Neuer Raum gesucht Was wird aus der Außengruppe der Kita in Hesepe?

Von Hildegard Wekenborg-Placke

Seit Jahren überlaufen ist das Familienzentrum mit Kindertagesstätte in Hesepe (im Hintergrund). Deshalb wurde bereits eine Kita-Gruppe in das Schulgebäude (rechts)  ausgelagert. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeSeit Jahren überlaufen ist das Familienzentrum mit Kindertagesstätte in Hesepe (im Hintergrund). Deshalb wurde bereits eine Kita-Gruppe in das Schulgebäude (rechts) ausgelagert. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Hesepe. Seit Beginn des Kindergartenjahres 2017/18 ist eine Gruppe der Kita mit Familienzentrum in Hesepe in die benachbarte Grundschule ausgelagert. Die allerdings möchte den Raum wie versprochen zum Schuljahr 2019/20 zurück, obwohl auch die Kita Bedarf angemeldet hat. Jetzt wird eine Lösung gesucht.

Die Kindertagesstätte in Hesepe quillt seit Jahren aus allen Nähten, sei es wegen des angegliederten Familienzentrums mit Angeboten für Familien aus der ganzen Stadt, sei es wegen langer Öffnungszeiten oder der durchgehenden ganzjährigen Betreuung.. Der Vorschlag, in die Grundschule auszuweichen, stieß seinerzeit in der Grundschule auf wenig Gegenliebe. Eine Einigung konnte erst erzielt werden,als man die Zeit für Außengruppe bis zum 1. August 2019 begrenzte.

Was Hesepes Kita-Leiterin Sabine Stein bereits damals befürchtete, hat sich inzwischen bewahrheitet: Der Platzbedarf der Einrichtung ist mitnichten zurückgegangen. Bereits im Sommer 2018 lässt sich absehen, dass es ein Jahr später eng werden könnte. Stein rechnet vor, was sie auch in einem Schreiben an die Verwaltung darlegte. 18 Kinder plus eventuell drei „Kann-Kinder“ verlassen im Sommer 2019 die Kita in Richtung Schule. Dafür rücken aber 20 Kinder aus den Krippengruppen in die Regelgruppen auf. „Alle Plätze wären dann belegt. Wir könnten dann kein einziges Kind zwischen drei und sechs Jahren mehr aufnehmen“. In der Krippe werden 2019 20 Plätze frei. Für diese Plätze lägen aber bereits jetzt 15 Anmeldungen vor, davon elf Geschwisterkinder, so Stein weiter.

Das Argument, die Kita in Hesepe werde von überproportional vielen Kindern aus anderen Ortsteilen besucht, wies die Kita-Leiterin zurück. Von insgesamt 105 Kindern kämen 50 aus Hesepe, 15 aus Sögeln, das der gleichen Kirchengemeinde angehört wie Hesepe. Sieben Kinder würden von Großeltern in Hesepe betreut. Sechs Kindern wohnten bei der Aufnahme in Hesepe und seien später weggezogen, aber in der Kita gebleiben. Die Eltern von drei Kindern arbeiten in Hesepe. Zwei Kinder kommen aus Ueffeln, das bislang keine Krippe hatte, drei Kinder von Mitarbeiterinnen besuchen die Kita. Zehn weitere Kinder kommen aus Ortsteilen, in denen es zum Zeitpunkt der Aufnahme keine Krippe gab. Bei weiteren neun seien die Eltern auf die langen Öffnungszeiten angewiesen beziehungsweise sie hätten Geschwisterkinder in der Kita.

Im ersten Obergeschoss der Schule?

Angesichts dieser Zahlen bemühen sich jetzt alle Beteiligten um eine auskömmliche Lösung. Die Alternative, den bisherigen Raum weiter zu nutzen, stellt sich nicht, so berichteten Bramsches Erster Stadtrat Ulrich Willems und der zuständige Fachbereichsleiter Wolfgang Furche, da die Schule den Raum, wie ursprünglich geplant, für den Ganztag und als kleine Aula nutzen wolle. Die Verwaltung favorisiert derzeit ein Modell, dass die Unterbringung der Kita-Kinder in einem frei werdenden Raum im ersten Obergeschoss der Schule vorsieht.

In der Kita betrachtet man den Vorschlag allerdings mit Skepsis, da sich Kinder und Eltern ausgegrenzt fühlen könnten. In der kommenden Woche sollen weitere Gespräche stattfinden. Das letzte Wort liegt allerdings bei der Landesschulbehörde, die die Betriebsgenehmigung für eine wie auch immer geartete Lösung erteilen muss.


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