzählfluss, gepaart mit einer guten Portion Melancholie. Diese aber wurde immer wieder aufgelockert durch starke Wechsel in den Rhythmen, durch instrumentale Soli von Klarinette, Flöte und eines auch vom Mann am Schlagzeug und all dies gekoppelt mit innovativen Melodieabfolgen, deren abwechslungsreiches und harmonisches Klangefüge das Publikum auf eine Hörreise mitnehmen konnte, bei der hinter jeder Wegbiegung neue Überraschungsmomente auftauchten.

„Leute, die Musik lieben“ habe er auf der Tour überall in Deutschland angetroffen, ließ der Bandleader nahe dem Konzertende die Besucher des Sommerkulturprogramms wissen. Der bei den letzten Titeln zunehmende Beifall hinter jedem einzelnen Stück machte deutlich, dass auch in Bramsche Menschen zuhörten, deren Liebe zur Musik konkret mit der für sie an diesem Abend spielenden Band in Verbindung stand.


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