Beruflich mit E-Bike unterwegs Bramscher Tischler nimmt an Lastenrad-Projekt teil

Meine Nachrichten

Um das Thema Bramsche Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Der Bramscher Tischler Claus Meyer auf seinem Lastenfahrrad, das er seit Kurzem für kürzere Fahrten etwa zum Baumarkt. Auch Stühle oder – wie auf dem Foto – Fenster kann er gut damit ausliefern. Foto: Björn DieckmannDer Bramscher Tischler Claus Meyer auf seinem Lastenfahrrad, das er seit Kurzem für kürzere Fahrten etwa zum Baumarkt. Auch Stühle oder – wie auf dem Foto – Fenster kann er gut damit ausliefern. Foto: Björn Dieckmann

Bramsche. Der Bramscher Claus Meyer ist Tischlermeister mit eigenem Betrieb. Und seit Kurzem mit einem Dienstfahrrad unterwegs: Meyer nimmt damit an einem bundesweiten Test teil.

„Nun gut, es reicht nicht wirklich, um eine Tür oder einen Schrank zu transportieren“, lacht Claus Meyer beim Blick auf das Lastenfahrrad, das er seit ein paar Wochen nutzt. Aber Stühle oder Fenster beispielsweise, „das geht ohne Weiteres“, sagt Meyer. Und auch für Termine bei Kunden, bei denen kleinere Arbeiten anstehen, oder um etwas im Baumarkt zu besorgen, nimmt Meyer von seiner Werkstatt an der Breuelstraße aus mittlerweile gerne das Rad. Genauer gesagt: Das E-Bike mit Tretunterstützung bis 25 km/h, mit einer Transportbox – und mit langem Radstand: „Das war bei den ersten ein, zwei Fahrten gar nicht so leicht, weil es sich ganz anders lenkt. Da muss man sich erst dran gewöhnen“, sagt Meyer. Jetzt aber ist er gerne mit diesem besonderen Drahtesel in Bramsche unterwegs. Und hat schon des Öfteren festgestellt, „dass man bei manchen Zielen schneller ankommt, als wenn man das Auto nimmt.“

Eher zufällig entdeckt

Für ein Lastenfahrrad hat Meyer sich schon länger interessiert. Für das Modell, das er jetzt nutzt, musste er abgesehen von einer Pauschale von 1 Euro pro Tag nicht einmal bezahlen. „Bei meinen Recherchen im Internet bin ich erst darauf gestoßen, dass es Fördermittel für Lastenfahrräder gibt. Allerdings erst ab einem Volumen von einem Kubikmeter. Das ist für meine Zwecke viel zu viel“, so Meyer, der in der Folge aber auf das derzeit bundesweit laufende Projekt „Ich entlaste Städte!“ stieß, bei dem Unternehmen Lastenräder auch mit geringerem Transportvolumen zur Verfügung gestellt werden. Claus Meyer bewarb sich dafür prompt, „auch wenn ich mir nicht sicher war, ob eine Kleinstadt wie Bramsche für den Test geeignet ist oder das Projekt eher in größeren Städten mit höherem Aufkommen an Pkw und Lkw stattfinden soll“, erzählt Meyer weiter.

Umso erfreuter war er, als er den Zuschlag erhielt. Bundesweit nehmen 160 Unternehmen und Einrichtungen teil. Jede Fahrt wird per GPS in einer Smartphone-App erfasst, Meyer muss dazu noch weitere Angaben wie den Zweck der Fahrt angeben. Für drei Monate ist ihm das Rad zur Verfügung gestellt worden. Projektträger ist das Institut für Verkehrsforschung im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das sich nach eigener Darstellung als „Wegbereiter für ein umwelt- und sozialverträgliches Verkehrssystem“ sieht.

Auch weiterhin Interesse

Unterstützt wird die Untersuchung vom Bundesministerium für Umwelt (BMU) – das wiederum auch für die Fördermittel für Lastenräder zuständig ist, für die sich Claus Meyer ursprünglich interessiert hat. Deshalb hofft er, dass durch das Projekt und seinen eigenen Beitrag die Erkenntnis beim BMU reift, dass auch Lastenräder mit geringerem Transportvolumen zuschusswürdig sind. Denn: „Ich will so ein Ding unbedingt auch weiterhin haben“, betont Meyer. Die Kosten aber könnten der Knackpunkt sein: „Ohne Förderung ist man für ein Lastenrad mit E-Antrieb schnell bei 5000 Euro“, so Meyer.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN