Verwaltung skeptisch CDU und Grüne starten Fahrrad-Offensive in Bramsche

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Eine „Buckelpiste“ ist nach Ansicht von Marius Thye der Radweg am Lutterdamm durch die vielen Absenkungen. Ideale Radwege verliefen auf einem Höhenniveau, das kreuzende Fahrzeuge überqueren müssten. Foto: Heiner BeinkeEine „Buckelpiste“ ist nach Ansicht von Marius Thye der Radweg am Lutterdamm durch die vielen Absenkungen. Ideale Radwege verliefen auf einem Höhenniveau, das kreuzende Fahrzeuge überqueren müssten. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. CDU und Bündnis 90/Grüne wollen eine Fahrrad-Offensive im Bramscher Stadtrat anschieben. Radwege sollen künftig möglichst breit und vor allem ohne Absenkungen ausgebaut werden. Die anderen Parteien und die Stadtverwaltung reagieren zunächst einmal skeptisch.

Einen entsprechenden Antrag hat Marius Thye (Bündnis 90/Grüne) als begeisterter Radfahrer formuliert, mit dem ausdrücklichen Wunsch, dass sich auch die Vertreter der anderen Parteien an der Initiative beteiligen beziehungsweise ihre Wünsche für den Fahrradverkehr mit einbringen können. Als Erste reagiert hat die CDU-Fraktion. „Wir hoffen, mit der gemeinsamen Initiative unserer Fraktionen eine Fahrrad-Offensive im Stadtrat anzustoßen“, sagte dazu CDU-Ratsfrau Imke Märkl.

Hochbordradwege

Unter anderem fordern die Fraktionen, bei Neubau oder Erneuerung von Straßen und Radwegen sogenannte „Hochbordradwege“ anzulegen. Das bedeutet, dass der Radweg weder für Grundstückseinfahrten noch für Kreuzungen mit untergeordneten Seitensreifen abgesenkt wird.

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Um zu erläutern, was damit erreicht werden soll, nimmt Marius Thye den Lutterdamm als Beispiel: Als Radfahrer, der hier im zügigen Tempo unterwegs ist, müsse er immer wieder Erschütterungen durch die vielen Absenkungen entlang der Strecke ausgleichen. „Das ist eine richtige Buckelpiste“, meint er. Würde statt dessen der Radweg auf dem immer gleichen Niveau geführt, erhöhe das den Fahrkomfort und zugleich die Sicherheit, weil Autofahrer durch as Hochbord, das sie passieren müssen, noch einmal besonders auf Radfahrer aufmerksam gemacht werden. „Höhere Sicherheit und mehr Fahrkomfort führen dazu, dass mehr Menschen das gesunde Verkehrsmittel Fahrrad nutzen“, heißt es in dem Antrag.

Gleichberechtigung

Thye stellt klar, dass er diesen Standard nur bei neuen Wegen angewandt wissen will. Das gemeinsame Ziel von Grünen und CDU: „Das Fahrrad soll in Bramsche als Verkehrsmittel gleichberechtigt sein zum Auto“. Um das zu erreichen, müssten Radfahrer auch die Möglichkeit haben, „Kreisel wie Pkw zu durchfahren und die effizientesten Routen benutzen zu können.“

Bramsche mit den geringen Entfernungen zwischen den einzelnen Ortsteilen biete „grundsätzlich gute Voraussetzungen für die Entwicklung des Fahrradverkehrs,“ glauben Thye und Märkl. Durch die immer beliebter werdenden E-Bikes werde das Thema künftig noch verstärkt, sind die beiden überzeugt. Die Förderung des Radfahrens biete viele positive Effekte. Für Thye sollten deshalb Radfahrer und Fußgänger Vorrang vor dem Autoverkehr haben.

Eine politische Diskussion über diese Offensive steht noch aus. Die Stadtverwaltung spricht sich in einer ersten Stellungnahme gegen den Antrag aus. Da in der Regel die erforderlichen Breiten für die Nebenanlagen nicht eingehalten werden könnten, könne der Vorschlag „kaum in die Praxis umgesetzt werden.“ Zudem treffe der Antrag in erster Linie andere Straßenbaulastträger wie Kreis, Land oder Bund, auf deren Entscheidung die Stadt nur geringen Einfluss hat. Außerdem weist die Verwaltung darauf hin, dass der Verkehrsentwicklungsplan die flächendeckende Ausweisung von Tempo-30-Zonen im Stadtgebiet vorsehe. Dort würden Radfahrer auf der Fahrbahn bleiben.


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