Vier Termine folgen „Lauschige Nächte“ beim Bramscher Superintendenten

Von Holger Schulze

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Hille und Hans Hentschel laden auch in diesem Jahr wieder zu „Lauschigen Nächten“ mit Büchern und Getränken in den Garten der Bramscher Superintendentur ein. Foto: Holger SchulzeHille und Hans Hentschel laden auch in diesem Jahr wieder zu „Lauschigen Nächten“ mit Büchern und Getränken in den Garten der Bramscher Superintendentur ein. Foto: Holger Schulze

Bramsche. Die erste von insgesamt fünf „Lauschigen Nächten“ mit Büchern und Getränken hat am Dienstagabend im Garten der Bramscher Superintendentur stattgefunden.

Nachdem die Weißweinflaschen entkorkt und die Rhabarberschorlen ausgeschenkt waren, begann Superintendent Hans Hentschel mit der Geschichte von einer Mutter, die nach einem bislang sehr sparsamen Lebenswandel urplötzlich eine Kreuzfahrt gebucht hatte, obwohl sie bereits im Jahr davor auf eine teure Safari gegangen war. Verschwendungssucht nach dem Tod des Mannes oder Durchbringen des Erbes befürchteten die Kinder. Der philosophische Schluss der Kurzgeschichte bestand jedoch aus der Erkenntnis: Vielleicht erlebt der Mensch seine Wiedergeburt nicht in einem neuen Leben, sondern in dem, das er gerade lebt.

Hille Hentschel hatte sich bei ihrem ersten Beitrag zur „Lauschigen Nacht“ für einen Text über den globalisierten Handel entschieden. Erdbeeren gegen Landminen im wirtschaftlichen Austausch mit Afrika. Oder Ungeziefer als Mitreisende im Smartphone aus anderen Ländern kamen darin vor. Diese ernst klingend begonnene Geschichte endete jedoch humorvoll.

Überwiegend heitere Geschichten

Heiterkeit war auch ganz überwiegend der übergeordnete Inhalt der Geschichten, die die Hentschels für ihre rund 40 Zuhörer ausgewählt hatten. So auch die Vorsitzendenwahl im Rat der Tiere, bei der sich natürlich der Löwe als König der Tiere für bestens geeignet hielt. Mitbewerber, wie die arbeitseifrige Ameise, der starke Bär oder der eindrucksvoll heulende Wolf traten ebenfalls mit Selbstlob bei der Wahl an. Chamäleon und Fuchs sowie noch etliche weitere Tiere bewarben sich gleichermaßen um den Vorsitz. Am Ende wurde es der Fisch, der die Fähigkeit besaß, still zuzuhören und gegen den Strom schwimmen zu können.

Nach „Pfirsichbaum“ von Heinrich Böll und der Geschichte von der Raubuhr, eine Erfindung, die einzelne Buchstaben aus dem gesprochenen Wort eines Redenden raubte, und ihn so ziemlich restlos ins unverständliche Stammeln brachte, war auch schon beinahe die Vorlesezeit der ersten lauschigen Nacht um.

Ein Gedicht von Paul Maar, „Kleine Länderkunde“, mit lustigen, weil sinnbefreiten Reimen, beschloss den Abend schließlich, der jedoch nicht ohne das bei diesen Veranstaltungen obligatorische Gutenachtlied vom aufgegangenen Mond enden durfte.

Fortgesetzt werden die „Lauschigen Nächte“ in der Suptur an den ersten vier Dienstagen im Juli jeweils ab 20.30 Uhr.


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