Bramscher Sonntagsmatinee Nachwuchstalente überzeugen in der St. Martinskirche

Von Irina Doelitzsch-Kaufmann

Jakob Gronemann und Jonathan Seger freuen sich vor der Janke-Orgel über ihren verdienten Applaus. Foto: Irina Doelitzsch-KaufmannJakob Gronemann und Jonathan Seger freuen sich vor der Janke-Orgel über ihren verdienten Applaus. Foto: Irina Doelitzsch-Kaufmann

idk Bramsche. Jonathan Seger und Jakob Gronemann überzeugten während der Sonntagsmatinee am 27. Mai 2018 an der Orgel der St. Martinskirche in Bramsche.

Begabung und Fleiß sind zwei wichtige Parameter für eine musikalische Karriere. Begabung zeigt sich früh, Fleiß muss erlernt werden. Er erfordert Durchhaltevermögen und Willenskraft. Auch die Unterstützung durch Angehörige ist sehr hilfreich. Jonathan Seger (17 Jahre) und Jakob Gronemann (15 Jahre) zeigten uneingeschränkt beides und dürfen zufrieden sein über ihre Ausdauer.

Beide hatten sich entschieden, eine kirchenmusikalische Ausbildung zu absolvieren. Die C-Prüfung, die die jungen Musiker im Juni ablegen werden, befähigt zum nebenberuflichen Dienst als Organist und/oder Chorleiter. Beide werden zunächst die Prüfung für den Bereich Orgel ablegen, die Chorleiterausbildung wird sicher folgen. Zwei Jahre dauert die Ausbildung. Das bedeutet, viele Wochenenden sind mit Klavier- und Orgelunterricht sowie musiktheoretischem Lernstoff gefüllt. Wer das durchhält, darf zu Recht stolz auf sich sein.

Volltönende Eröffnung

Mit einer überzeugenden Eröffnung begann Jonathan Seger die Sonntagsmatinee in der St. Martinskirche. Lothar Graap, ein evangelischer Kirchenmusiker des 20. Jahrhunderts, lieferte mit seiner „Festlichen Musik“ eine volltönende und einnehmende Eröffnung, in der das Thema stets klar erkennbar blieb. Mit Louis Lefébure-Wély und Johannes Matthias Michel brachte Jonathan zwei weitere eher unbekannte Komponisten zu Gehör. Dem romantischen Gestus angepasst, hatte er eine angenehm weiche Registrierung für das „Récit de Hautbois“ des Franzosen gewählt. Michels „Bewahre uns, Gott“ spielte er zügig und frisch. Bleibt zu hoffen, dass er sich diese Frische auch im Gottesdienst erhält..

Mit Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy fanden noch zwei „Klassiker“ der Orgelmusik Eingang in den ersten Teil der Matinee.

Mühelos und mit für Barock ungewöhnlich vollem Register eröffnete Jakob Gronemann seinen Vortrag mit Dietrich Buxtehudes „Präludium, Fuge und Ciacona C-Dur“. Der volle Klang tat dem Stück gut und erfreute das Publikum. Mendelssohns „Präludium G-Dur“ wies einen heiteren Grundton auf und gefiel mit seinem weichen, wiegenden Charakter, den Jakob klar hervorzuheben wusste.

Mit dem ungarischen Komponisten Zsolt Gárdonyi und dessen Choralvertonung über „In dir ist Freude“ fand die Matinee ihren Abschluss. Gern hätten die Zuhörer eine Zugabe der jungen Talente gehört.