20 bis 30 Liter pro Baum Anhaltende Hitze: Stadt Bramsche muss 100 Jungbäume wässern

Von Eva Voß

Damit der Boden das Wasser besser aufnehmen kann, lockern Jochen Klausing und Heinz Schade ihn vorher. Ein Gießrand sorgt dafür, dass das Wasser nicht wegläuft. Foto: Eva VoßDamit der Boden das Wasser besser aufnehmen kann, lockern Jochen Klausing und Heinz Schade ihn vorher. Ein Gießrand sorgt dafür, dass das Wasser nicht wegläuft. Foto: Eva Voß

Bramsche. Damit die frisch gepflanzten Jungbäume nicht vertrocknen, muss die Stadt Bramsche sie während der aktuellen Hitzewelle zwei bis drei Mal pro Woche wässern.

"Ältere Bäume sind robust genug, auch eine längere trockene Phase auszuhalten. Junge Bäume vertrocknen dagegen sehr schnell", sagt Gärtnermeister Jochen Klausing vom Bramscher Betriebshof. Ihre Wurzeln gehen noch nicht tief genug ins Erdreich, um bei Dürre an tiefere Wasserreserven zu gelangen. 

Etwa zwei bis drei Mal die Woche fahren Klausing und seine Kollegen los, jeder Baum erhält 20 bis 30 Liter Wasser. Doch bevor gegossen wird, muss um den Baum ein Gießrand gezogen und der Boden aufgelockert werden. Deshalb ist Klausing auch nicht allein unterwegs. Heute wird er von Heinz Schade unterstützt.

Mehr Bäume als sonst brauchen Wasser

Normalerweise würden nur die Jungbäume gewässert werden, die im Frühjahr gepflanzt wurden. Doch in diesem Jahr halte die Trockenheit seit April an, deshalb würden auch Bäume, die bereits im Herbst gepflanzt wurden, gewässert. "Das sind insgesamt gut 100 Bäume. Hinzu kommen noch die Sträucher und Büsche, die wir im Herbst gepflanzt haben und sowie die Stauden in den Beeten in der Innenstadt", sagt Klausing. 

Das kostet Zeit. Weil der Betriebshof nicht alles allein schafft, werden manche Gebiete an externe Landschaftsgärtner vergeben. Im Baugebiet An der Hasenheide in Ueffeln kümmert sich etwa die Firma Küpers um das Wässern der Pflanzen.

Weil der Bramscher Betriebshof nicht alles allein schafft, helfen externe Landschaftsgärtner aus. Im Baugebiet An der Hasenheide in Ueffeln ist zum Beispiel die Firma Küpers aus Vreden beauftragt. Foto: Eva Voß

Auch wenn so mancher Baum in diesen Tagen bereits seine Blätter abwirft, heißt das nicht, dass er vertrocknet ist, weiß Gärtnermeister Klausing. "Das ist eine Schutzfunktion und sorgt dafür, dass die Fläche, über die die Bäume Wasser verlieren, kleiner wird." Wenn es wieder regnet, erhole sich der Baum meist schnell. 

Extrem hoher Wasserverbrauch in der Region

Das gilt im übrigen auch für Rasenflächen, die nun vielerorts braun geworden sind. Der Wasserverband (WV) Bersenbrück appelliert angesichts der andauernden Trockenheit noch einmal an seine Kunden, sparsam mit Wasser umzugehen. Im Verbandsgebiet sind die Trinkwasserabgaben laut WV seit Wochen "extrem hoch". Die Wasserwerke liefen zurzeit rund um die Uhr und gäben das Trinkwasser fast vollständig direkt ins Versorgungsnetz ab, sodass die sechs Hochbehälter und der Tiefbehälter Lechterke als Reservepuffer in den Nachtstunden kaum noch zu befüllen seien. 

Auch das Speicherbecken der Stadtwerke Bramsche am Renzenbrink kann angesichts des gestiegenen Wasserbedarfs über Nacht nicht mehr vollständig aufgefüllt  werden. Rasensprenger bei der Arbeit sieht der technische Leiter Frank Schulte daher gar nicht gern. Der Rasen vor den Stadtwerken an der Maschstraße werde angesichts der aktuellen Lage nicht gewässert. „Der wird im August auch wieder von alleine grün,“ sagt er. 


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