Neuer Gleichstellungsplan Beamte bei Stadt Bramsche Auslaufmodell

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149 Tarifangestellte arbeiten im Bramscher Rathaus. Archivfoto: Marcus Alwes149 Tarifangestellte arbeiten im Bramscher Rathaus. Archivfoto: Marcus Alwes

Bramsche. Einstimmig hat der Ausschuss für Finanzen, Wirtschaft und Personal den Gleichstellungsplan für die Jahre 2018 bis 2020 gebilligt. Er zeigt, dass es um die Chancengleichheit bei Männern und Frauen im Rathaus nicht so schlecht bestellt ist, wenngleich es keine einzige Frau in einer Führungsposition gibt.

Darauf wies Doris Vortmann als Personalfachfrau im Rathaus hin. Insgesamt aber habe der Gleichstellungsplan der letzten Jahre „ein gutes Ergebnis“ gebracht, in vielen Tarifgruppen sei das Geschlechterverhältnis nahezu ausgeglichen. Geht es rein nach Köpfen bei den Tarifbeschäftigten, haben die Frauen knapp die Nase vorn: 75 Frauen stehen 74 Männern im Dienst der Stadtverwaltung gegenüber. Aber: Von den Männern arbeiten nur neun in Teilzeit, bei den Frauen sind es 47. Weil bei der Beurteilung der Gleichstellung die Stundenzahl maßgeblich ist, haben unverändert Männer die Nase vorn.

Der mit Anlagen 20 DinA 4-Seiten starke Plan listet auf, wie das Verhältnis in den einzelnen Tarifgruppen ist und was getan werden soll, um einen annähernden Ausgleich zu schaffen. Dazu gehört bei Stellenausschreibungen der Hinweis auf das unterrepräsentierte Geschlecht, das bei gleicher Qualifikation bevorzugt werde.

Beamte Sonderfall

Ein Sonderfall sind die Beamten: Sechs Männer und drei Frauen sind im Beamtenverhältnis beschäftigt, eine Frau auch noch in Teilzeit. Zwei Beamte - Bürgermeister und Erster Stadtrat - sind Wahlbeamte, die von der Bevölkerung beziehungsweise dem Stadtrat gewählt werden. Für die sieben Laufbahnbeamten wird es aber keinen Ersatz geben, weil „die Ausbildung und Einstellung von Beamten zugunsten der Ausbildung und Einstellung von Tarifbeschäftigten verlagert“ worden ist, wie es im Gleichstellungsplan heißt. Derzeit erlernen drei Auszubildende den Beruf des Verwaltungsfachangestellten. Aufgrund der geringen Zahl von Beamten und der wenigen besetzbaren Stellen sei „zurzeit praktisch nicht möglich“, etwas zugunsten der Frauen zu verändern.

Heimarbeit noch kein Thema

Noch gar kein Thema ist im Rathaus die Heimarbeit. Derzeit gebe es noch keine einzige Nachfrage nach einem Telearbeitsplatz zu Hause, sagte Vortmann. „Aber ich glaube, das wird kommen“, ist sie überzeugt. Auf alle Fälle sei die Stadt offen für solche Wünsche nach einem „home office“, das vor allem für Erziehende und Mitarbeiter, die Angehörige pflegen, interessant sein könnte.

Annegret Christ-Schneider (SPD) bedankte sich bei Doris Vortmann für die Fleißarbeit, die gesetzlichen Vorgaben Genüge tue. Die städtische Gleichstellungsbeauftragte Maria Stuckenberg warnte allerdings davor, den Gleichstellungsplan nur als bürokratische Pflichtübung zu sehen: „Das ist ein Personalentwicklungskonzept, das mir in meiner Tätigkeit auch einen Handlungsrahmen gibt“, betonte sie.


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