Sommerkultur 2018 in Bramsche Textsichere Bramscher beim „Sing along“ auf dem Kirchplatz

Von Holger Schulze


Bramsche. Mitsingen war angesagt am Donnerstagabend bei der Sommerkultur 2018 in Bramsche: Zum „Sing along“ war der Kirchplatz bei hochsommerlichen Temperaturen prall gefüllt.

Bereits vor zwei Jahren hatten Martin Langemeyer und Chris Rehers dieses Mitmachunterhaltungsformat auf dem Kirchplatz erfolgreich zelebriert. Zusätzlich unterstützt wurde das Duo nun von Jörg Mehring am Schlagzeug. Eine weitere Veränderung war, dass die Bühnenmusiker in diesem Jahr eigentlich vorhatten, nicht viel mitzusingen, sondern nur begleiten wollten, ließ Stadtmarketing-Mitarbeiter Jan Rathjen das Publikum wissen, nachdem er zuvor gefragt hatte, wer denn an diesem Abend definitiv nicht mitsingen wolle. Ob es bei den wenigen Gästen, die da die Hand hoben, bleiben würde, musste der Abend zeigen.

150 Liedermappen verteilt

Jedenfalls lagen 150 Liedermappen mit den Texten auf den Tischen. Was wann gesungen wurde, durfte das Publikum durch Zuruf bestimmen. Zum Reinkommen stimmte das Trio das allseits bekannte Lied „Marmor, Stein und Eisen bricht“ an. Und tatsächlich, der Sound aus dem Publikum ließ nichts zu wünschen übrigen. Mit den kleinen Textzeilenvorgaben von Chris Reher klappte es „schon wie eine Eins“, so der Leadsänger, und das Publikum ging auch bei der Tempoverschärfung beim Refrain wacker mit.

„Hier spielt die beste Band von Bramsche“, motivierte Rehers im weiteren Verlauf des „Sing along“ und meinte damit ausdrücklich das Publikum vor der Bühne. Es lief gut beim Mitsingen. Die Musiker hielten es nicht allzu streng mit ihrer Ansage, nur begleiten zu wollen. Immer wieder gab Rehers dann doch die Töne und das Wort vor, und auch der Schlagzeuger zeigte recht viel von seinem mehroktavigen Stimmvolumen. Streckenweise gut bis hinter die Bühne zu hören war allerdings auch das Publikum. Besonders bei Gassenhauern wie „Atemlos“ von Helene Fischer, „Bett im Kornfeld“ von Jürgen Drews oder dem musikalischen Klopfen an die Himmelstüre („Knockin’ on Heavens‘s Door“) ging es richtig lautstark zur Sache.

Der Abend lebte also von einem refrainstarken Publikum und mit Chris Rehers auch von einem variationsfreudigen Leadsänger, der schon mal gerne die Texte abwandelte und beispielsweise aus dem Bett im Kornfeld den „Korn, der fehlt“ machte.

„Habt Spaß“ hatte Jan Rathjen vor dem Beginn des „Sing along“ dem Publikum gewünscht. Einer, der diesen Spaß formulierte, war Werner Glaubke aus Warendorf. „Der Abend ist toll, er bringt die Leute zusammen. Das habe ich in dieser Form noch nie erlebt, dass man Leute so zum Mitsingen animiert. Mit dieser Musik bin ich groß geworden und sie erinnert mich an die alten Zeiten. Es ist schön, dass diese Musik mal wieder aus der Schublade geholt wird.“ „Wie im Urlaub“ fand Holger Nacke aus Belm die Stimmung beim „Sing along“. „Man kann schön draußen sitzen und mitsingen. Die Titel sind gut und die Stimmung ist sehr gut“.

Auch jüngere Besucher begeistert

Doch nicht nur die Angehörigen der Generation, die zur Entstehungszeit der Evergreens selbst noch jung waren, hatten ihren Spaß. „ Es gibt sehr schöne Lieder und ich singe bei manchen auch mit“, berichtete Chantal Katrin Sepp, 17 Jahre alt. Die junge Bramscherin war nach der Arbeit mit einer Freundin auf den Kirchplatz gekommen, „um runter zu kommen. Die Stimmung im Publikum ist super und viele machen auch mit“, stellte sie fest.

Als Spezialgast ergriff nach der Pause Jürgen Brüggemann, Geschäftsführer der Stadtwerke Bramsche, das Mikrofon und lud das Publikum zum Mitsingen eines eigens von dem Bramscher Energielieferanten getexteten Stadtwerke-Song ein. Nach der bekannten Melodie von „Im Wagen vor mir fährt ein junges Mädchen“ ging es darin um das Rädchen, das sich vor Ort bei den Stadtwerken nicht nur an den Gaszählern dreht.

Es wurde nicht nur mitgesungen bei diesem Sommerkultur-Termin der etwas anderen Art: Mancher Besucher packte auch die „Luftgitarre“ aus.

„Ein Hoch auf uns und dieses Leben“ war an diesem Abend nicht nur ein Titel, der im Chor mitgesungen werden konnte, sondern gab wohl auch das Stimmungsbild bei Wärme, Wohlbefinden und Gesang wieder. So verwunderte es auch nicht, dass gegen Ende des Gemeinschaftssingens viele im Publikum nicht mehr wie einst Michael Holm jeden Tag nach Mendocino, sondern nach Bramsche/Hase fahren wollten.


  • Die weiteren Termine:
  • Do., 09.08.: Belle Roscoe (England, Pop, Folk, New Wave), Kirchplatz.
  • Sa., 11.08.: „Cookie & Friends“ (Klassiker Pop-Rock), 20 Uhr, Spritzenhaus-Café.
  • Do., 16.08.: „Manny Modern Troubadours“ (Frankreich, Pop-Folk-Rock), Kirchplatz.
  • Sa., 18.08.: „Hen House“ (Bramsche, Oldie Cover), 20 Uhr, „Aquarena“.
  • Do., 23.08.: „Larry and his Flask“ (USA, Folk-Punk), Kirchplatz.
  • Fr., 31.08.: „Deine Lieblingsband“ (Pop-Rock Cover), Kirchplatz.
  • Alle Kirchplatz-Konzerte beginnen um 19.30 Uhr.

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