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Wasserpausen nötig


benz Bramsche. Kurz nach dem Ende der Fußballweltmeisterschaft gibt es für etwa 80 Bramscher zwischen 8 und 19 Jahren eine weitere Sportart, die die jungen Menschen während der Sommerferien in ihren Bann zieht. Das diesjährige Baseballcamp, das am vergangenen Montag startete, begeistert die Teilnehmer für eine in Deutschland eher unbekannte sportliche Aktivität.

Ausrichter dieses Camps ist die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Bramsche, die sich auf fachkundige Unterstützung verlassen kann: 13 Texaner aus der Nähe von Houston sind wie berichtet seit einer Woche vor Ort und bringen den Campteilnehmern die Grundzüge des amerikanischen Nationalsports bei. Außerdem setzen sich etwa 50 Mitglieder der Bramscher Kirchengemeinde in den unterschiedlichsten Bereichen ehrenamtlich ein. Allen voran Pastor Holger Niehausmeier, der während seiner Tätigkeit in Bünde in den vergangenen Jahren bereits drei Camps veranstaltet hatte.

Am Montag ließen sich die angemeldeten Teilnehmer am Wiederhall für die Trainingseinheiten unter der Woche registrieren und machten die ersten Versuche mit dem für viele noch unbekannten Spielgerät.

Nach den ersten Probeschlägen konnte bei einigen der Jugendlichen schon deutliches Potenzial ausgemacht werden. Am Dienstag ging es dann mit den ersten Einheiten los. Am Vormittag zwischen 8.45 und 12 Uhr waren zunächst die Kinder von acht bis zwölf Jahren dran. Nach der Mittagspause begannen dann von 13.15 bis 16.30 Uhr die Jugendlichen im Alter von 13 bis 19 Jahren. Bis Samstag wird jeden Tag zu diesen Zeiten auf dem Wiederhall trainiert.

Die Regeln und Fachbegriffe wurden erläutert und veranschaulicht, wobei die Übersetzer unter den Ehrenamtlichen eine entscheidende Rolle spielten. Schnell konnten die Teilnehmer aber auch aktiv werden und in der Praxis erlernen, wie man als Schlagmann steht und den Schläger hält, wann man loslaufen muss und wo man stehen bleiben darf. Die Teilnehmer wurden in vier Teams aufgeteilt, nämlich den „Mets“, „Cardinals“, „Rangers“ und „Athletics“.

Nachdem die Spieler mit den entsprechenden Mannschafts-Shirts ausgestattet waren, wurden dann Trainingsspiele untereinander bestritten. Die Veranstalter hätten sich dabei allerdings etwas mildere Temperaturen gewünscht. Besonders die Einheiten am Nachmittag setzten den Teilnehmern merklich zu. Immer wieder hörte man das Kommando „Water Break!“ vonseiten der texanischen Trainer, da die Flüssigkeitsaufnahme unabdingbar war. Doch die wetterlichen Strapazen schmälerten den Spaß am Sport kaum: Innerhalb der Mannschaften bildete sich schnell eine gute Teamchemie, und die Mitspieler feuerten sich gegenseitig an. Auch wenn mal der ein oder andere Schlag danebenging, motivierten sich die Mannschaftskameraden immer wieder neu und verbesserten so stetig ihre Fähigkeiten.

Pro Tag war von Dienstag bis Donnerstag je eine Spielpaarung angesetzt, um die Campteilnehmer auf das Turnier am Ende der Woche vorzubereiten. Denn heute und Samstag wird es ernst: Bei den Turnierspielen der jeweiligen Altersgruppen geht es um die Medaillen, die den siegreichen Teams winken.

Am Samstag, dem letzten Tag des Camps, können dann auch die Eltern einmal Baseballerfahrung machen. Zwischen 12 und 13.30 Uhr werden sich die US-Amerikaner den Erwachsenen zuwenden und versuchen, auch bei diesen Begeisterung für den Sport zu wecken.

Allerdings handelt es sich bei dieser Woche nicht nur um eine reine Sportveranstaltung, sondern auch eine internationale Begegnung. Der Leiter der texanischen Delegation, Dr. Doug Cassidy, ist Pastor einer Baptistengemeinde in The Woodlands, der Heimatstadt der Gäste aus Übersee.

Und so werden die Abende des Camps für offene Andachten genutzt, bei der sich Texaner und Bramscher besser kennenlernen sollen. Von Dienstag bis Freitag treffen sich Campteilnehmer und -mitarbeiter um 19.30 Uhr an der Kirche der Gemeinde an der Hasestraße. Zu Musik, Vorträgen, Theaterstücken oder Diskussionen sind aber auch Außenstehende eingeladen, die nicht am Camp teilnehmen.

Schließlich sei der Aufenthalt in Deutschland auch „eine Art Kulturarbeit für die Texaner“, meint Holger Niehausmeier. Die Gäste zahlen den Flug selbst, kommen in Bramsche bei Gasteltern unter und sind trotz der anstrengenden Arbeit im Camp sehr daran interessiert, Deutschland kennenzulernen. Niehausmeier ist sich sicher, dass es auch in Zukunft Baseballcamps in Bramsche geben wird. Aufgrund der positiven bisherigen Resonanz kann dann auch mit noch mehr Teilnehmern gerechnet werden.


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