„Hänsel und Gretel“ gespielt Fantasievolle Märchen-Aufführung in Evinghausen

Von Holger Schulze

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Das Unheil von Hänsel und Gretel nimmt seinen Lauf, nachdem die Vögel die Brotspur aus dem Wald heraus verspeist hatten. Fotos: Holger SchulzeDas Unheil von Hänsel und Gretel nimmt seinen Lauf, nachdem die Vögel die Brotspur aus dem Wald heraus verspeist hatten. Fotos: Holger Schulze

Evinghausen. Die „Theater-Compagnie Nicole & Martin“ hat am Wochenende in mehreren Vorstellungen das Stück „Hänsel und Gretel“ in Evinghausen aufgeführt.

Nicht nur Eltern und Großeltern als Begleiter ihrer Kinder beziehungsweise Enkelkinder besuchten die Vorstellungen von „Hänsel und Gretel“ im weißen Zelt von Nicole und Martin. Auch etliche Erwachsene ohne Nachwuchs lösten eine Eintrittskarte. Gut gefüllt war der Zuschauerraum rund um die kreisförmige Bühne der Theaterfamilie Gubler, die für vier Aufführungstage von Donnerstag bis Sonntag neben der Waldorfschule gastierte. Das Familienensemble, vervollständigt durch die Kinder Samuel und Sacha, konnte zufrieden mit der Zuschauerresonanz sein. Das Märchen nach den Gebrüdern Grimm in szenischer Aufführungspraxis hatte Zuschauer aller Altersgruppen nach Evinghausen kommen lassen.

Ständiger Wechsel der Rollen

Zu sehen bekam das Publikum Nicole und Martin im ständigen Wechsel der Rollen. Die böse Stiefmutter, der hilflose Vater, Hänsel und Gretel oder die gigantische Hexe, kurzum sämtliche Rollen füllte das Schauspielerehepaar aus. Auch setzten sich beide den Erzählerhut immer dann abwechselnd auf, wenn Passagen des Märchens gerade einmal nicht mit darstellerischen Mitteln aufgeführt wurden.

Lässt sich das Märchen von den im Wald ausgesetzten Kindern über 70 Minuten lang erzählen, ohne dass Längen auftreten? Hinter dieses Fragezeichen setzten Nicole und Martin gemeinsam mit ihren Söhnen ein eindeutig bestätigendes Ausrufezeichen. Ja es geht, mit einer fantasievollen Kreativität, die die Zuschauer nicht nur bestens unterhielt, sondern auch zum Schmunzeln und Lachen brachte. Doch nicht nur dies: Beim dramatisch und dennoch mit einfachsten Mitteln inszenierten Tod der Hexe sowie der Befreiung des Geschwisterpaares brach spürbar erleichterter Jubel mit Szenenapplaus aus.

Nicole und Martin benötigen keine sensationellen Gesten, um Spannung oder Heiterkeit zu erzeugen. Ihre Mittel hierfür sind einige Musikinstrumente, ein paar akrobatische Hebefiguren, augenzwinkernde Mimik, kleine, aber umso humorvollere Zwischenspiele und der markante Gebrauch der Stimme, um Freude wie Verzweiflung den Zuschauern fühlbar nahezubringen. Ein Taschentuch zu einem Vogel gebunden gehörte zu den wenigen Requisiten, die für die Vorstellung nötig wurden. Rotes und schwarzes Tuch ließen Feuer und Tod erlebbar werden.

Insgesamt entfaltete die Darstellungs- und Erzählkunst von Nicole und Martin ihre Wirkung gleichermaßen auf Jung und Alt. Kinder wie Erwachsene beobachteten gebannt, wie denn die Geschichte nun weitergehen würde – und dies bei einem Stoff, der nun wirklich jedem im Theaterzelt bekannt gewesen sein dürfte.

Gute Werte vermitteln

Gute Werte zu vermitteln, das ist die Absicht der Vorstellungen von Nicole und Martin. Die Zuschauer bekamen zu sehen, wie Zuversicht, Zusammenhalt und weibliches Zupacken das unschuldig Gute über die Gier siegen ließ. Doch nicht nur dieser Inhalt machte die Vorstellung wertvoll. Auch das Wie des Erzählens verband Kunst und Können zu belebten Bildern, die weitaus mehr als nur den Intellekt bedienten.

Ende gut, alles gut: Nicole und Martin mit ihren Söhnen beim Finale von Hänsel und Gretel

„Da gab es keine Sorgen mehr und zusammen lebten sie noch lange glücklich“, war von der Gubler-Familie nach der glücklichen Heimkehr von Hänsel und Gretel in das Haus des Vaters zu hören. Gleiches ist diesen Künstlern zu wünschen, denen es gelang, mit ihrem Spiel die Zeit ein wenig anzuhalten, um etlichen Glücksmomenten etwas an Dauer zu verleihen.


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