Wiese am Klärwerk vorgeschlagen Dritter Versuch für Hundefreilauf in Bramsche

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Hinter dem Klärwerk liegt die Fläche, die die Stadt Bramsche nun für einen Hundefreilauf vorgeschlagen hat. Foto: Heiner BeinkeHinter dem Klärwerk liegt die Fläche, die die Stadt Bramsche nun für einen Hundefreilauf vorgeschlagen hat. Foto: Heiner Beinke

Bramsche. Die Stadt Bramsche unterbreitet einen neuen Vorschlag für eine Freilauffläche für Hunde: Ein Grundstück hinter dem Klärwerk an der Maschstraße soll dafür hergerichtet werden. Im August soll sich der Ortsrat Bramsche mit dem Thema befassen.

Die Fläche gehört zum Gelände des Abwasserbeseitigungsbetriebes der Stadt Bramsche. Deshalb hat Bürgermeister Heiner Pahlmann diesen Vorschlag auch zuerst im Betriebsausschuss unterbreitet. Ein etwa 3000 Quadratmeter großes Areal hinter dem Klärwerk könne hier zur Verfügung gestellt werden. Es gebe am Rande auch Parkplätze, meinte der Bürgermeister. Im Haushalt 2018 der Stadt Bramsche gibt es einen Ansatz von 17.000 Euro, der für die erforderliche Einzäunung ausreichend sei, meinte Pahlmann.

Thema im Ortsrat Bramsche

Nach den Vorstellungen des Bürgermeisters soll dieser Vorschlag am 13. August in der nächsten Sitzung des Ortsrates Bramsche diskutiert werden. Das aber fand Ortsratsfrau Annette Staas-Niemeyer (FDP) nicht richtig. Sie erinnerte daran, dass der Stadtrat eine Bürgerversammlung zum Thema Hundefreilauf beziehungsweise zeitweise Aufhebung des Leinenzwangs an bestimmten Orten angeregt habe. Aus vielen Gesprächen mit Hundehaltern habe sie herausgehört, dass denen beispielsweise eine stundenweise Aufhebung des Leinenzwangs am Hasesee lieber wäre als ein eingezäuntes Gelände von begrenzter Größe.

Leinenzwang bleibt

„Das kriegen wir dann doch nie geregelt“, äußerte Bürgermeister Heiner Pahlmann erhebliche Zweifel an der praktischen Durchsetzbarkeit einer solchen zeitlich befristeten Regelung. Er plädierte dafür, das Thema jetzt erst einmal im Ortsrat zu diskutieren, da ein solcher Hundefreilauf nur im direkten Stadtgebiet sinnvoll sei. Am grundsätzlichen Leinenzwang möchte der Bürgermeister nicht rütteln: „Es gibt viele Menschen, die Angst vor Hunden haben, das muss man auch bedenken.“

Zur Ortsratssitzung im August könne jeder kommen, der sich für das Thema interessiert, sagte Pahlmann. Wenn dann deutlich werde, dass es noch zusätzlichen Diskussionsbedarf gebe, könne eine Bürgerversammlung immer noch einberufen werden. So aber könne die Sache jetzt erst einmal vorangebracht werden, ergänzte Pahlmann nach der Sitzung. Die konkrete Ausgestaltung des Freigeländes werde noch mit Hundefachleuten besprochen.

Dritter Versuch

Es ist bereits der dritte Anlauf der Stadt für einen Hundefreilauf. Die ursprünglich angedachte Fläche in den Dobbenwiesen erwies sich als schwierig, weil dafür unter anderem eine schalltechnische Beurteilung sowie ein Bodengutachten erforderlich gewesen wären. Daraufhin hatte die Stadt kurzfristig eine Ersatzfläche in unmittelbarer Nähe an der Straße Zu den Lohwiesen ins Gespräch gebracht. Die fand keine Mehrheit im Ortsrat Pente und im Fachausschuss, unter anderem weil Anlieger und Naturschützer Bedenken äußerten.

Tierschutz

Mit der Freigabe der Fläche würde die Stadt auf eine aktuelle Entwicklung in den Anforderungen zum Tierschutz reagieren, die sich auch schon in Gerichtsurteilen niedergeschlagen hat. Denn wie in vielen anderen Kommunen auch gilt im gesamten Bramscher Stadtgebiet praktisch ganzjährig ein Leinenzwang für Hunde zum Schutz der Bevölkerung. Ein solches generelles Verbot des Freilaufs von Hunden ist aber aus Tierschutzgründen umstritten. Das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen und andere Gerichte urteilten, ein solcher genereller Leinenzwang sei unzulässig beziehungsweise unverhältnismäßig.

Wenn denn schon ein Leinenzwang verordnet werde, müssten in den Kommunen„immer ausreichend viele und große Freilaufareale für Hunde zur Verfügung gestellt werden“, forderte in einer Studie Dr. Dorothea Döring vom Lehrstuhl für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene und Tierhaltung, Veterinärwissenschaftliches Department der Tierärztlichen Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN