Ortsrat für Fläche am Klärwerk Bramsche bekommt den ersten Hundefreilauf

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Eingezäunt ist die Fläche hinter dem Klärwerk bereits, auf der nun der erste Hundefreilauf in Bramsche eingerichtet wird. Foto: Heiner BeinkeEingezäunt ist die Fläche hinter dem Klärwerk bereits, auf der nun der erste Hundefreilauf in Bramsche eingerichtet wird. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Am Klärwerk an der Maschstraße wird Bramsches erste Freilauffläche für Hunde hergerichtet. Das hat der Ortsrat Bramsche am Montagabend mit großer Mehrheit beschlossen.

Für die Stadtverwaltung hatte Johannes Fünfzig den Plan vorgestellt, eine etwa 4000 Quadratmeter große, derzeit ungenutzte Teilfläche des Klärwerkgrundstücks für Hunde herzurichten. Zwar sei für die Errichtung eines Zaunes ein Bauantrag erforderlich, der auch Befreiungen von Festsetzungen des Bebauungsplanes erfordere, dies sei aber unproblematisch. Auch Parkplätze könnten hier vorgesehen werden. Da es einen Haushaltsansatz von 17.000 Euro gibt, kann mit der Umsetzung sofort begonnen werden.

FDP für zeitweise Aufhebung des Leinenzwanges

Dies entspreche nicht den Wünschen vieler Hundebesitzer, meinte Anette Staas-Niemeyer. Die FDP-Ratsfrau sprach sich dafür aus, statt des Freilaufes den Leinenzwang am Hasesee für drei Stunden am Vormittag aufzuheben. Dort seien dann ohnehin überwiegend Hundebesitzer unterwegs. Dies koste „kein Geld, aber Mut“. Sie wies darauf hin, dass die Aufhebung des Leinenzwangs nicht bedeute, dass die Hundebesitzer keine Verantwortung für ihren Hund hätten. Alle, die Angst vor Hunden haben, hätten in dieser Zeit ja „den Rest der Stadt“ zur Verfügung.

Mehrheit für Versuch

Diesen Vorschlag sahen Vertreter der anderen Parteien kritisch. Die Wiese sei eine kostengünstige Möglichkeit, Erfahrungen mit einem Freilauf zu sammeln, fand Christian Lübbe (SPD). Imke Märkl (CDU) fand die zeitweise Aufhebung des Leinenzwangs „nicht praktikabel“. Zudem hätten die meisten Berufstätigen nichts von einer Freigabe zwischen 8 und 11 Uhr. Auch bei der Freilauffläche habe die CDU durchaus Bedenken, ein Versuch lohne sich aber auf der Fläche an der Maschstraße. Aus ihrer Sicht ist es dann „Sache der Hundehalter“, die Fläche sauber zu halten.

„Wenn man es nicht probiert, wissen wir nicht, ob es funktioniert“, fand auch Hilmar Franke (Bündnis 90/Die Grünen). „Es wird Zeit, dass es so etwas in Bramsche gibt“, meinte Conrad Bramm. Der FDP-Ratsherr fand die Lösung allerdings zu klein. Der Freilauf müsse schon „ein kleiner Park“ mit Bänken und Beleuchtung sein, so wie in Osnabrück.

Bürger kaum beteiligt

Bei der Abstimmung stimmte nur Anette Staas-Niemeyer gegen die Freilauffläche, alle anderen einschließlich ihres Fraktionskollegen Conrad Bramm waren dafür. Staas-Niemeyer kritisierte, dass es die ursprünglich avisierte Bürgerversammlung zum Thema nicht gegeben habe. Bürgermeister Heiner Pahlmann meinte dazu, das Thema sei ja nun schon mehrfach öffentlich diskutiert worden, nun sei es wichtig, zu einem Ergebnis zu kommen. Wenn sich die Notwendigkeit erweise „machen wir selbstverständlich noch eine Bürgerversammlung,“ betonte er.

Eine ganze Rehe von Bürgern, die offensichtlich Hundebesitzer sind, verfolgte die Sitzung mit zunehmendem Unmut, zum einen wegen der aus ihrer Sicht nicht ausreichenden Lösung, zum anderen wegen der sehr eingeschränkten Möglichkeit der Beteiligung. Denn entgegen der Ankündigung der Stadt, das Thema ausgiebig erörtern zu wollen, wies Ortsbürgermeisterin Roswitha Brinkhus mehrfach darauf hin, dass Zuhörer nur in der Einwohnerfragestunde die Möglichkeit hätten, sich zu äußern. Und dann auch nur in Form einer Frage. Davon machten die offensichtlich enttäuschten Bürger kaum Gebrauch.


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