Lagerfeuer ohne Feuer Rumänische Waisenkinder zum dritten Mal in Malgarten

Von Judith Perez

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Aus Brandschutzgründen ohne Feuer, dafür aber mit viel Bewegung feierten die rumänischen und deutschen Kinder ihren Abschlussabend.Aus Brandschutzgründen ohne Feuer, dafür aber mit viel Bewegung feierten die rumänischen und deutschen Kinder ihren Abschlussabend.

Bereits zum dritten Mal waren Kinder aus einem Waisenhaus im rumänischen Solca in der CJC-Malgarten zu Besuch. Eine Woche verbrachten sie gemeinsam mit Kindern aus der Gemeinde ein buntes Ferienprogramm. Am Freitagabend kam dann der Abschlussabend auf dem CJC-Gelände – wegen der Trockenheit ohne Lagerfeuer.

Malgarten. Immer wieder sonntags lädt die CJC-Malgarten zum Eine-Welt- Café ein. Der Erlös geht an ein Waisenhaus im rumänischen Solca. Wer sich bisher gefragt hat, was es damit auf sich hat, konnte in der letzten Woche erleben, wo die Spenden hinfließen. Sieben Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 17 Jahren waren für eine Woche zu Besuch in der CJC-Malgarten. „Bereits zum dritten Mal kommen die Kinder aus dem Waisenhaus zu uns“, erzählte Pastor Anton Behrens.

Kein Lagerfeuer wegen Trockenheit

Die Gruppe hatte mit zwei pädagogischen Begleitern und Kindern aus der Malgartener Communität ein buntes Ferienprogramm erlebt. Besuche im Zoo, im Hüpfburgenland, auf einem Pferdehof und am Dümmer standen auf dem Programm. Ein besonderes Highlight war das Zeltlager auf dem Hof Grünebaum. Am Freitagabend hieß es dann „Abschlusslagerfeuer“ – allerdings ohne Feuer. Das sei ihnen wegen der großen Trockenheit zu gefährlich gewesen, erklärte Behrens und forderte die Runde um die leere Feuerstelle auf, sich ganz einfach vorzustellen, das Feuer brenne. Der Schleptruper Hantz Knieling, der als deutschstämmiger Rumäne seit 1992 in Deutschland lebt, übersetzte die Worte für seine Freunde aus der Heimat simultan ins Rumänische. Dann wurde es lebendig. Die deutschen Kinder hatten ein unterhaltsames Programm zusammengestellt. Mara stellte die „Lagernews“ vor und berichtete von heißem Wetter, bei dem das Eis sehr schnell geschmolzen sei. Gleichzeitig sei es durch tolpatschige Menschen immer wieder zu Missgeschicken gekommen. Stefan füllte die Pausen und erntete damit viel Gelächter.

Trotz Sprachbarriere hatten Rumänen und Deutsche gemeinsam jede Menge Spaß.

Das Schönste, so Knieling, sei das Gefühl, dass alle Teilnehmer trotz großer Sprachbarrieren gemerkt hätten, dass sie irgendwie zusammengehörten. Pastor Behrens ergänzte, man sei eine ökumenische Gemeinschaft, denn die Rumänen seien orthodoxen Glaubens und die deutschen Teilnehmer katholisch. Zwar ohne Feuer, aber mit viel Bewegung und lauten Stimmen sang die Gruppe anschließend deutsche und dann auch rumänische Lieder. Während der Rückreise nach Solca, so Behrens, weinten die Kinder bis Kassel, denn neue Bindungen seien entstanden. Ab dann gehe es wieder.


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