„Musica sacra“ beim Orgelsommer Junges Duo begeistert Bramscher Publikum

Von Irina Doelitzsch-Kaufmann

Benjamin Pfordt (Orgel) und Florian Kubiczek (Trompete) gastieren beim vierten Bramscher Orgelsommer in der St. Martinskirche. Foto: Irina Doelitzsch-KaufmannBenjamin Pfordt (Orgel) und Florian Kubiczek (Trompete) gastieren beim vierten Bramscher Orgelsommer in der St. Martinskirche. Foto: Irina Doelitzsch-Kaufmann

idk Bramsche. Trompete und Orgel standen auf dem Programm des vierten Bramscher Orgelsommers am Samstag in der St. Martinskirche. Zwei junge Musiker aus Münster bzw. Herford führten als Duo „Musica sacra“ beim Bramscher Publikum zu viel Begeisterung.

Dabei hatten Florian Kubiczek (Trompete) und Benjamin Pfordt (Orgel) schwere Kost auf das Programm gesetzt. Die Stücke wechselten zwischen Barock und zeitgenössischer Musik. Speziell letzte hatte es in sich.

Vokalisen

Douglas Walter Scott, ein südafrikanischer Komponist, schrieb „Drei Vokalisen“ für Orgel. Vokalisen, so lässt Pfordt in seiner unterhaltsam-informativen Moderation die Zuhörer wissen, sind Musikstücke für Tasteninstrument und Gesang, aber ohne Text. Der Sänger singt lediglich auf Vokal – auf Vokalise eben. Statt einer Gesangsstimme kam hier Kubiczek mit seiner Trompete zum Einsatz.

Weiterlesen: Das Programm des Bramscher Orgelsommers

Zeitgenössische Werke auf das Programm zu setzen, ist gut und richtig. Gleichwohl ist es oft schwierig, Zugang zu ihnen zu finden. Die erste der Vokalisen war so spröde, dass nicht zu entscheiden war, ob die Musiker die richtigen Töne trafen oder nicht. Dominierende Alberti-Bässe bestimmten die zweite Vokalise, begleitete von einer weichen Oberstimme in der Trompete. Ähnlich spröde klang das zweite zeitgenössische Stück des Konzerts: „In Memoriam“ vom amerikanischen Komponisten Joseph Turrin. Führend war hier die Trompete, samtig im Klang, dezent begleitet von der Orgel. So schön das Spiel der Musiker war, so sperrig und monoton war das Stück.

Barockmusik

Auch Barockmusik hat ihre Ecken und Kanten, wie in Johann Sebastian Bachs „Toccata und Fuge BWV 538“ zu hören ist. Dieses Werk galt bei Bachschülern als Vorbild, als Ideal für kompositorisches und spielerisches Können. Es ist äußerst komplex und kunstvoll komponiert und insofern nicht verwunderlich, dass sich das Werk dem Zuhörer beim einmaligen Hören nicht unmittelbar erschließt. Pfordt präsentierte die Toccata majestätisch und angenehm zügig, in der Fuge gelang es, die diversen Stimmen gut hörbar werden zu lassen.

In der „Sonate C-Dur“ von Christian Friedrich Witt zeigte Kubiczek ein leichtes und perlendes Spiel und glitt heiter und beschwingt durch die Sätze der Sonate. Das etwas schwerfälligere Orgelspiel stand dazu in eigenartigem Kontrast.

Eine Bearbeitung des Largo „Ombra mai fu“ aus Georg Friedrich Händels „Xerxes“ ließ Kubiczek noch einmal wunderbare Melodien spielen, zurückhaltend begleitet von Pfordt.

Heiterer Schluss

Beim begeisterten und äußerst zahlreichen Publikum bedankte sich das Duo mit „Come and go“ von Traugott Fünfgeld. Das ursprünglich für Posaunenchor geschriebene Stück erinnerte an „Go tell it on the mountain“ und nahm das Publikum mit in den Bereich von Jazz und Gospel. So heiter-vergnügte Stücke hätten gern mehr auf dem Programm stehen können.


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