„Vielfalt unter einem Dach“ Großbaustelle Haus Elbestraße der HpH in Bramsche

Von Hildegard Wekenborg-Placke


Bramsche. Die Baustelle an der Ecke Lutterdamm/ Elbestraße ist nicht zu übersehen. Wo bislang noch ein Wohnhaus stand, entsteht derzeit noch schneller als zunächst vorgesehen, der Erweiterungsbau des Kinderzentrums Haus Elbestraße einschließlich zweier Krippengruppen.

Als Guido Uhl, der Geschäftsführer der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück am 25. Oktober 2017 bei der Grundsteinlegung des Anbaus an der Elbestraße die traditionelle Kupferrolle mit Bauplänen, einer „Bramscher Nachrichten „ vom Tage und einigen Zeichnung der Kita-Kinder füllte, war noch von einer Krippengruppe die Rede. Nach Anschluss der Arbeiten sollte die Einrichtung Platz für 70 Kinder mit und ohne Unterstützungsbedarf bieten. Jetzt ist von anderen Zahlen die Rede: Zwei Gruppen statt nur einer für die Kinder unter drei Jahren werden eingerichtet. Der Bedarf an Betreuungsplätzen für die Kleinsten hat uns in den letzten Jahren überrollt“, sagt Gabriele Markus, die bei der HpH der Bereich Frühförderung verantwortet, und spricht damit aus, was auch die Verantwortlichen bei der Stadt Bramsche immer wieder betonen. Allerdings, so unterstreicht Uhl, „wir haben schon zu diesem Zeitpunkt gewusst, dass wir könnten, wenn wir wollten“.

Zum damaligen Zeitpunkt stand dem zweiten Erweiterungsschitt noch die Wohnbebauung am Lutterdamm im Wege. Die Situation änderte sich aber bald, da der Eigentümer verzog und die Gebäude mitsamt 1756-Quadratmeter-Grundstück an die HpH verkaufte. Somit werden den Kindern des Hauses Elbestraße, dessen Keimzelle seit 1999 das ehemalige Staas‘sche Wohnhaus bildete, rund 1200 Quadratmeter Außengelände zur Verfügung stehen. Zurzeit wächst der Rohbau für die zweite Krippengruppe aus dem Boden. „Wir sind dann wohl die einzige Kita mit einem Turm“,weist Gabriele Markus, Bereichsleiterin Vorschulische Förderung bei der HpH, auf eine Besonderheit des Baus hin. Der Bebauungsplan sieht für das Eckgrundstück eine Zweigeschossigkeit vor, wo eigentlich nur ein Geschoss benötigt wurde. Nun war die Fantasie der Planer gefragt. Die Lösung - der „Turm“ für den Krippenanbau. Wie er genutzt wird, als Ausguck, für eine Rutsche, das steht noch nicht fest.

Komplett umstrukturiert

Die zweite Krippengruppe ist allerdings nicht die einzige Baustelle an der Elbestraße. Der Altbau wurde komplett umstrukturiert, sodass er demnächst Räume für eine eigene, für jedermann zugängliche Logopädiepraxis enthalten wird. Uhl und Markus können sich vorstellen, damit durchaus auch ihren Beschäftigten entgegenzukommen. Im Kinderzentrum sind die Logopäden eher am Vormittag im Einsatz, „aber es will ja nicht jeder nur Teilzeit arbeiten“, so Uhl.

Unter anderem wegen der Praxis wird der Haupteingang des Kinderzentrums weiter nach links versetzt. Das Raumkonzept wurde dabei möglichst flexibel gestaltet. Die Krippenräume wären mit 50 Quadratmetern ausreichend groß für eine integrative Regelgruppe, sollte sich einmal die Zusammensetzung der „kindlichen Kundschaft“ ändern und vielleicht eine weitere integrative Regelgrupperuppe erforderlich sein. „Wir wären bereit“, sagt Uhl.

Zwei Sprachheilgruppen für Bramsche

Besonders freuen sich Markus und Uhl darüber, dass nach Fertigstellung des Hauses Platz sein wird für zwei Sprachheilgruppen. Bislang mussten Bramscher Kinder mit entsprechendem Therapiebedarf täglich mit dem Bus nach Bersenbrück fahren. „Für die Kinder war es auf die Dauer unzumutbar, weil sie aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen wurden.- Außerdem war die Lösung extrem unökologisch“, ergänzt Uhl. In den beiden Gruppen werden acht Kinder von jeweils zwei Pädagogen und einer Logopädin intensiv betreut.

„Unter Leitsatz heißt ‚Die Vielfalt unter einem Dach‘“, betont Markus. Der gemeinsame Rahmen des Kinderzentrums bringe Krippen und Kita-Kinder, Kinder mit und ohne Förderbedarf an einem Ort und bei vielen gemeinsamen Aktionen zusammen.„Kinder lernen, aufeinander einzugehen und die Kinder mit Förderbedarf erkennen, dass sie ganz viel können“, so Markus. Das erleichtere später auch den Übergang in die Schulen.

Start zum 9. August

Zurzeit ist die Einrichtung für zwei Wochen „wegen Umbau geschlossen“, vorher wurde im laufenden Betrieb an- und ausgebaut. Zum Beginn des Kindergartenjahrs am 9. August 2018 geht das erweiterte Kinderzentrum mit sieben Gruppen an den Start, einer Krippe, zwei Sprachheil- und drei heilpädagogischen Gruppen sowie einer integrativen Regelgruppe. Die zweite Krippengruppe folgt im Frühjahr 2019.

Und ein Letztes: Für die „Elterntaxis“ stehen ausreichend Parkplätze beim direkt benachbarten Edekamarkt zu Verfügung. „Eine klassische Win-win-Situation“, freut sich der HpH-Geschäftsführer über die „guten Gespräche“ mit dem Betreiber.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN