Einzige in der Region Die „schwimmende Kita“ von Lappenstuhl

Von Hildegard Wekenborg-Placke


Bramsche. Seit mehr als 30 Jahren gehört der Schwimmunterricht fest zum Programm der Awo-Kindertagesstätte in Lappenstuhl. Immer dienstags geht es mit dem Bus ins Hasebad.

„Und jetzt einmal Alle platschen“. Wenn Johanna Armbruster, überall nur „Hanna“ genannt, eine Ansage macht, lassen Stina, Luuk, Scarlett, Lucia und Ryan sich nicht lange bitten. Am Beckenrand festhalten, lang machen und dann mit den Beinen immer wieder strampeln bis das Wasser im Hasebad brodelt. Schwimmunterricht ist nicht nur Brust, Rücken, Kraul. Er soll vor allem Spaß machen, die Angst vor dem Element ohne Balken nehmen und Sicherheit und Selbstvertrauen geben. “Wenn unsere Kinder zur Schule kommen, können fast alle schwimmen“, sagt Kita-Leiterin Ingrid Wessel. Dass ihr das Projekt Spaß macht, versucht sie gar nicht zu leugnen. „Ich bin fast immer dabei“, lacht sie. Ebenso wie einige Eltern, die je nach persönlichem Terminkalender den Schwimmunterricht umschichtig unterstützen . „Der Schwimmunterricht ist unser Alleinstellungsmerkmal“, meint Wessel stolz. „Einige Eltern melden ihre Kinder auch deswegen bei uns an“.

Zu Anfang mit dem PKW ins Hasebad

Angefangen hat der Schwimmunterricht vor mehr als 30 Jahren als Angebot für die angehenden Schulkinder. Die Idee entstand mehr aus einer Notlage heraus. Der Kindergarten in Lappenstuhl hatte damals noch keinen Bewegungsraum. Erzieherinnen fuhren deshalb mit dem eigenen PKW und einigen Schulkindern ins Bramscher Hasebad. Wenig später wurde aus versicherungsrechtlichen Gründen ein Busunternehmen beauftragt, und alle Kinder, die keine Windeln mehr brauchten, durften im Abstand von drei bis vier Wochen mitfahren. Neben dem Spaß und der Sicherheit im und am Wasser ging es damals auch um Selbstständigkeit beim An- und Ausziehen und um die Sicherheit beim Busfahren. Die Lappenstuhler Kita-Kinder fuhren und fahren nach wie vor fast alle mit dem Bus zur Schule.

Eines Tages, so erzählt Wessel, fragte die damals angehende Schwimmmeisterin Nadine Schäfers beim Team des Kindergartens an, ob sie im Rahmen ihrer Ausbildung einen Schwimmkurs für die Lappenstuhler Kinder anbieten könne. Der Kurs fand statt, die ersten Kinder lernen schwimmen, das Interesse an weiteren Kursen war geweckt. Heute fahren dienstags 25 bis 30 Kinder mit dem Bus zum Hasebad. Zwischen 8 und 10.30 Uhr finden insgesamt vier Schwimm- und Aufbaukurse statt. Neben Johanna Armbruster und Tanja Gering sind immer auch eine Erzieherin und einige Eltern dabei. „Sonst würde der Betreuungsschlüssel ncith passen“, erklärt die Kita-Leiterin.

„Wer Bronze hat, hört auf“

Seit 2004.ist die Schwimmschule Armbruster im Auftrag der Awo-Kita mit im Boot, beziehungsweise im Wasser. Jeweils eine halbe Stunde dauern die Kurse. Einige Kinder sind etwas ängstlicher als die anderen, auch manche Eltern machen sich manchmal ein paar Sorgen. Aber das legt sich in der Regel schnell, ebenso schnell, wie die Kleinen die Schwimmbewegungen lernen. Manche haben das Seepferdchen bereits nach sechs Stunden geschafft, andere brauchen mehrere Kurse. Am Ende der Kindergarten-Schwimmzeit steht das Jugendschwimmabzeichen in Bronze. „Wer Bronze hat, hört auf“, erklärt Wessel. Durch die unterschiedliche Lernzeit gibt es eine Warteliste, die im Augenblick 15 Kinder umfasst.

Das Hochholen eines Ringes klappt schon prima. Foto: Schwimmschule Armbruster

„Hanna“ macht eine neue Ansage: „So, jetzt mal alle springen“. Natürlich nicht einfach so, sondern in die gebogene Schwimmnudel. Stina, Luuk, Scarlett, Lucia und Ryan haben sichtlich spaß, wenn‘s ordentlich spritzt.