Katrin Grundt verabschiedet Bramscher Lehrerin mit der großen Drehleiter in Ruhestand

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Mit der großen Feuerwehr-Drehleiter ging es für Katrin Grund (hinten links) in die Höhe. Mit dabei waren ein paar mutige Schüler und Kreisjugendfeuerwehrwart Karsten Pösse. Foto: Hildegard Wekenborg-PlackeMit der großen Feuerwehr-Drehleiter ging es für Katrin Grund (hinten links) in die Höhe. Mit dabei waren ein paar mutige Schüler und Kreisjugendfeuerwehrwart Karsten Pösse. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Vor etwas weniger als zwei Jahren feierte Katrin Grundt ihr 45-jähriges Dienstjubiläum als Lehrerin. Am 27. Juni 2018 hieß es für die Pädagogin an der Grundschule im Sande endgültig „Schule ist aus“. Kreisjugendfeuerwehrwart Karsten Pösse holte die Neu-Pensionärin mit der großen Drehleiter von ihrer langjährigen Wirkungsstätte ab.

Ein spektakulärer Abschied - aber der hatte einen guten Grund. Nicht nur dass Grundt „immer viel mit uns zusammen gemacht hat“, wie Pösse formulierte. Nein, der seit Jahren in der Nachwuchsarbeit der Feuerwehr engagierte Bramscher war ehemals selbst Schüler von Katrin Grundt. „Außerdem ist Brandschutzerziehung Thema in der Klasse 3, und da haben wir immer viel und guten Kontakt mit Frau Grundt gehabt.“, lobte Pösse seine alte Lehrerin.

Grundt selbst war völlig ahnungslos, als Schulleiter Klaus Feldkamp und ein paar Kolleginnen sie nach dem Ende des Unterrichts zur Rückseite des Gebäudes lotsten. „Ich habe wirklich überhaupt nicht mitgekriegt, versichert die 65-Jährige. „Offenbar haben meine Kollegen und die Feuerwehr alles über Whatsapp organisiert. Dabei hatte ich eigentlich gesagt, dass ich keine große Verabschiedung will. Ich hatte Angst, dass ich anfange zu heulen, und ich wollte die Schule doch lachend verlassen.“.

Dafür, dass das auch gelang, sorgten Pösse, Feldkamp und etliche Kollegen, Eltern, ehemalige und jetzige Schüler. Pösse hatte die große Drehleiter bereits einstiegsbereit auf dem Rasen postiert. Dann ging es für Katrin Grundt gemeinsam mit einigen mutige Schülern und Pösse ab in luftige Höhen. Angst zeigte Grundt dabei keinen Moment. Vielmehr winkte sie freundlich lachend allen Untengebliebenen zu.

41 Jahre hat Grundt allein an der Grundschule im Sande unterrichtet. In den Schuldienst trat sie jedoch bereits am 1. 2. 1975 ein. Eine lange Zeit, die aber eigentlich ziemlich unspektakulär verlaufen sei, überlegt sie. „Schule ist mein Hobby. Wegen der Kinder komme ich jeden Tag gerne her“, hatte die Pädagogin bei der Feier ihres Dienstjubiläums gesagt und das sieht sie immer noch so. „Ich bin einfach immer gern hingegangen und ich habe eigentlich auch nie eine lange Pause gemacht“. Auch nach der Geburt ihrer Kinder setzte sie nur kurz aus.

Mit dem Schuldienst ist es jetzt vorbei. Katrin Grundt freut sich, in Zukunft endlich einmal richtig lange schlafen zu können. Große Pläne? Nein, die habe sie eigentlich nicht. „Ich werde in ein paar Tagen wieder Großmutter, und dann sehen wir weiter“, meint sie gelassen. Angst vor dem „großen Loch“ hat sie nicht.

Bevor aber der erste Tag die ganz großen Ferien anbrachen, war noch einmal Pösse am Zug. Mit der großen Drehleiter und kurzfristig sogar mit Blaulicht und Martinshorn ging es vom Schulhof zum Hasesee, wo noch ein bisschen gefeiert wurde.


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