Fahrt nach Hannover Bramscher Flickencafé-Tüfler gestalteten „Plattenkiste“

Im NDR-Studio: von links Christian Redderhase, Helmut Kölbach, Moderator Jens Krause und Hans Schütte. Foto: NDRIm NDR-Studio: von links Christian Redderhase, Helmut Kölbach, Moderator Jens Krause und Hans Schütte. Foto: NDR

Bramsche/ Hannover. Viel zu erzählen gab es in der Sendung „Plattenkiste“ bei NDR 1 Niedersachsen. Am 9. August 2018 zwischen 12 und 13 Uhr unterhielten sich Christian Redderhase, Helmut Kölbach und Hans Schütte mit Moderator Jens Krause über die Arbeit im Flickencafé Bramsche.

Helmut Kölbach erzählt von den Anfängen vor einem Jahr: Über einen Aufruf in der Presse erfuhr er von der Aktion. Als Tüftler wollte er gern mitmachen: Er übernimmt „Allround“-Reparaturen und freut sich immer, wenn die Reparatur klappt und alles wieder funktioniert. Neben Kaffee trinken, Kuchen essen und Klönschnack für etwa 30 Gäste sind immer auch die Leute von der Stadtjugendpflege mit ihrer Fahrradwerkstatt im Flicken-Café. Die Räume im alten Bahnhof werden von der Heilpädagogischen Hilfe in Bersenbrück zur Verfügung gestellt.

Einmal im Monat am letzten Freitag jeweils von 15 bis 17 Uhr geht es dort unentgeltlich ans Werk: . Die Ehrenamtlichen reparieren defekte kleinere Haushaltsgeräte. Hans Schütte war Lokführer und ist ans Zupacken gewöhnt. Christian Redderhase ist Student - er nennt es „Hobby“. Die Stadt Bramsche unterstützt die Ehrenamtlichen. Viele Privatleute unterstützen ehrenamtlich, auch Geschäftsleute beteiligen sich. An alle geht aus der Sendung ein Dankeschön dafür.

Gigantische Staubwolke

Viele moderne Geräte sind nicht mehr aufs Reparieren ausgelegt. Aber ein uralter Staubsauger, der nach langem Nichtbenutzen beim ersten Versuch eine gigantische Staubwolke produzierte, wird schon mal ins Flicken-Café gebracht. Viele Leute haben selbst kein Werkzeug, um beispielsweise eine kaputte Gangschaltung am Fahrrad zu retten. Das übernehmen dann Christian Redderhase und seine Mitstreiter von der Jugendpflege. Dort wurde das nötige Werkzeug angeschafft. Es gibt aber auch für andere Dinge Fachleute: Eine Frau kennt sich mit Computern aus, auch ein Uhrmacher war schon mal dabei. Gern würden sie noch Radio- und Fernsehtechniker gewinnen, denn oft werden Altgeräte gebracht, die gerettet werden sollen.

Die Reparatur von altem Holzspielzeug übernimmt Helmut Kölbach - das mag er besonders gern. Ein altes Gerät wieder zum Laufen zu bringen, begeistert alle. Alte Elektrogeräte werden zunächst über einen Schutzschalter angeschlossen, um das Gebäude und auch die Handwerker zu schützen. Hans Schütte erzählt von vielen älteren Leuten, die Dinge nicht wegwerfen wollen, weil sie ihnen in Jahrzehnten ans Herz gewachsen sind. Es ist keine Pflicht, für den reparierten Gegenstand etwas zu zahlen, doch viele geben glücklich einen kleinen Obolus, wenn ihr Stück gerettet ist. Und wenn die Zeit mal nicht ausreicht für alle reparaturbedürftigen Teile: Der nächste letzte Freitag im Monat kommt mit einer neuen Chance.

60 bis 70 Prozent zu reparieren

60 bis 70 Prozent der Dinge können repariert werden. Werden Ersatzteile benötigt, müssen die mitunter erst beschafft werden. Manchmal offenbar es sich aber schon von vorn herein, dass es nichts mehr zu reparieren gibt. Manche Gäste erwarten, dass es sehr schnell geht - die gehen dann auch wieder. Denn etwas Zeit ist nötig, um Fehler zu finden und dann auch zu beheben. Doch die meisten Gäste im Flicken-Café ziehen froh wieder mit ihrem reparierten Stück ab.

Am 31. August ist der 1. Jahrestag - ein Freitag. Das soll gefeiert werden. Ein kleiner Imbiss wird angeboten, auch der begehrte Kuchen - die jungen Leute von der Heilpädagogischen Hilfe backen, versprechen die Gäste in der Plattenkiste.

Weitere Informationen zum Flickencafé gibt es bei Helmut Kölbach | Tel.: 0174-98 17 101 | oder per Mail: flickencafe@gmx.de in Verbindung.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN