Kultusminister erfüllt Innungswunsch Neue Straßenbau-Azubis künftig zur BBS am Westerberg

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Die Straßenbauunternehmen in der Region – hier die Dallmann-Mitarbeiter Alexander Miel (r.) und Eike Radtke bei einer Gerätewartung in der Werkstatt in Bramsche – dürften sich über die jüngste Minister-Ankündigung freuen. Foto: Marcus AlwesDie Straßenbauunternehmen in der Region – hier die Dallmann-Mitarbeiter Alexander Miel (r.) und Eike Radtke bei einer Gerätewartung in der Werkstatt in Bramsche – dürften sich über die jüngste Minister-Ankündigung freuen. Foto: Marcus Alwes

Bramsche. Grünes Licht vom Minister: Junge Menschen, die künftig in der Region Bramsche eine Ausbildung als Straßenbauer beginnen, können ab dem 1. August die Berufsschule am Westerberg besuchen – und müssen dafür vorläufig nicht mehr bis vor die Tore von Cuxhaven reisen.

Das Schreiben aus dem Büro des niedersächsischen Kultusministers Grant Hendrik Tonne (SPD) aus Hannover an den Wallenhorster Landtagsabgeordneten Guido Pott (SPD) ist eindeutig: „Nach eingehender und gründlicher Prüfung hat Herr Minister Tonne entschieden, das langjährige Anliegen der Straßenbauer-Innung Osnabrück-Emsland auf Einrichtung eines weiteren Beschulungsstandortes in Osnabrück zu befürworten und im Rahmen eines Innovationsvorhabens zu erproben“, heißt es in dem Papier.

Die Fachfirmen in der Region an Ems und Hase – darunter auch das Unternehmen Dallmann aus Bramsche – wird es freuen. Denn die ganz neuen Auszubildenden aus den diversen Straßenbaufirmen müssen somit ab dem Schuljahr 2018/2019 nicht mehr zum Berufsschulunterricht ins rund 240 km entfernte Cadenberge (zwischen Cuxhaven und Stade gelegen) reisen. Sie werden bereits ab dem 1. August und ab ihrem ersten Lehrjahr am Westerberg in Osnabrück beschult.

Nicht mehr in Cadenberge: Erprobung bis 2021

„Zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Beschulung und zur Gewährleistung einer stabilen Unterrichtsversorgung wird eine Mindestschülerzahl von größer als 14 in jedem Ausbildungsjahrgang vorausgesetzt“, heißt es in der Mitteilung aus dem Ministerbüro an den Landtagsabgeordneten Guido Pott weiter: „Sollte die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in diesem Bildungsgang nicht den Erwartungen entsprechen, läuft die Beschulung am Standort Osnabrück aus und wird ab dem 1. August 2021 wieder in die Landesfachklasse nach Cadenberge verlagert.“

Doch dass dieser anstehende Probelauf misslingen könnte, gilt in der Bau-Branche als eher unwahrscheinlich, denn allein schon das Unternehmen Dallmann aus Bramsche stellt in diesem Sommer zwölf Auszubildende neu als Straßenbauer ein. Die entsprechenden Lehrlinge aus anderen Betrieben in der Region Osnabrück-Emsland (zum Beispiel Bernsen, Clausing, Dieckmann, Völkmann, Unverfehrt oder Aubreville & Kirchhoff) kommen hinzu.

„Wir bemühen uns schon lange, unseren Auszubildenden eine wohnortnahe Beschulung anbieten zu können. Und wir freuen uns umso mehr, dass es jetzt schon zu diesem Ausbildungsjahr klappt“, stellt Dallmann-Geschäftsführer Thorsten Goerke in einer ersten Reaktion auf die Ankündigung des Ministers heraus. Der Ausbildungsstandort Osnabrück mit „seiner sehr guten überbetrieblichen Ausbildung bei der Handwerkskammer“, so Goerke, werde somit „weiter gestärkt“.

Dallmann-Geschäftsführer Goerke: Soziale Bindung wichtig

Der Geschäftsführer selbst hatte unlängst einen Besuch von Kultusminister Tonne an der Gesamtschule in Bramsche dazu genutzt, um diesem noch einmal eindringlich das gemeinsame Anliegen diverser Straßenbauunternehmen vorzutragen.

Goerke betont aber auch ausdrücklich einen weiteren wichtigen Aspekt beim Werben um einen Berufsschulstandort nahe der jeweiligen Ausbildungsunternehmen. „Die Abbruchquote der Auszubildenden wird verringert, weil wir als Betrieb näher am Auszubildenden sind und Hilfestellung anbieten können. Die soziale Bindung an das Unternehmen wird gestärkt“, unterstreicht der Diplom-Wirtschaftsingenieur.

Auch der Wallenhorster Abgeordnete Pott zeigt sich erfreut über die Nachricht des Kultusministers. „Für die Auszubildenden der heimischen Betriebe wird eine wohnortnahe Beschulung sichergestellt und damit verbunden die Ausbildung zum Straßenbauer für junge Menschen in unserer Region noch attraktiver“, teilt der Parlamentarier in einer Stellungnahme mit. In dem Innovationsvorhaben sieht MdL Pott „ein klares Bekenntnis zu einem vielfältigen Angebot in der dualen Ausbildung auch in der Fläche“.

Gerade Letzteres wolle man festigen, hieß es zuletzt auch aus dem Kultusministerium in Hannover. Das Ziel der rot-schwarzen Landesregierung, „ein möglichst differenziertes, regionales Berufsschulangebot vorzuhalten“, wird in dem Schreiben an den Abgeordneten ausdrücklich erwähnt.

Auch in Osnabrück künftig im Blockunterricht

Die neuen Berufsschüler und angehenden Straßenbauer selbst werden übrigens auch an der Stüvestraße am Westerberg in Osnabrück im Blockunterricht beschult – so wie es ebenfalls in Cadenberge üblich ist. „Das begrüßen wir sehr, da auf diesem Weg eine Integration in die Bau-Kolonne viel besser funktioniert und der Auszubildende nicht ständig aus dem laufenden Arbeitsprozess gerissen wird“, sagt Dallmann-Geschäftsführer Goerke.


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