Klarinette und Orgel Gelungener Abschluss des Bramscher Orgelsommers 2018

Von Irina Doelitzsch-Kaufmann

Gut eingespieltes Duo: der Klarinettist Mikael Børresen und der Organist und Pianist Michael Turkat. Foto: Irina Doelitzsch-KaufmannGut eingespieltes Duo: der Klarinettist Mikael Børresen und der Organist und Pianist Michael Turkat. Foto: Irina Doelitzsch-Kaufmann

idk Bramsche. Mit einer bekannten Größe endete der 19. Orgelsommer 2018. Das Duo bestehend aus dem Klarinettisten Mikael Børresen und dem Organisten Michael Turkat war bereits 2014 zu Gast beim Bramscher Orgelsommer und erfreute schon da zahlreiche Zuhörer. So war es kein Wunder, dass sich die Musiker über eine gut gefüllte Kirche freuen durften.

Der gebürtige Däne – jetzt wohnhaft in Bremerhaven – und sein Kirchenmusikkollege aus Hamburg hatten ein launiges Programm im Gepäck. Seit über 30 Jahren geben beide zusammen Konzerte, immer wenn es die Zeit zwischen Orchesterproben, Instrumentalunterricht und Orgeldiensten erlaubt. Fünf bis zehn pro Jahr seien es, lassen sie wissen. Je länger ein Ensemble zusammenspielt, desto harmonischer funktioniert es. So ist es kein Wunder, dass beide Musiker bestens aufeinander eingespielt sind, mühelos zusammenfinden. Sie wagten es sogar, die große Distanz zwischen Orgelempore und Altarraum zu nutzen, denn nach seinem Klarinettensolo, das Børresen aus dem Altarraum spielte, blieb er unten und wurde von Turkat an der großen Janke-Orgel begleitet. Kein Problem für diese beiden Musiker.

Extreme Dynamik

Das Programm trug den Titel „Swingit“ und hielt einen kurzweiligen Mix aus Jazz, Swing und bearbeiteter Barockmusik parat. Gut die Hälfte der Stücke waren Eigenkompositionen des Klarinettisten. Extreme Dynamik kennzeichnet viele seiner Werke. Dabei sind besonders die Pianissimoabschlüsse, in denen die Töne im Nichts zu verschwinden scheinen, sehr beeindruckend gelungen.

Temperamentvoll, peppig und tänzerisch war das überzeugende Spiel beider Musiker an diesem Abend. Doch nicht nur schnell konnten sie, sondern auch kantabel, fast melancholisch, so in Sidney Bechets „Petite Fleur“ ebenso wie in Evert Taubes „Nocturne“.

Höchst ungewöhnlich klang Johann Sebastian Bachs „Badinerie“ BWV 1067, ursprünglich für Flöte, Streicher und Basso continuo geschrieben. Ob man diese Fassung oder das Original bevorzugt, muss jeder für sich entscheiden.

Klassiker des Jazz

Nicht fehlen durfte ein Klassiker des Jazz: George Gershwins „Summertime“, das beide Musiker herrlich sanglich, gleichwohl recht zügig spielten.

Beim „Wild cat blues“ von Thomas Waller konnte man den Musikern ansehen, wie viel Spaß ihnen ihr Spiel bereitete. Turkat hatte inzwischen von der Orgel ans Klavier gewechselt, sodass beide Musiker jetzt direkt vor dem Publikum standen. Damit sprang der Funke endgültig über und erst nach zwei Zugaben entließ die begeisterte Zuhörerschaft die beiden.

Man darf gespannt sein, über welche Solisten und Ensembles sich die Bramscher im Jubiläumsjahr freuen dürfen.


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