Offizielle Feierstunde 10 Jahre ambulante Erziehungshilfen in Belm und Bramsche

Von Holger Schulze

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Das Team der Ambulanten Erziehungshilfen Belm-Bramsche mit den Gratulanten Heiner Pahlmann und Almut Wiemers vom Träger der Beratungsstelle (v.r.). Foto: Holger SchulzeDas Team der Ambulanten Erziehungshilfen Belm-Bramsche mit den Gratulanten Heiner Pahlmann und Almut Wiemers vom Träger der Beratungsstelle (v.r.). Foto: Holger Schulze

Hesepe. Mit einem offiziellen Teil für geladene Gäste und danach mit dem Fest für die Familien feierten am Wochenende die „Ambulanten Erziehungshilfen Belm-Bramsche“ ihr zehnjähriges Bestehen in Bramsche.

Nach Anfängen in der Maschstraße, später dann von der Geschwister-Scholl-Straße aus agierend, ist die aufsuchenden Familienberatungsstelle nun am Riester Weg in Hesepe angekommen. Die sozialpädagogische Gruppenarbeit, eine Medienkompetenzgruppe, die Mädchengruppe, eine Gruppe für Kinder, die von Scheidung oder Trennung ihrer Eltern betroffen sind, das Sozialkompetenztraining, der Spielkreis und die Aufsuchende Familientherapie machen das Angebot der Ambulanten Erziehungshilfe aus.

Begleitung von Familien

„Beratung, Unterstützung und Begleitung von Familien bei Erziehungsschwierigkeiten“, so fasst Michael Oster, der Leiter der Ambulanten Erziehungshilfe Belm-Bramsche, diese Angebote zusammen. Als Träger der Einrichtung fungiert der „ Landschaftsverband Westfalen Lippe – Jugendheim Tecklenburg“. Finanziert werden alle Beratungs- und Betreuungsleistungen aus Steuergeldern und sind für die Familien damit kostenfrei. 27 Mitarbeiter in Bramsche und Belm, davon zehn Männer, bilden das aus den Berufsgruppen Sozialarbeiter und Sozialpädagogen mit Zusatzausbildungen in Systemischer Familienberatung und Familientherapie bestehende Team.

„Es geht darum Eltern zu befähigen, ihre Erziehungsfähigkeiten wieder zu gewinnen. Wir leisten Hilfe zur Selbsthilfe. Viele der Eltern kommen selbst aus schwierigen Familien und haben in ihrer Kindheit Gewalterfahrungen erlebt“, schilderte Michael Oster die familiären Hintergründe in seinem Tätigkeitsfeld.

Arbeit mit Eltern

Wie nehme ich die Bedürfnisse meines Kindes wahr und wie kann ich darauf feinfühlig eingehen? Oder übertrage ich das, was ich von meinen Eltern gelernt habe unreflektiert auf meine eigenen Kinder? Dies seien die Fragestellungen, denen die Mitarbeiter der Ambulanten Erziehungshilfen bei ihrer Arbeit nachgehen. „Die Arbeit mit den Eltern ist entscheidend. Auch dass Eltern lernen, gut für sich selber zu sorgen. Nur zufriedene Eltern können zufriedene Kinder erziehen“, steht für Michael Oster fest.

Stärkung der Kinder

Inhaltlich werden folgende Ziele angestrebt: Stärkung der Kinder. Gewaltprävention und Erweiterung der sozialen Kompetenzen. Verbesserung der Kommunikation sowie Förderung der Achtsamkeit innerhalb der Familie. Das Erlernen der Fähigkeit, sinnvolle Grenzen zu setzen, um Kindern Halt und Orientierung zu geben. Über allem jedoch steht der Erhalt der Familien, damit die Kinder dort bleiben können, aber unter Beachtung der Sicherung des Kindeswohls.

In ihrem Grußwort bestätigte Almut Wiemers, Gesamtleiterin des Trägers, dem Team in Hesepe „eine gelungene Mischung von Beständigkeit und frischen Ideen, die das Team ausstrahlt. Es ist immer wieder gelungen, auch junge Mitarbeiter zu gewinnen, die dann zu langjährigen Mitarbeitern geworden sind“.

Hilfen werden immer früher notwendig

Bramsches Bürgermeister Heiner Pahlmann unterstrich die bemerkbare „Wohlfühlumgebung, in der man den Menschen gerecht wird. Es geht darum zu verhindern, dass Kinder in eine stationäre Einrichtung gehen müssen“. Er zeigte sich ferner überzeugt davon, dass „Sie mit sehr hoher Kompetenz, Engagement und Empathie hier arbeiten. Hilfen werden immer früher notwendig und auch scheinbar intakte Familien benötigen manchmal solche Hilfe. Ihr Angebot ist niederschwellig und kann, ohne Angst vor Stigmatisierung haben zu müssen, angenommen werden. Hier wird nicht mit erhobenem Zeigefinger gearbeitet, sondern man geht hier auf die Menschen ein.“

Auch Michael Oster nahm in seinen begrüßenden Worten nochmals auf die Grundstimmung im Team Bezug. „Wir achten darauf, dass wir Menschen, die es schwer im Leben haben, unterstützen.“ Dabei komme es darauf an, „Ziele zu entwickeln, nach vorne zu sehen und Optimismus zu entwickeln, um den Menschen die Gelegenheit zu bieten, zu wachsen“.


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