Stressphase Sommerferien Bauarbeiter haben viel zu tun an Bramsches Schulen

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Bramsche. Die Sommerferien 2018 sind für Leo Mantke vom Gebäudemanagement der Stadt Bramsche eine der arbeitsreichsten Phasen des Jahres. Sanierungsarbeiten an Schulen müssen schwerpunktmäßig in diesen sechs Wochen erledigt werden. Eine Rundreise.

Werner Lübbe vom gleichnamigen Heseper Bauunternehmen lacht: „Hier arbeitet der Chef noch selbst“. Dann greift er wieder zum Werkzeug, um die Reste der alten Wände in der Heseper Grundschule weg zu stemmen. Handwerker sind rar in der heutigen Zeit. Die Ferien machen es nicht einfacher. Die Grundschule Hesepe ist nur eine der zahlreichen Baustellen, die die Mitarbeiter des städtischen Gebäudemanagements in diesen Wochen zu betreuen haben. Leo Mantke ist offenbar mit allen Bauhandwerkern per du. Der Draht zwischen Bauverwaltung und zumindest den Handwerkern aus der Region ist kurz.

In Hesepe wandert das Büro von Schulleitung und Sekretärin dorthin, wo bislang die Bücherei untergebracht war. Die üblichen Sanierungsarbeiten stehen an, ein neuer Verteilerkasten wird installiert, Putz- und anschließend Malerarbeiten sind geplant, der Sanitärbereich wird renoviert. Die meisten Wände strahlen noch in Gelbtönen, die in den 1990er Jahren angesagt waren. Neu gestrichen wird in aktuellen Graunuancen. Die Möbel sind abgedeckt, in einem ehemaligen Klassenraum hält der „letzte Bauarbeiter“, wie einer der Leute vom Bau flachst, Wache - ein Skelett, an dem die Schüler lernen konnten, wo im Körper welcher Knochen welche Funktion hat. Die Schädeldecke ist irgendwann abhanden gekommen.

Ewige Baustelle Grundschule Engter

Weiter geht es nach Engter - wo Grundschule und Kindergarten in den letzten Jahren einer ewigen Baustelle gleichen. Zunächst machten der Verwaltungsbereich und einige Klassenräume der früheren Hauptschule einer zweiten Kita Platz, Verwaltung und Mensa zogen in den Grundschulbereich. In diesem Jahr ist die Turnhalle dran, die eine, wie es im Fachjargon heißt „ballwurfsichere Akustikdecke“erhält. Zudem werden die Umkleidebereiche entkernt und saniert. Noch eine gute Nachricht übrigens für die Sportler in Engter: Auch im Umkleidegebiete der Vereinsanlage Schüttenheide des TuS Engter werden Heizungsanlage und Duschen erneuert. Aber zurück zur Grundschule: „Wir machen das so Stück für Stück. Es ist immer etwas zu tun“, sagt Mantke. Im nächsten Jahr ist wieder die Turnhalle, dann aber der Boden, dran.

Sonnenschutz für den Ganztagsbetrieb

Eingerüstet ist an der Grundschule in Engter außerdem die Westseite des Schulgebäudes, die mit einer Alu-Vorhangfassade aufgerüstet wird. Im Zuge dieser Arbeiten werden neue Fenster eingebaut und mit Sonnenschutz versehen. Der Ganztagsbetrieb macht den Sonnenschutz auch in den Nachmittagsstunden nötig. Aus Gründen der Energieersparnis bekommen die Fenster zudem eine zentral gesteuerte Oberlichtlüftung, die zwar ausreichend Frischluft ins Gebäude lässt, gleichzeitig aber verhindert, dass Fenster versehentlich über Nacht offen bleiben. „Die Messlatte für Sicherheit und Nachhaltigkeit wird schon sehr hoch gelegt“, sagt Mantke.

Turnhalle Epe „einfach dran“

„Einfach dran“ war auch die Turnhalle in Epe, wo die Hallendecke mit einem Prallschutz mit integrierter Flächenheizung ausgestattet wird , einer Art „Fußbodenheizung für Wände“ oder eben Decken, wie der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, Christian Müller, erläutert. „Im Prinzip haben alle Hallen einen Sanierungsbedarf. Sie sind alle fast zur gleichen Zeit gebaut worden und kommen jetzt einfach in die Jahre“. Gearbeitet wird auch im Verwaltungstrakt, nachdem im Vorjahr die Klassenräume in Epe renoviert wurden.

Zäune gegen Vandalismus

Die Baustellentour führt weiter ins Bramscher Stadtgebiet. An der Grundschule Im Sande sind nahezu alle Freiflächen und Unterstände mit über mannshohen grünen Drahtzäunen eingefasst. Probleme mit Vandalismus, Müll, Glasscherben machten diese unschönen Maßnahmen nötig, berichtet Mantke. „Wir wollen das auch nicht, aber was soll man machen“, sagt er, Resignation in der Stimme.

Die Fassade des Schulgebäudes ist eingerüstet. Die Fassaden bekommen eine bessere Wärmedämmung. Bei vier Klassenräumen entfernen Arbeiter die kompletten Raumdecken und die Dacheindeckung im Traufbereich. Immer wieder war im Winter Tauwasser ins Gebäude gedrungen.

Blaue Planen an der Meyerhofschule

Blaue Planen verdecken an der Meyerhofschule die Gerüste. Am Altbau aus dem Jahr 1911 bröckelt die Farbe der verputzten Bauteile, an anderen Stellen bröckelt der Putz. An etlichen Stellen sind die Fugen ausbesserungsbedürftig. Besonders an der Westseite, der „Schlag-Seite“ dringt Feuchtigkeit in die Risse ein.

Bald kommen die Container

Am Haupt- und Realschulgebäude an der Heinrichstraße wirft der Neubau des Erweiterungstraktes seine Schatten voraus. Bevor die Baumaschinen anrollen, müssen noch Räume im Bestandsgebäude saniert werden. In den Ferien allein ist das nicht zu schaffen. Bald werden hier Container als Übergangslösung aufgestellt.

„Der letzte Bauarbeiter“ wacht zwischen abgedeckten Schreibtischen und Schränken.

Ob alle Arbeiten bis zum Schulstart am 9. August abgeschlossen sind? Leo Mantke hofft es, aber mit einer guten Portion Skepsis. Es muss nur ein Handwerker ausfallen, dann fällt das filigrane Planungsszenario in sich zusammen. Bei Schulräumen ist das schlecht, bei Sporthallen noch zu überbrücken. „Dann ist eben einfach mal Sport draußen“.


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