Reisegruppe in Polen 25 Bramscher zu Gast in Partnerstadt Biskupiec

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25 Bramscher besuchten die polnische Partnerstadt Biskupiec und besichtigten auch die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung wie das Kloster Heilsberg. Foto: Verein für Städtepartnerschaften25 Bramscher besuchten die polnische Partnerstadt Biskupiec und besichtigten auch die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung wie das Kloster Heilsberg. Foto: Verein für Städtepartnerschaften

Bramsche. Im Rahmen einer Bürgerreise haben 25 Bramscher die polnische Partnerstadt Biskupiec, aber auch die Hauptstadt Warschau und die Provinzhauptstadt Olsztyn (früher Allenstein) besucht. Organisiert wurde die Fahrt von der Polen-Sektion des Bramscher Vereins für Städtepartnerschaften.

Rund 2800 Kilometer legten die Reiseteilnehmer insgesamt mit dem Bus zurück, erzählten nach der Rückkehr Robert Bresch und Siegbert Strunk, die das Programm verantwortlich zusammengestellt hatten. Bresch und Strunk sind ebenso wie Jürgen Mönkediek immer wieder dabei, wenn sich Delegationen aus der Tuchmacherstadt auf den Weg in das östliche Nachbarland machen. Und damit sprechen die beiden Senioren auch schon ein Problem an, dass sich im Bereich der Partnerschaften immer häufiger zeigt. „Wir brauchen dringend Nachwuchs, sowohl bei den Organisatoren als auch bei den Mitreisenden.“ Besonders schwer falle es derzeit, in Bramsche Jugendliche für einen Austausch zu gewinnen. „Wenn wir eine Fahrt ausschreiben, melden sich in Polen bestimmt 200 Leute, bei uns aber niemand“, sieht er ein frustrierendes Fazit.

Die rührigen Bramscher Organisatoren („wir sind schließlich alle über 70“) ließen sich von diesen Sorgen allerdings nicht davon abhalten, ein attraktives Reiseprogramm auf die Beine zu stellen. Erste Station war in diesem Jahr Warschau, wo Janusz Tycner, früherer „Zeit“-Jounalist und Mitarbeiter der früheren „Zeit“-Herausgeberin Marion Gräfin Döhnhoff, die Reisegruppe durch seine Landeshauptstadt führte. „Eine beeindruckende und kenntnisreiche Persönlichkeit“, erinnert sich Bresch an Tycners Erläuterungen zum ehemaligen Ghetto-Gelände und zum Denkmal des Aufstandes im Warschauer Ghetto, wo eine Gedenktafel an den Kniefall Willy Brandts vor den Opfern des Holocausts erinnert.

Auch der Besuch in der Stanislaw-Kostka-Kirche hinterließ durch die Erläuterungen des Journalisten Tycner zur Rolle der katholischen Kirche in Polen und besonders während des antikommunistischen Widerstandes bleibende Eindrücke, die über eine normale Stadtführung weit hinausgingen. Gleiches gilt für den Besuch des Museums des Warschauer Aufstandes von 1944.

Politische Fragen diskutiert

Nach dem Besuch in Warschau ging es weiter nach Masuren und dort in die Partnerstadt Biskupiec, die die Besucher, wie Bresch und Strunk berichten, mit in jüngster Zeit gut ausgebauten Straßen und Plätzen und großen Blumenbeeten empfing. „Sehr viele Projekte sind in Biskupiec mit Geldern der EU verwirklicht worden“, berichtet Strunk. Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahren seien politische Fragen viel häufiger ein Thema gewesen im Gespräch mit den polnischen Gastgebern. „In Biskupiec haben viele Menschen Angst vor einem zunehmenden Nationalismus “. Man fürchte, dass auch noch die Grenze zu Deutschland geschlossen werde, genau wie zuvor schon die zu Russland. „Mehrheitlich sind die Menschen wirklich für gute Kontakte zu Deutschland“, hat es Bresch erlebt.

Neben den touristischen Unternehmungen wie einem Besuch in Nikolaiken, im Kloster Heilsberg oder der weithin bekannten Kirche Heilige Linde, einem Besuch in der Kreisstadt Allenstein und einer Rundfahrt über die masurischen Seen, traf die Reisegruppe auch zu Informationsveranstaltungen und lockeren Runden mit den polnischen Gastgebern zusammen. Beeindruckt waren die Bramscher besonders von der Ansiedlung des österreichischen Holzunternehmens Egger, die Biskupiec 200 neue Arbeitsplätze brachte, „sehr gut bezahlte“, wie Bresch sagt. Der Arbeitslohn sei in etwa doppelt so hoch wie bei polnischen Betrieben. „Polen hat große Fortschritte gemacht“, so fassen die beiden Organisatoren zusammen.


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