Motto „in Bewegung“ Neuer Internetauftritt des Bramscher Tuchmacher-Museums

Von Hildegard Wekenborg-Placke

Das Bramscher Rot der Wollstoffe dominiert den neuen Internetauftritt des Bramscher Tuchmacher-Museums, von links Museumsleiterin Kerstin Schumann und wissenschaftliche Mitarbeiterin Ilka Thörner. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeDas Bramscher Rot der Wollstoffe dominiert den neuen Internetauftritt des Bramscher Tuchmacher-Museums, von links Museumsleiterin Kerstin Schumann und wissenschaftliche Mitarbeiterin Ilka Thörner. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Gut ein halbes Jahr dauerte die konkrete Vorbereitungs- und Umsetzungsphase. Jetzt ist die neue Internetseite des Bramscher Tuchmachermuseums im Netz. Die Website steht unter dem für das „arbeitende Museum“ beziehungsreichen Titel „In Bewegung“.

„Im Vergleich zu unserer alten Homepage haben wir schon ein paar Stufen übersprungen“, freut sich Ilka Thoerner, die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Museums, die das Projekt federführend betreut hat. Das zeigt sich bereits in den ersten Sekunden. Im Intro rattern Webstühle, Treibriemen und Zahnräder übertragen die Kraft des Antriebs, Spindeln füllen sich wie durch Geisterhand mit Fäden in klassischem Bramscher Rot.. Alles ist, getreu dem Motto, „in Bewegung“.. Die von der Stadt Bramsche technisch betreute und finanzierte Internetseite legt, anders als ihre Vorgängerin, einen eindeutigen Schwerpunkt auf Bild und Video sowie auf eine intuitive Menüführung. Hinweise auf Programm und Veranstaltungen sind zwar hinterlegt, stehen aber längst nicht mehr optisch so im Fokus wie früher.

„Die Seite soll einfach neugierig machen“, sagt Museumsleiterin Kerstin Schumann. Deshalb wurde sie auch in besonderem Maße für mobile Endgeräte, also Smartphones und Tablets, optimiert. „Früher haben wir versucht, möglichst alle Informationen gleich auf der ersten Ebene bereit zu halten. Heute suchen gerade Besucher und Touristen knappe Informationen, die sie bei Bedarf vielleicht mit einer Führung vertiefen möchten“, sagt Schumann. Thörner ergänzt: „Wir wollen unsere Kernkompetenz wieder mehr in den Vordergrund rücken und das ist das „arbeitende Museum’, sind die Maschinen und die Arbeitstechniken der frühen Textilindustrie.“, ergänzt Thörner. „Ausstellungen und Veranstaltungen rücken dabei etwas weiter nach hinten“.

Am historischen Standort

Als einen weiteren Schwerpunkt des Internetauftritts nennen Schumann und Thörner die Arbeit des Museums an einem historischen Standort. Die Gebäude werden vorgestellt, die Tuchproduktion in verschiedenen Phasen präsentiert, die Färberei, die „stille Werkstatt“ mit den nicht mehr funktionierenden Maschinen, die „laute Werkstatt“, aber es gibt auch Hinweise auf Barrierefreiheit oder auf die Möglichkeit, in der Meisterstube des Museums zu heiraten. Historische Fotos erlauben einen Blick auf den Mühlenort einst und jetzt.

Zusätzlich möchte Ilka Thörner, die die Seite betreut, die User mit einem Blog kontinuierlich über Neues im Museum auf dem Laufenden halten. Auch an ausführliche Bilderstrecken ist gedacht, denn, So Schumann“ Bilder machen neugierig, knappe Texte dienen als zusätzliche Appetizer“.

Fertig ist der Internetauftritt damit allerdings noch lange nicht. Übersetzungen ins Niederländische, Englische und Plattdeutsche sollen folgen.

Auch bei Facebook

Parallel zum relaunchten Internetauftritt ist das Tuchmacher-Museum jetzt auch bei Facebook vertreten. Ein Jahr lang soll zunächst beobachtet werden, wie die Reaktion ausfällt.

Ein weiteres Projekt des Museums ist die Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Media- und Interaction Design der Hochschule Osnabrück. Sechs Studenten und eine Studentin anlysierten im März im Rahmen ihrer Bachelorarbeiten unter Anleitung von Professor Johannes Nehls Stärken und Schwächen des Museums am Mühlenort und entwickelten daraus ein Konzept, dass eine bessere Orientierung und Besucherleitung erlaubt und gleichzeitig den „stillen Bereich“ im Obergeschoss vrstärkt in das Museum integriert. Mit den Mitteln der augmented (verbesserten) oder Virtual Reality sollen Besucher angeregt werden, selbst aktiv zu werden. Da die Maschinen nicht bewegt werden können, wollen die Studenten für eine Station vor dem Originalgerät einen Modell-Webstuhl bauen und ihn mit einem IPad verbinden. „Wenn ich am Modell ein Pedal bediene, bewegen sich auf dem Tablet die Elemente“, beschrieb einer der Studenten weähren d der Kulturausschusssitzung im Mai das Projekt. Im August solle der „Webstuhl“ fertig sein und zunächst von den Studenten getestet und dann der Öffentlichkeit vorgestellt werden, kündigte Schumann an, die nachdrücklich die „tolle Zusammenarbeit“ und den Arbeitseifer der Studenten lobte. „Die jungen Leute haben sich total mit dem Museum identifiziert“.


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