Multiresistente Keime eindämmen Bramscher Krankenhaus setzt auf Antibiotika-Reduzierung

Zum neuen ABS-Team gehören unter anderem Chefarzt Dr. Sebastian Ellis, Dr. Sebnem Kaynak (Leitende Oberärztin für Krankenhaushygiene) und Oberarzt Damir Tabakovic (von links). Foto: Daniel Meier/Niels-Stensen-KlinikenZum neuen ABS-Team gehören unter anderem Chefarzt Dr. Sebastian Ellis, Dr. Sebnem Kaynak (Leitende Oberärztin für Krankenhaushygiene) und Oberarzt Damir Tabakovic (von links). Foto: Daniel Meier/Niels-Stensen-Kliniken

Bramsche. Die Niels-Stensen-Kliniken Bramsche wollen den Einsatz von Antibiotika reduzieren und multiresistente Keime eindämmen.

Antibiotika können zwar Leben retten, erzeugen aber auch eine Widerstandsfähigkeit (Resistenz) bei den Erregern, die sie bekämpfen sollen. Sie werden dadurch noch schwerer behandelbar. Um solche multiresistenten Keime einzudämmen und Antibiotika zu reduzieren, richten die Niels-Stensen-Kliniken Bramsche ein sogenanntes „Antibiotic-Stewardship“-Programm (ABS) ein und haben dafür ein spezielles Team zusammengestellt.

Zum ABS-Team gehören laut einer Pressemitteilung die Leitende Oberärztin für Krankenhaushygiene Dr. Sebnem Kaynak, Apothekerin Birte Viehmeister, Chefarzt Dr. Sebastian Ellis, Oberärztin Dr. Anita Plesz und Oberarzt Damir Tabakovic. Ihnen geht es darum, die Antibiotikatherapie des Patienten optimal zu steuern. „Denn viele Patienten nehmen zu viele Antibiotika über einen zu langen Zeitraum ein oder sie bekommen ein Breitspektrum- anstelle eines Schmalspektrum-Antibiotikums, das die Infektion gezielter bekämpfen könnte“, erklärt Kaynak.

Das ABS-Team berät Klinikkollegen darin, welches Antibiotikum in welcher Dosierung, wie oft und in welcher Form verabreicht werden sollte. Es empfiehlt ihnen geeignete Antibiotika für die Behandlung bestimmter Erkrankungen und warnt vor ungeeigneten. Dafür erstellen die ABS-Fachleute eine Hausliste mit empfohlenen Präparaten und möglichen Ersatzmitteln.

Studien zeigen, dass Kliniken mithilfe eines „Antibiotic Stewardship“ zehn bis 40 Prozent weniger Antibiotika verordnen. Damit nehmen oft auch die Resistenzen ab. In den USA sind ABS-Teams bereits üblich, in den Niederlanden wurden sie per Gesetz eingeführt. In Deutschland sind sie noch in der Entwicklung. Die Niels-Stensen-Kliniken Bramsche möchten daher mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu sei es wichtig, Klinikpersonal konsequent zu schulen und fortzubilden, so Chefarzt Ellis. Die Investition zahle sich letztlich für die Krankenhäuser und vor allem für die Patienten aus.


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