Diskussion bei Facebook Bramscher Grundschule schafft Pausen-Kakao ab

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Viel zu viel Zucker steckt nach Ansicht von Ernährungsexperten in Kakao, Erdbeer- oder Vanillemilch, die in einigen Grundschulen angeboten werden. Immer mehr Schulen entscheiden deshalb, das Angebot abzuschaffen. Foto: Imago/McPHOTOViel zu viel Zucker steckt nach Ansicht von Ernährungsexperten in Kakao, Erdbeer- oder Vanillemilch, die in einigen Grundschulen angeboten werden. Immer mehr Schulen entscheiden deshalb, das Angebot abzuschaffen. Foto: Imago/McPHOTO

Bramsche. In der Bramscher Grundschule im Sande wird zum neuen Schuljahr der Verkauf von Kakao, Erdbeer- und Vanillemilch abgeschafft. Das führt in einer Facebook-Gruppe zu einer regen Diskussion.

Das Foto eines kleinen Ausschnitts aus einem Elternbrief der Grundschule im Sande sorgte in der Facebook-Gruppe "Bramsche...hier bin ich Zuhause" in den vergangenen Tagen für eine rege Diskussion. Dort steht: „Die Gesamtkonferenz unserer Schule hat einstimmig beschlossen, zum neuen Schuljahr keine Getränke (Kakao, etc.) mehr anzubieten." Begründet wird diese Entscheidung demnach damit, dass das Angebot von stark gesüßten Getränken dem Anspruch widerspräche, den Schülern eine gesunde Ernährung und Lebensweise zu vermitteln. Während einige Eltern die Abschaffung für übertrieben halten und eine Kommentatorin sogar vermutet, die Schule würde aus reiner Bequemlichkeit keine Getränke mehr anbieten, sind andere verständnisvoll. Sie verweisen darauf, dass immer mehr Kinder mit Übergewicht zu kämpfen hätten und deshalb die Abschaffung der stark zucker- und fetthaltigen Getränke besser sei. 

Neun Stück Zucker in einer Flasche

„Ich bin verwundert, dass auf Facebook über dieses Thema so diskutiert wird, denn persönlich hat sich bisher niemand beschwert", sagt Klaus Feldkamp, Leiter der Grundschule im Sande, auf Nachfrage unserer Redaktion. Die Entscheidung sei in der Gesamtkonferenz gemeinsam mit Elternvertretern getroffen worden und sei kein Alleingang der Schulleitung gewesen, betont er. Das bestätigt auch Veronika Lauxtermann. Sie ist Elternvertreterin in einer Klasse der Grundschule und zudem zweite Vorsitzende des Fördervereins. Sie hat die Entscheidung mitgetragen. „Eine Flasche Kakao enthält neun Stück Würfelzucker. Wenn ein Kind jeden Tag in der Schule eine Flasche davon trinkt, nimmt es im Monat allein dadurch 180 Stück Zucker auf", gibt sie zu bedenken. Der Förderverein unterstütze finanziell, dass Kinder der zweiten Klasse den Ernährungsführerschein machten. „Gesunde Ernährung zu fördern und gleichzeitig als Schule diese Getränke anzubieten, passt nicht zusammen", sagt die Mutter. Auch an anderen Schulen sei das Angebot von Kakao, Vanille- oder Erdbeermilch inzwischen abgeschafft worden, etwa an der Meyerhofschule oder an der Martinusschule. „Eltern, die ihren Kindern weiterhin Kakao oder ähnliche Getränke mitgeben möchten, können das ja auch tun. Nur die Schule bietet sie eben nicht mehr an", sagt die Elternvertreterin. Außerdem solle das Getränkeangebot zum kommenden Schuljahr nicht ersatzlos gestrichen werden: „Wir arbeiten an einer Alternative", sagt Veronika Lauxtermann. Was genau das sein könnte und ob es bereits zum Start des neuen Schuljahrs realisiert werden könne, sei allerdings noch unklar.

Wasser, Tee oder Schorle als Durstlöscher

Die Entscheidung der Schule deckt sich mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie warnt bereits seit Jahren davor, dass ein hoher Konsum von zuckerhaltigen Getränken das Risiko von Übergewicht und Diabetes steigert sowie die Entstehung von Karies fördert. Auch das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund (FKE) rät von zuckerhaltigen Getränken als Durstlöscher für Kinder und Jugendliche ab. Sowohl die DGE als auch das FKE empfehlen, Kindern Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Schorlen als Durstlöscher anzubieten. 


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN