40-jähriges Bestehen Bramscher Städtepartnerschaftsverein feiert Jubiläum

Von Holger Schulze


Bramsche. Mit einem Essen am Sonntagabend im Gasthof Rothert in Engter und einem offiziellen Empfang am Montagmorgen im Rathaus feierte der Bramscher Verein zur Pflege von Städtepartnerschaften sein 40-jähriges Jubiläum sowie die ebenfalls vier Jahrzehnte währende Städtepartnerschaft mit Todmorden. Gegründet wurde der Verein am 12. Juli 1978.

„Morgen gibt es die vielen Reden, heute weniger. Heute ist Party angesagt“, diese Sätze waren auch schon der wesentliche Inhalt der Begrüßungsworte an Sonntag für die 190 Essensgäste von Ulrich Mönkemeyer, dem Vorsitzenden des Städtepartnerschaftsvereins. Angereist waren zu dem Treffen Jugendliche und Erwachsene aller vier Bramscher Partnerstädte aus Todmorden, Harfleur, Raanana und Biskupiec. In lockerer Atmosphäre ließ man sich Rinderschmorbraten, Schweineschnitzel oder Hähnchenbrustfilets schmecken. Musikalisch bereichert wurde der Abend von „Klangwerk“, der Werkstattband der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück. Dieser Auftritt war der Unterstützung durch die Bramscher Bürgerstiftung zu verdanken.

Bürgermeister Heiner Pahlmann dankte beim Empfang im Rathaus am Montag für das unermüdliche ehrenamtliche Engagement des Vereins in den vergangenen 40 Jahren. „Dass Sie alle heute hier sind, ist der beste und lebendigste Beweis dafür, dass die Gründung des Vereins eine wunderbare und erfolgreiche Idee war.“ Die vielen Freundschaften, die in all den Jahren entstanden sind, „sind ein wichtiges Gegengewicht zu den Erschütterungen, die das vereinigt geglaubte Europa in der jüngsten Zeit erlebt. Wo weltweite Zerrüttung, wo politische Unberechenbarkeit und scheinbar fragile Allianzen sicher geglaubtes Gefüge internationaler Beziehungen torpedieren, wird deutlich, internationale Beziehungen sind nur dort belastbar, wo sie auf persönlichen Freundschaften basieren“, schlug Pahlmann den Bogen zur politischen Weltbühne.

Vertrauen und Freundschaften

Dass aus Begegnungen Vertrauen und Freundschaften wachsen können, dafür setze sich der Städtepartnerschaftsverein in vorbildlicher Weise ein. „Unsere Partnerstädte sind inzwischen zu einem wichtigen und unverzichtbaren Teil von Bramsche geworden. Liebe Gäste, Sie gehören zu uns. Machen Sie bitte weiter wie bisher. Wir brauchen Ihre Mithilfe, Ihre Ideen und Ihre Freude an der Sache“, schloss Pahlmann seine Begrüßungsworte.

Ulrich Mönkemeyer erinnerte in seiner Rede unter anderem an die geleistetete Arbeit von Günter Westenhoff, dem ehemaligen Vorsitzenden, sowie an die von Franz Langelage, dem langjährigen Geschäftsführer. Auch die Sektionsleiterinnen und Sektionsleiter wurden in Mönkemeyers Dank eingebunden. „Tue Gutes und sprich darüber“, mit diesem geflügelten Wort warb Mönkemeyer dafür, „bei jeder Gelegenheit im Bekannten- und Familienkreis von den schönen Begegnungen zu erzählen und davon, dass jeder bei uns mitfahren kann“.

Per von Manuela Hintz verlesenem Brief blickte der im Krankenhaus weilende Franz Langelage auf die Vereinsgründung zurück, bei der zunächst der Sport über den TuS Bramsche die Funktion des Wegbereiters erfüllte, bis schließlich der Wunsch zur Völkerverständigung und Abbau von Vorurteilen mit der Vereinsgründung eine offizielle Form erhielt. Mehr als 10.000 Menschen seien in den 40 Jahren direkt miteinander in Kontakt gekommen. „Machen Sie weiter und belohnen Sie sich mit dem Gefühl, einen Beitrag zum Frieden zu leisten“, lautete der Aufruf von Franz Langelage an die Vereinsmitglieder.

Nächste Generation gefragt

Lothar Lewandowsky begleitete die Vereinsgründung als damaliger Bürgermeister von Bramsche. Er erinnerte an die vielen Gespräche in Raanana, um nach dem Holocaust die Partnerschaft mit Israel auf den Weg zu bringen. „Die Partnerschaft zwischen unseren Städten ist eine wunderbare Erfolgsgeschichte. Es ist die Aufgabe der heutigen Jugend, diese Partnerschaften mit Erfolg fortzusetzen“, gab Lewandowsky den Stab an die nächste Generation weiter.

Grußworte der Vertreter aus Todmorden, Biskupiec, Harfleur und Raanana brachten schließlich noch den Dank für die Gastfreundschaft der Bramscher, für die gemeinsam gegangenen Wege in die richtige Richtung, für das Kennerlernen der Kulturen sowie den Ehrgeiz, eine nachhaltige und friedliche Welt aufzubauen, zum Ausdruck.

Am Dienstag wird die Arbeit des Städtepartnerschaftsvereins nochmals mit einem Empfang beim Landkreis gewürdigt.


In den Unterlagen des Partnerschaftsvereins wird der 12. Juli 1978 als offizieller Gründungstag geführt. Unter dem Namen: „Verein zur Pflege der Städtepartnerschaft der Stadt Bramsche e. V.“ wurde der Verein damals gegründet. Damals wurde aufgrund der bereits bestehenden Kontakte gemeinsam mit Todmorden, Harfleur und Raanana der Vertrag beschlossen (durch eine Urkunde), jeweils eine Städtepartnerschaft einzugehen mit Bramsche. Anschließend erfolgte dann der Besuch in den neuen Partnerstädten. Dort wurde dann vor Ort ebenfalls je eine Urkunde unterzeichnet. Im Jahre 2006 kam als vierte Partnerstadt das polnische Biskupiec hinzu.

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