Freibad bleibt erhalten Neue Naturschutzverordnung für Bramscher Darnsee

Von Frederik Tebbe

Das Baden im Naturfreibad Darnsee bleibt erlaubt, die Fischerei wird aber durch die neue Naturschutzverordnung eingeschränkt. Archivfoto: Johannes KapitzaDas Baden im Naturfreibad Darnsee bleibt erlaubt, die Fischerei wird aber durch die neue Naturschutzverordnung eingeschränkt. Archivfoto: Johannes Kapitza

Bramsche. Am Mittwochnachmittag hat der Ausschuss für Umwelt und Energie des Landkreises Osnabrück einstimmig bei einer Enthaltung eine neue Naturschutzverordnung für den Darnsee beschlossen. Das Freibad kann wie bisher betrieben werden.

„Die Nutzung, Unterhaltung und Instandsetzung des Freibades durch die Stadtwerke Bramsche in der bisherigen Art und im bisherigen Umfang sind zulässig“, heißt es dazu in den Unterlagen. Im Ausschuss wurde das nicht weiter thematisiert.

Seit 1937 ist der Darnsee nordöstlich von Bramsche bereits als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Doch da sich Natur und Umwelt in stetem Wandel befinden, musste die alte Naturschutzverordnung überarbeitet werden. Diese überarbeitete Verordnung wurde am Mittwochnachmittag vom Ausschuss für Umwelt und Energie des Landkreises Osnabrück beschlossen.

Der Darnsee als Erdfall-See, der durch die Auflösung unterirdischer Salzlager durch das Grundwasser entstanden ist, soll erhalten bleiben. Unter anderem sollen dort Schilf- und Schneidenröhricht geschützt werden, aber auch Moorwälder und Sümpfe. Dazu sieht die Verwaltung vor, dass zum Beispiel Hunde am Darnsee nicht unangeleint laufen und Pflanzen nicht beschädigt werden dürfen. Darüber hinaus soll unter anderem verboten werden, Wasser aus den Gewässern zu entnehmen, dort Müll abzulagern, zu zelten, zu grillen oder offenes Feuer zu entzünden.

Fischerei eingeschränkt

Generell sind alle Handlungen verboten, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Gebietes führen können. Jagd und Fischerei sind dort weiterhin gestattet. Die Fischerei unterliegt jedoch Einschränkungen. Das Angeln ist nur noch an dafür vorgesehenen Stegen und befestigten Ufern gestattet. An einem Steg darf außerdem gebadet werden.

Konsens geschaffen

Andreas Quebbemann von der CDU hob bei der Ausschusssitzung unter anderem lobend hervor, dass intensive Gespräche mit den Betroffenen dieser Verordnung getroffen wurden, um Konsens zu schaffen. Gerade die Angler am Darnsee äußerten Bedenken gegenüber dieser neuen Schutzverordnung. Der Sportfischerverein Frühauf Bramsche etwa bemängelte, dass das Angeln am Westufer des Darnsees nicht mehr gestattet sei und „die Fischerei stark reglementiert“ werde.

Das Westufer sollte gesperrt werden, da dort „erhebliche Schäden an der Vegetation“ festgestellt worden sind. Die Verwaltung kam dem Verein insofern entgegen, als am Westufer an vier festgelegten Stellen weiterhin geangelt werden darf. „Diese Kompromisse sind dem Angelverein hoch anzurechnen“, sagte Jürgen Lindemann von der SPD.

26 FFH-Gebiete im Landkreis

Der Darnsee ist eines von 26 Fauna-Flora-Habitat-Gebieten (FFH) im Landkreis. Um zehn hat sich der Ausschuss inzwischen gekümmert, 16 weitere stehen noch aus, wie Lindemann betonte.

„Die Natur ist ein sich veränderndes System, in das der Mensch eingreift“, sagte Jürgen Ebert von den Grünen. Die neuen Schutzverordnungen seien nach bestem Wissen erarbeitet worden, um das Biotop erhalten zu können. „Wenn wir allerdings feststellen, dass die Verordnungen nicht zielführend sind, ob in fünf oder 50 Jahren, müssen wir uns darum erneut kümmern.“