Arbeiten möglichst im Hintergrund Alfsee: Arbeiten, während andere Urlaub machen

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Sommer, Sonne, Strand und Meer - oder See: Zahlreiche Menschen fahren für einen (Kurz-) Urlaub an den Alfsee. Damit sie eine schöne Zeit haben, muss im Hintergrund viel gearbeitet werden. Foto: Nadine GrunewaldSommer, Sonne, Strand und Meer - oder See: Zahlreiche Menschen fahren für einen (Kurz-) Urlaub an den Alfsee. Damit sie eine schöne Zeit haben, muss im Hintergrund viel gearbeitet werden. Foto: Nadine Grunewald

Rieste. Knapp 3000 Gäste sind in der Hochsaison täglich am Alfsee in Rieste. Zahlreiche Mitarbeiter sorgen im Hintergrund dafür, dass diese dort ihren Urlaub genießen können. Doch was wird in dem Ferien- und Erlebnispark alles gemacht, damit die Touristen sich dort wohlfühlen?

Für die erste Schicht geht es bereits los, während sich die Urlauber noch einmal im Schlaf umdrehen: Um vier Uhr in der Früh beginnen die Mitarbeiter mit der Reinigung der Sanitärgebäude auf dem etwa 16 Hektar großen Gelände der Alfsee GmbH. Denn die müssen fertig sein, wenn die ersten Gäste sie morgens benutzen wollen.„Wir machen alles so, dass die Gäste möglichst nichts mitbekommen”, erklärt Julia Staarmann vom Alfsee Ferien- und Erlebnispark. 

Im Hotel wird erst ab halb zehn geputzt, denn schließlich schlafen viele Gäste im Urlaub etwas länger. Jetzt ist es kurz nach zehn. Auf den Hotelfluren stehen Wagen mit Putzmitteln und frischen Handtüchern. Während draußen die ersten Feriengäste die Sonne genießen, erledigt eine Reinigungskraft gerade die letzten Handgriffe in einem Zimmer, in das später am Tag neue Gäste einziehen werden. 

30 Minuten hat sie laut Staarmann für die Zimmerreinigung Zeit. Ihre Kollegin, die weiter hinten auf dem Flur ein noch bewohntes Zimmer auf Vordermann bringt, muss das in 15 Minuten schaffen. „Das sind alles standardisierte Abläufe”, sagt Staarmann. 

Doch nicht immer läuft alles nach Schema F. Denn einige Urlauber haben auch Extrawünsche. „Die einen wollen ein extra Kopfkissen haben, andere möchten keinen Service, weil sie ihre Ruhe haben wollen. Die Gäste glücklich zu machen und ihre Anforderungen zu erfüllen, ist das schwierigste. Aber was realisierbar ist, versuchen wir umzusetzen”, sagt Staarmann. 

Urlauber und Geschäftsreisende

Noch ist es ruhig am Alfsee. Hier und da spielen ein paar Kinder, Erwachsene sitzen in der Sonne und der ein oder andere geht bereits Richtung Wasserskianlage. „Heute ist ein ruhiger Tag”, sagt Staarmann. In der Hochsaison seien pro Tag an die 3000 Gäste am Alfsee, im Jahr seien es durchschnittlich 177.000 Übernachtungen. „Ein Großteil unserer Gäste kommt aus Nordrhein-Westfalen.” Auch aus anderen Teilen Deutschlands und zum Teil sogar aus den Niederlanden oder Skandinavien kämen Urlauber zum Ferienpark nach Rieste. Niedersachsen hingegen kämen hauptsächlich für ein Wochenende. 

Während im Hotel neben Urlaubern auch Tagungs- oder Geschäftsreisende nächtigten, seien auf den Campingplätzen und in den Mietunterkünften ausschließlich Urlaubsgäste zu finden. „Es kommen hauptsächlich Familien, aber auch Paare und außerhalb der Ferien auch Schulklassen. Im Schnitt sind unsere Gäste zwischen 30 und 70 Jahre alt.”

Beschäftigung für die Kinder

Auch bei Ati ist an diesem Tag noch nicht viel los. Der 47-Jährige ist hauptberuflich Clown. Seit über zehn Jahren arbeitet er als Animateur am Alfsee. „Bei 30 Grad sind wir nicht so gefragt, eher bei schlechtem Wetter”, sagt Ati. Dann aber müsse sein Team manchmal 90 Kinder beschäftigen. Kein Problem für den Animateur, dem es gefällt, Spiele vorzubereiten oder sich neue auszudenken. 

Zwischen drei und 14 Jahre alt sind die Kinder, die das Angebot der Animation nutzten. Einige Eltern sähen ihren Nachwuchs im Urlaub kaum, weil diese gleich nach dem Aufstehen zu Ati und dessen Kollegen gehen wollen. Hotels und Ferienanlagen im Fünf-Sterne-Bereich bräuchten eine Animation und viele Familien kämen extra deswegen zum Alfsee. „Wir versuchen immer auch, etwas Besonderes einzubauen. So wie die Riesen-Wasserbomben-Schlacht einmal im Jahr”, sagt Ati. 

Derzeit wird ein zweites Team aufgebaut, das künftig im Germanenland im Einsatz sein soll. „Da soll alles zum Thema passen, während hier alles möglichst verrückt und bunt sein soll”, sagt er und schiebt hinterher: „Man muss schon etwas verrückt sein für den Job. Nur wenn man selber Spaß daran hat, springt der Funke über.”

Arbeiten im Germanenland

Noch aber ist das Germanenland nicht fertig. Um die Gäste nicht zu stören, werden größere Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten normalerweise außerhalb der Saison und vor langen Wochenenden erledigt. Doch am künftigen Veranstaltungshaus schwitzen auch jetzt Bauarbeiter in der Sonne, während eine Familie ein Stück weiter am Ufer des Sees ihre Füße ins Wasser hält. 

Das Großprojekt soll fertig werden. Daran arbeitet auch Rafal Läszkowski, der Chef des Bauhofs. Mit seinem Golfmobil ist er gerade von einem anderen Einsatzort zum Labyrinth im Germanendorf gefahren und versucht, Jutestoff an einem Gitter anzubringen, das die Wege voneinander trennt. Bis die Pflanzen hoch genug gewachsen sind, dient der Stoff als Sichtschutz. 

Läszkowskis Arbeit ist vielseitig. Er muss immer dahin, wo er gebraucht wird. „Morgens sammeln wir erst den Müll ein und leeren die Container. Dann muss immer mal was im Hotel, in der Sauna, dem Restaurant oder dem Germanendorf repariert werden”, erklärt er. „Manchmal ist es etwas stressig, wenn viel auf einmal zu tun ist.” Weil gerade sehr viele neue Pflanzen eingesetzt worden seien, seien zwei Mitarbeiter abends vier Stunden lang mit dem Gießen beschäftigt.

Wasserski immer noch im Trend

Mit Wasser zu tun hat auch Axel Torbecke. Der 51-Jährige hat 1997 die Wasserskianlage am Alfsee übernommen, die von zahlreichen Urlaubsgästen genutzt wird. Etwa 30.000 Menschen sind es laut Torbecke jährlich. Auch jetzt drehen einige ihre Runden auf dem Wasser. 

„Mittlerweile kommen von außerhalb mehr Gäste als Urlauber”, sagt Torbecke, der selbst seit 37 Jahren Wasserski fährt. Der Sport sei immer noch im Trend. Hinter der Anlage liegt der Badestrand. Für die Beachbar, das Restaurant, den Verleih, die Skilifte und die Badeaufsicht bräuchte Torbecke in der Hochsaison eigentlich rund 70 Mitarbeiter. „So viele finde ich gar nicht. Ich habe an Spitzentagen um die 45 hier.” Also müsse es auch so gehen – möglichst, ohne dass Gäste und Urlauber etwas merken.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN