Fußball-WM: Aus in Russland WM-Fieber war in Bramsche noch gar nicht angekommen

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Bramsche. Aus, aus, die Fußballparty ist aus. Dabei war das WM-Fieber in Bramsche noch gar nicht so richtig angekommen. Die Fans, die im und am Rebano das 0:2 gegen Südkorea verfolgten, nahmen es schicksalsergeben hin.

Beim 0:1 gab es höhnischen Applaus, beim 0:2 gab es zaghafte „Jogi raus“-Rufe. „Deutschland hat verliert“, fasste der kleine Jakob kurz nach Spielschluss das Geschehen völlig richtig zusammen. Und verdient, da waren sich alle einig. In einem Achtelfinale gegen Brasilien, da war sich Jakobs Vater Hermann ganz sicher, „hätten die bestimmt sechs gekriegt.“ Wenn nicht sogar sieben.

Fußball in der Firma

Auch in Bramsche gab es Chefs, die viel Verständnis für die Fußballfans unter ihren Mitarbeitern aufbrachten. Bei der Firma Leiber zum Beispiel wurden eigens Fernseher aufgestellt. Mitunter hatten aber auch die Angestellten Verständnis für ihre Chefs: „Die Damen haben schon gesagt, ich könnte ruhig ins Büro gehen und dort Fußball gucken“, freute sich Michael Gottlieb in seiner Buchhandlung. Und zwei Türen weiter freute sich Uwe Eichmann in seiner Fleischerei über familiären Zusammenhalt: „Meine Mutter ist dann hier, da kann ich ins Rebano und in Ruhe gucken“, blickte er dem Spiel gelassen und erwartungsfroh entgegen. Die Sorge, dass seine Mutter mit der Arbeit nicht fertig würde, hatte er nicht: „Ich denke, das wird heute nachmittag sehr übersichtlich werden“.

Viele unterwegs

Zur Halbzeit war die WM-Stimmung in Bramsche wie die Leistung der deutschen Mannschaft: Da ist noch viel Luft nach oben. Zwar waren die meisten Geschäfte leer, aber in der Fußgängerzone sind doch erstaunlich viele Menschen unterwegs, denen das Geschehen im fernen Kasan offensichtlich völlig egal war.

Richtig Betrieb herrschte aber nur im und am Rebano. In der Kneipe an der Ecke Bahnhofstraße versammelten sich die Fußballfans. Sie verfolgten auf zahlreichen Leinwänden die zähe Partie. Hier war die Körpersprache wie bei den DFB-Kickern: Unbedingter Siegeswille sieht anders aus. Mit zunehmender Spieldauer und vor allem nach den zwei späten Toren wurde es schnell still. Austrinken und zahlen war für die meisten angesagt. Und in den Geschäften wurden zum Ladenschluss schon die ersten Fahnen aus den Schaufenstern geräumt.


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