Letzter öffentlicher Termin Bramscher Schüler beteiligen sich am Projekt Rot.Raum

Von Judith Perez

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Bramsche. Am Mittwoch fand der letzte Termin des Rot.Raum-Projektes im Bramscher Tuchmacher-Museum statt, bei dem die Öffentlichkeit zum Mitgestalten eingeladen war. Eine dritte Klasse der Meyerhofschule beteiligte sich.

Das Besondere an der aktuellen Ausstellung im Tuchmacher-Museum ist, dass sie sich in den letzten Wochen fortlaufend verändert hat. In der ersten Phase, die vom 17. März 2018 bis zum 13. Mai 2018 dauerte, hatte die Textilkünstlerin Eva Dankenbring mit Künstlern der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück (HHO) und Bersenbrück (HpH) gearbeitet. Ein beidseitig zugängiges rotes Netz, gesponsert vom Förderverein Tuchmacher-Museum, bildete die Grundlage und wurde durch dreidimensionale textile Kunstarbeiten weiterentwickelt. In der zweiten Phase bis zum 20. Juni öffnete sich der Kreis der Künstler. Gruppen, Familien oder Einzelpersonen waren eingeladen, gemeinsam mit den Künstlern mit Assistenzbedarf und Dankenbring an der Rauminstallation weiterzuarbeiten.

„Alle möglichen Leute waren da“

„Es waren alle möglichen Leute da“, freute sich Dankenbring. „Zwei ältere Damen verlegten ihr wöchentliches Treffen einfach in die Kornmühle. Sie arbeiteten sehr konzentriert und kreativ. Ein älterer Herr kam einfach zum Schauen. Er hatte davon in der Zeitung gelesen.“ Eine andere Besucherin war so angetan von der Arbeit hier, dass sie uns in der Kunstwerkstatt im Bramscher Bahnhof besuchte“, ergänzte Marion Tischler, die die Kunstwerkstatt der HpH im Bramscher Bahnhof leitet.

Museumsleiterin Kerstin Schumann zeigte sich zufrieden, dass ein integratives Projekt endlich mal dem Anspruch, integrativ zu arbeiten, wirklich gerecht werde. „Denn das Projekt lief über einen sehr langen Zeitraum und die Künstler fühlten sich auch als Künstler wahrgenommen“, konkretisierte die Museumsleiterin.

Prickeln war der Renner

Am letzten von insgesamt fünf Terminen, zu denen die Öffentlichkeit eingeladen war, kam die Klasse 3 b der Meyerhofschule in die Kornmühle. Nach einer kurzen Einführung durch Dankenbring legten die Schüler gleich los. Laureen und Finja begeisterten sich für das Prickeln, eine Basteltechnik, bei der mit einer Nadel Formen ausgestochen werden. So entstand der Schriftzug „Bramscher Rot“ in einem einfachen Karton. Danach wollten sie die Löcher noch besticken. Das war eine Anregung der Künstlerin bei der Einführung. Wissam und Maxi hatten sich ebenfalls einen großen Karton aus einem großen Berg herausgesucht und prickelten das Wort „Rot“ und ein Herz. „Danach soll der Karton noch Rot angemalt werden“, so die beiden Jungs. Alexander malte mit Pinsel ein Hochhaus, das in einen roten Teppich eingewickelt war und gab sich besondere Mühe bei den Fransen.

Zu Beginn gab Eva Dankenbring einige künstlerische Anregungen.

Klassenlehrerin Birgit Koch stellte fest, dass ihre Schüler nicht viel brauchten, um hoch konzentriert und als Team kreativ zu werden. Einfache Materialien, wie Pappe, Wäscheklammern und Farben, ein paar Anregungen, ein inspirierendes Umfeld, in dem man sich willkommen fühle und kein Richtig und kein Falsch. Das Ergebnis des partizipativen Kunstprojektes ist noch bis Sonntag, 24. Juni in der Kornmühle des Tuchmacher-Museums zu sehen.


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