Umzug auf die grüne Wiese? Bramsche prüft Standort für Möbelhaus Hardeck „ergebnisoffen“

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Bramsche. Bleibt das Möbelhaus Hardeck an der Osnabrücker Straße oder zieht es in Bramsche auf die grüne Wiese vor der Stadt? Diese Frage will die Stadtverwaltung vollkommen „ergebnisoffen“ prüfen, betonen Bürgermeister Heiner Pahlmann und Baudirektor Hartmut Greife.

Anfang des Jahres hatte Geschäftsführer Dirk Hardeck der Stadt mitgeteilt, dass sein Unternehmen in Bezug auf den Standort Bramsche mehrere Optionen prüfe. Dazu gehören ein kompletter Umbau am jetzigen Standort, an dem ein Überbauen der Alten Engter Straße laut Bebauungsplan zulässig wäre, oder „eine Verlagerung an einen noch verkehrsgünstigeren Standort auf Bramscher Stadtgebiet“, wie Hardeck schrieb. Gehandelt werden dafür Flächen in Schleptrup oder in Pente direkt an der B68.

Kein Kontakt

Die Ankündigung sorgte für einige Unruhe in der Kommunalpolitik, viel passiert ist seitdem aber noch nicht. Es habe keinen weiteren Kontakt gegeben, sagte Greife in einem Pressegespräch. Es sei geplant, im Herbst die beiden erforderlichen Gutachten in Auftrag zu geben. Dazu sei die Verwaltung aufgrund anderer Projekte nicht eher gekommen. Untersucht werden müsse zum einen , wie sich eine Verlagerung auf den Einzelhandel auswirke, zum anderen sei eine städtebauliche Untersuchung erforderlich.

Auswirkungen auf Einzelhandel

Unabhängig vom Wunsch des Möbelhauses sei es sinnvoll zu untersuchen, wie sich Hardeck auf den Einzelhandel auswirke. „Ob von dort wirklich Kunden in die Innenstadt kommen, ist nie genau untersucht worden“, unterstreicht Greife, „wie viele das tatsächlich sind, weiß keiner.“ Zudem müsse die für das Unternehmen wichtige Frage, ob der Standort in der Stadt langfristig zukunftsfähig ist, geklärt werden.

Städtebaulich ist aus Sicht der Stadt vor allem zu klären, was aus der Fläche des jetzigen Möbelhauses werden könne. Die Stadt werde niemals Baurecht an anderer Stelle schaffen, wenn nicht geklärt sei, was am „Struwen Eck“ passiert, betont der Baudirektor. In einem städtebaulichen Vertrag könne zum Beispiel geregelt werden, dass Hardeck die Gebäude abreißen und nach Vorgaben der Stadt neu bebauen würde. Denkbar sei auch eine Übertragung an die Stadt.

Zweites Möbelhaus undenkbar

Nicht denkbar ist dagegen, dass nach einem Umzug von Hardeck ein anderes Möbelhaus am alten Standort einzieht. Für Bramsche als Mittelzentrum seien raumordnerisch 43.500 Quadratmeter Verkaufsfläche im Möbelsegment einschließlich Randsortimenten genehmigt. Diese Fläche würde Hardeck bei einem Umzug „mitnehmen“, so Greife. Ein weiteres großes Möbelaus sei raumordnerisch nicht genehmigungsfähig. Deshalb ist auch für Hardeck ein Umzug in eine andere Gemeinde keine Option, weil dort ein neues raumordnerisches Verfahren laufen müsste.

All diese Fragen müssten aufgrund ihrer Bedeutung für Bramsche sehr gründlich erörtert werde, meinte Heiner Pahlmann. Das sieht auch Dirk Hardeck so. Es sei in der Firma üblich, „im Rahmen von Investitionsprojekten dieser Größenordnung diverse Optionen“ zu prüfen. Dabei spiele die langfristige Wirtschaftlichkeitsbetrachtung eine entscheidende Rolle.“ Hardeck hat im Jahr 2014 das Bramscher Möbelhaus Staas übernommen.


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