Vor zehn Jahren scheiterte erster Anlauf Neuer Versuch für interkommunales Gewerbegebiet bei Pente?

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Bramsche/Wallenhorst. Vor zehn Jahren unternahmen Ortspolitiker aus Bramsche und Wallenhorst per Ratsbeschluss einen ersten Anlauf für ein interkommunales Industrie- und Gewerbegebiet – und scheiterten später beim Flächenerwerb. Inzwischen wird sehr vorsichtig für den Sektor Pente/Hollage ein neuerlicher Versuch eines Gemeinschaftsprojektes vorbereitet und geprüft.

Die Mehrheiten in beiden Kommunalparlamenten – die an jenem Juni-Tag 2008 gemeinsam diskutierten und tagten – waren durchaus eindeutig. Der Versuch, ein interkommunales Industrie- und Gewerbegebietes zu schaffen, solle mit Nachdruck angegangen werden, hieß das sehr ehrgeizige Ziel. Sehr zur Freude der Bürgermeister und Verwaltungschefs Ulrich Belde und Liesel Höltermann. „Gewerbegebiet: Signal steht auf Grün“, titelte damals unsere Redaktion. Doch die Hoffnung der Ratsmehrheiten aus Bramsche und Wallenhorst sollten sich nicht erfüllen. Die Anwohner auf dem Hörnschen Knapp („Planungen einstampfen“) wehrten sich lautstark. Zudem gelang es den Projektplanern nicht, einige notwendige Schlüsselgrundstücke in dem vorgesehenen Abschnitt zu erwerben. „Pläne für 200-Hektar-Gewerbegebiet auf Eis“ und „Aus für Gewerbegebiet: Gegner jubeln“ lauteten folglich die Überschriften der Berichterstatter nur zwölf Monate später. Beide Kommunen orientierten sich vorläufig anders.

NLG soll notwendigen Grundstückserwerb vorbereiten

Seit dem Frühjahr 2017 liegt das Thema jedoch wieder auf dem Tisch. Denn in Bramsche sind Industrie- und Gewerbeflächen knapp. Sollte demnächst der Eiker Esch an der B218 in Schleptrup „volllaufen“, wird die Ausweisung von zusätzlichen bzw. neuen Grundstücken für Unternehmen in der Tuchmacherstadt mittel- und langfristig eher schwierig. Und auch in Wallenhorst wird bereits nach Perspektiven und Möglichkeiten über jene aktuell verbliebenen rund 25 bis 30 Hektar am Schwarzen See hinaus gesucht. Dieser Bereich könnte jedoch in einigen Jahren ein konkreter Einstieg in das besagte interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet sein. Vorausgesetzt, die entsprechenden Grundstückskäufe in den Bereichen Hollage, Pente und am Hörnschen Knapp können getätigt werden. Den Auftrag, die Gespräche und Verhandlungen auf Bramscher Gebiet mit den Flächeneigentürmern zu führen, soll die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) erhalten. Ergebnisse sind somit zur Stunde im Rathaus in Bramsche noch nicht bekannt.

Anbindung an die B68 müsste gestemmt werden

Vor allem mit Blick auf die verkehrliche Anbindung eines solchen Industrie- und Gewerbeparks an die zentrale B68 wären die Grundstückskäufe von besonderer Wichtigkeit. Das haben Vertreter beider Kommunen und deren „neue“ Bürgermeister – Heiner Pahlmann und Otto Steinkamp – immer wieder betont. Der Bau einer Zu- und Abfahrt von der Bundesstraße in den Sektor müsste zudem aus Bramscher und Wallenhorster Kassen finanziell gestemmt werden. Ein Kraftakt. Immerhin hat aber die überragionale Straßen- und Verkehrsbehörde grundsätzlich ihre Zustimmung zu eventuellen Planungen signalisiert. Auch der Landkreis Osnabrück ist über seine Wirtschaftsförderer bereits eingeschaltet.

In beiden Rathäusern halten sich die Verantwortlichen aus Verwaltung und Ortspolitik unterdessen mit öffentlichen Äußerungen zum interkommunalen Industrie- und Gewerbegebiet eher zurück. Offenbar bewusst, denn beide Seiten haben mit Eiker Esch und Schwarzer See noch andere, bereits konkretere Projekte, die es zu erledigen gilt, vor der Brust. Und: Gebrannte Kinder scheuen bekanntlich das Feuer, selbst wenn das besagte Negativerlebnis inzwischen ein Jahrzehnt zurückliegt. Sollte der zweite Anlauf auf der Grenze von Wallenhorst-Hollage nach Bramsche-Pente also tatsächlich mittelfristig konkreter werden, dann wohl nur, wenn mögliche Hürden vorher aus dem Weg geräumt sind und es wirklich eine Chance auf eine Verwirklichung des Vorhabens gibt. Beide Kommunen betonen auf Anfrage unserer Redaktion gemeinsam, dass sie zwar weiterhin am Ball seien, ein Zeitfenster allerdings „zurzeit nicht benannt werden“ könne, „weil die Grundstücksverhandlungen in der Regel viel Zeit in Anspruch nehmen“. Ausgang offen – auch zehn Jahre nach den ersten Planungsbeschlüssen beider Kommunalparlamente.


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