Änderung zum 1. August 2018 Tiergesundheitszentrum Grußendorf stellt 24-Stundendienst ein

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An der eigentlichen Arbeit, Tieren und ihren Besitzern zu helfen, werde sich nichts ändern, betont Tierarzt und Inhaber des Tiergesundheitszentrums Carsten Grußendorf. Foto: Eva VoßAn der eigentlichen Arbeit, Tieren und ihren Besitzern zu helfen, werde sich nichts ändern, betont Tierarzt und Inhaber des Tiergesundheitszentrums Carsten Grußendorf. Foto: Eva Voß

Bramsche. Das Tiergesundheitszentrum Grußendorf im Bramscher Ortsteil Pente stellt zum 1. August seinen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst ein. Die Gründe dafür sind vielschichtig, wie Carsten Grußendorf im Gespräch mit unserer Redaktion darlegt. "Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht und sie nach reiflicher Überlegung getroffen", sagt der Tierarzt.

Die tierärztliche Klinik Grußendorf wird ab dem 1. August ihren Klinikstatus aufgeben. Das bedeutet, dass dort kein 24-Stundendienst mehr bereitgehalten wird. Notfälle müssen sich dann an den jeweils zuständigen tierärztlichen Bereitschaftsnotdienst wenden oder eine andere tierärztliche Klinik in der Umgebung aufsuchen. "Stationäre Patienten werden natürlich weiterhin von uns bestens betreut und versorgt", sagt Carsten Grußendorf, Tierarzt und Inhaber des TGZ. Ab dem kommenden Monat werde die Praxis von montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr erreichbar sein. An Wochenenden und Feiertagen werde das Telefon von 10 bis 18 Uhr besetzt sein.

Anforderungen haben sich verändert

Die Gründe für die Entscheidung, den 24-Stundendienst einzustellen sind laut Carsten Grußendorf vielschichtig. Ein wichtiger Grund sei aber, dass es vor dem Hintergrund der Arbeitszeitgesetze schwierig geworden sei, die Anforderungen und Erwartungen der Kunden auch nachts noch zu erfüllen. "Vor 30 Jahren war es ganz klar, dass ein Tierarzt einfach immer im Dienst war", sagt der Tierarzt. Mittlerweile hätten sich jedoch die Zeiten auch in seiner Zunft geändert. „Als Arbeitgeber habe ich eine Fürsorgepflicht den jungen Kollegen gegenüber, denen auch eine angemessene Freizeit zu steht.“ Zudem würde inzwischen auch strenger auf die Einhaltung der Arbeitszeitgesetze sowie der entsprechenden Ruhezeiten geachtet. "Das ist auch alles richtig so und ich habe vollstes Verständnis dafür. Es stellt uns allerdings vor große Schwierigkeiten", erklärt Grußendorf. So stehe etwa ein Tierarzt, der Nachtdienst hatte, am nächsten Tag nicht für die Patienten zur Verfügung. Um den 48-stündigen Wochenenddienst zu besetzen, würden insgesamt sechs Tierärzte benötigt, die dafür ebenfalls wochentags Anspruch auf einen Ausgleich hätten. Da aber ein Großteil der angestellten Tierärzte der Klinik auf bestimmte Gebiete spezialisiert seien, führe das dazu, dass wochentags nicht immer das volle Dienstleistungsspektrum angeboten werden könne. Dieser Umstand habe in der Vergangenheit dazu geführt, dass Grußendorf selbst wochentags alle chirurgischen Nachtdienste übernommen habe. Denn als Selbstständiger ist er von den Arbeitszeitgesetzen ausgenommen. 

Nachtkliniken könnten die Zukunft sein

Um das Problem in den Griff zu bekommen, habe sich das TGZ von Arbeitsrechtlern aus der Humanmedizin beraten lassen. "Es hat sich aber schnell herausgestellt, dass wir damit auf dem Holzweg sind, denn für Tiermediziner sind im Gegensatz zu Krankenhausärzten keine Ausnahmen im Arbeitszeitgesetz zulässig", erläutert Grußendorf. Er sieht sich deshalb gezwungen, den Status als tierärztliche Klinik aufzugeben, um weiterhin die gesamte Breite der Dienstleistung mit ihren Spezialgebieten in gewohnter Qualität anbieten zu können. Grußendorf sieht sich mit seiner Entscheidung als Vorreiter auf seinem Gebiet: "Ich glaube, dass unterschiedliche Tag- und Nachtkliniken für Tiere die Zukunft sind. In den USA sind sie bereits üblich."  

Carsten Grußendorf betreibt das Tiergesundheitszentrum Grußendorf im Bramscher Ortsteil Pente in dritter Generation. Die Klinikschilder zeugen von der langen Tradition des Unternehmens.1932 gründete sein Großvater Helmut die Praxis. 1969 übernahm Vater Heinrich die Praxis. Carsten Grußendorf stieg 2001 ins Familienunternehmen ein. Foto: Eva Voß

Seit 1980 war die Praxis Grußendorf, die bereits 1932 von Carsten Grußendorfs Großvater Helmut gegründet wurde, als tierärztliche Klinik zugelassen. Damals wurde sie von Carsten Grußendorfs Vater Heinrich geleitet, der 2008 verstorben ist. "Mein Vater würde diesen Schritt unterstützen, weil sich an unserer eigentlichen Arbeit, Tieren und ihren Besitzern zu helfen, nichts verändern wird und das ist das wichtigste", ist sich Carsten Grußendorf sicher. 


Tierärztliche Kliniken in der Region

An folgende Kliniken* können sich Tierbesitzer in der Region in Notfällen rund um die Uhr wenden: 

  • Tierärztliche Klinik Dr. Börgel/Dr. Markus in Bersenbrück
  • Adresse: Knörlpatt 3, 49593 Bersenbrück
  • Notfallnummer Abteilung Pferde: 05439/92356
  • Notfallnummer Kleintiere: 05439/902255

  • Tierklinik Oldenburg
  • Adresse: Gartenstraße 12 , 26122 Oldenburg
  • Notfallnummer: 0171/8465373
  • Tierärztliche Klinik Ahlen
  • Adresse: Bunsenstraße 20, 59229 Ahlen
  • Notfallnummer: 02382/766700

  • Tierärztliches Zentrum Dr. Berger in Heede
  • Adresse: Am Markt 7, 26892 Heede
  • Notfallnummer: 04963/91140


*Diese Liste hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Falls Ihre Praxis/Klinik in der Auflistung fehlt, schreiben Sie eine Mail an: e.voss@noz.de

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