Neue Belüftung für Belebungsbecken Bramscher Klärwerk spart bald Strom und Kohlendioxid

Von Heiner Beinke


Bramsche. Mit einer neuen Belüftungsanlage im Belegungsbecken des Klärwerks will der Bramscher Abwasserbeseitigungsbetrieb den Kohlendioxidausstoß reduzieren und auch noch reichlich Strom und Geld sparen. Die Mitglieder des Betriebsausschusses konnten sich jetzt an der Maschstraße davon überzeugen, wie das geht.

„Feinblasige Druckbelüftung“ heißt das Zauberwort, das Thomas Kann-Dehn als verantwortlicher Planer den Stadtratsmitgliedern im Ausschuss beim Ortstermin erläuterte. Zurzeit steht der Einbau im ersten der beiden Belebungsbecken kurz vor dem Abschluss. Das ist noch leer, so dass die Besucher sehen konnten, was im ersten Bauabschnitt passiert ist. Die alten Mammut-Rotoren, die bisher das Abwasser belüfteten, sind durch dünne Rohrleitungen und Membranen ersetzt worden, so dass künftig Druckluft fein verteilt in kleinen Bläschen vom Beckengrund aufsteigt.

Bessere Durchlüftung

Für Thomas Kann-Dehn liegt auf der Hand, dass dies in dem fünf Meter tiefen Becken für eine bessere Durchlüftung sorgt als die Rotoren, die frische Luft kaum bis zum Beckenboden bringen können. „Wir haben das System auf den Kopf gestellt“, sagt der Ingenieur. Für Bewegung im kreisrunden Belebungsbecken sorgen drei Rührwerke.

In einem Neubau nebenan zeigt Kann-Dehn die Verdichter, mit denen die Druckluft für die Becken erzeugt wird. Am Ende werden es drei sein: Einer für jedes Belebungsbecken sowie einer zur Sicherheit, falls ein Gerät ausfällt. Die hier entstehende Abwärme wird zur Stromerzeugung genutzt.

Stattliche Einsparungen

Das Ganze soll für eine bessere Reinigungsleistung sorgen, vor allem aber Strom und damit Geld sparen und Kohlendioxid reduzieren. Und zwar in stattlichen Mengen, wie Kann-Dehn bei der Sitzung nach dem Rundgang verdeutlichte: Die jährliche Einsparung soll bei 800 Megawattstunden Strom und bei 400 Tonnen Kohlendioxid liegen. Das wären 60 Prozent der bisher aufgewendeten Energie und ein ebenso hoher Anteil des Kohlendioxids.

Förderung

Die Einsparung an Schadstoffen sei zudem ausschlaggeben für die Förderung durch die NBank, die die exakt die Hälfte der 928.000 Euro für das Projekt übernimmt. Bisher seien etwa 60 Prozent der Baumaßnahme fertig und 52 Prozent des Budets ausgegeben, vervollständigte Thomas Kann-Dehn seinen Überblick. Die Abwärmenutzung als Zugabe betrachtete er zwiespältig: Die Eergie ließe sich auf andere Weise günstiger ereugen, aber „ökologisch ist es auf alle Fälle sinnvoll“.

Wie oft bei Bauprojekten gilt auch beim Klärwerk: Es muss erst einmal schlechter werden, bevor es besser wird. Das gilt hier vor allem für die Anlieger: Da während der Bauzeit nur ein Belebungsbecken genutzt werden kann, kommt es insbesondere an warmen Tagen zu Geruchsbelästigungen.