Deutscher Mühlentag 2018 Balkumer Wassermühle als beliebtes Ausflugsziel

Von Matthias Benz

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Rund 1000 Besucher, darunter besonders viele Radfahrer, nutzten am Pfingstmontag das schöne Wetter für einen Ausflug zur Wassermühle Riesau im Bramscher Ortsteil Balkum, wo der Deutsche Mühlentag gefeiert wurde.

Balkum. Die mittlerweile mehr als 250 Jahre alte Wassermühle fasziniert nach wie vor Besucher jeglichen Alters. Seit Jahrzehnten engagiert sich der Heimatverein Ueffeln-Balkum um den Erhalt des historischen Bauwerks und richtet hier auch den Mühlentag aus.

Der Vereinsvorsitzende Gert Borcherding stand daher den ganzen Tag über im Inneren der Mühle bereit, um den interessierten Gästen Spannendes aus der Geschichte und Wissenswertes über die Technik zu erzählen. Als Borcherding kurz den Mahlvorgang demonstrierte wurde es plötzlich dunkel: Das Wasserrad, das aus dem nahen Mühlteich gespeist wird, sorgt für die Stromversorgung. Wenn jedoch gleichzeitig gemahlen werden soll ohne dass der Wasserzulauf weiter geöffnet wird, ist für beides nicht genug Energie vorhanden.

Getreide werde aber bei Vorführungen nicht eingesetzt, damit kein Ungeziefer angelockt werde, erklärte Gert Borcherding. Ansonsten sei die Mühle noch funktionsfähig.

Der Vorsitzende des Heimatvereins freute sich über den Andrang. „Es ist wieder brechend voll bei uns.“ Bekannte Gesichter aus Balkum, Ueffeln und den umliegenden Orten sowie viele interessierte Besucher von weiter her zog der Mühlentag an. „Es gibt auch immer einige ganz fanatische Fotografen“, schmunzelte Borcherding.

Am Vormittag hatte er sowohl einige Mühlenexperten begrüßen können, die ihn mit vielen Detailfragen löcherten, als auch eine Radlergruppe aus Quakenbrück, die noch nie vom Mühlentag gehört hatte und nur zufällig auf den großen Menschenauflauf mitten in Balkum gestoßen war.

Ein erfreulicher Trend ist dem Heimatverein dabei aufgefallen: Während früher etliche Autos die Straßenränder säumten, reicht heute ein kleiner Parkplatz aus. Umso mehr prägen nämlich Fahrräder das Bild rund um die Wassermühle. „Fast jedes zweite davon ist ein E-Bike“, begrüßt Gert Borcherding diese Entwicklung.

Beim Freiluftgottesdienst am Hilgenschlopp waren am Vormittag rund 300 Besucher gewesen, von den viele im Anschluss zum Frühstück zur Wassermühle gekommen waren. Der Besucherstrom riss auch danach nicht ab. Zur Unterhaltung spielte der Posaunenchor der Marienkirchengemeinde.

Ob Weggen oder selbstgebackene Kuchen, Pommes oder Bratwurst, heiße oder kalte Getränke sowie natürlich beliebte Mühlenschluck: Wer nach einer anstrengenden Fahrradtour an der Wassermühle ankam, wurde an den Ständen des Heimatvereins reichlich versorgt.

Jasmin und Markus Lindwehr sind Stammgäste beim Mühlentag in Balkum. „Wir sind hier aufgewachsen und kommen jedes Jahr her.“ Marc Funke aus Bramsche berichtete dagegen, dass er hauptsächlich wegen seines fünfjährigen Sohns Max gekommen sei: „Wir wollen uns mal einen Eindruck von der Mühle machen“, meinte er.

Egon Gohmann und Angelika Jakobs leben in Paderborn und Balkum. „Dass wir zum Mühlentag kommen, ist Tradition bei uns“, erklärt das Ehepaar. Gohmann selbst ist in Balkum geboren und aufgewachsen, bis er 1964 nach Paderborn zog. Die Liebe zur alten Heimat und zur „wunderschönen Natur“ habe aber nie aufgehört.


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