Blut wird gefiltert In Bramsche neues Verfahren gegen Blutvergiftungen

Stellten das neue Verfahren vor: Gudrun Swafing (Fachkraft Intensiv- und Anästhesiepflege), Chefarzt Dr. Sebastian Ellis, Karin Dahm (Fachkraft Intensiv- und Anästhesiepflege) und Oberarzt Damir Tabakovic (von links). Foto: Daniel Meier/Niels-Stensen-KlinikenStellten das neue Verfahren vor: Gudrun Swafing (Fachkraft Intensiv- und Anästhesiepflege), Chefarzt Dr. Sebastian Ellis, Karin Dahm (Fachkraft Intensiv- und Anästhesiepflege) und Oberarzt Damir Tabakovic (von links). Foto: Daniel Meier/Niels-Stensen-Kliniken

Bramsche. Blutvergiftungen gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Bramscher Niels-Stensen-Kliniken arbeiten jetzt als eines der ersten Häuser in der Region mit einer neuen Methode, die dazu beiträgt, Blutvergiftungen so früh wie möglich zu bekämpfen und Menschenleben zu retten.

„Bis bei einer Blutvergiftung Antibiotika wirken, kann es oft schon zu spät für den Patienten sein“, sagt Dr. Sebastian Ellis, Chefarzt Innere Medizin. Bestimmte Botenstoffe können nun frühzeitig aus dem Blut absorbiert werden. Dadurch werden sogenannte septische Reaktionen des Körpers minimiert und es wird verhindert, dass die Entzündung den kompletten Kreislauf erfasst. „Denn wenn sich die Erreger im gesamten Körper verbreiten, das Immunsystem überreagiert und die Organe ihre Funktion aufgeben, besteht Lebensgefahr“, so der Chefarzt.

In Deutschland erkranken pro Jahr rund 280.000 Patienten an einer Blutvergiftung, jeder vierte Patient verstirbt daran, da Therapien vielfach nicht rechtzeitig wirksam sind. Das neue System könne helfen, dies zu verhindern, ist sich Ellis sicher. Er hat es bereits erfolgreich eingesetzt. Ähnlich wie bei einer Dialyse wird das Blut durch einen Filter geleitet, der körpereigene Botenstoffe, die für die übermäßige Immunreaktion verantwortlich sind, absorbiert. Der Kreislauf stabilisiert sich rascher. Der Absorber wird gemeinsam mit anderen Maßnahmen, wie zum Beispiel der Antibiotikagabe eingesetzt. Ellis: „Er ist damit ein weiterer wichtiger Baustein, der Leben retten kann.“