Rasantes Fingerspiel Cellist Leonard Rees beeindruckt beim Euregio Musikfestival

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Beweist, wie glänzend er sein Instrument beherrscht: Leonard Rees in der Klosterkirche Malgarten. Foto: Swaantje HehmannBeweist, wie glänzend er sein Instrument beherrscht: Leonard Rees in der Klosterkirche Malgarten. Foto: Swaantje Hehmann

Bramsche. Der aus Georgsmarienhütte stammende Cellist Leonard Rees trat im Rahmen des Euregio Musikfestivals in der Klosterkirche in Bramsche-Malgarten auf.

Leonard Rees betritt mit seinem Cellokasten den Raum der Klosterkirche Malgarten, geht zielstrebig zum Altar, packt sein Violoncello aus, setzt sich auf den bereitstehenden Hocker – und spielt. Seine Finger flitzen über das Griffbrett. Atemberaubend, wie er die Konzertetüde von David Popper regelrecht aus dem Ärmel schüttelt: Rasante Fingerübungen für ein Konzert, das er im Rahmen des Euregio Musikfestivals im Kloster Malgarten bestreitet.

Kompositionen von Paul Hindemith, Johann Sebastian Bach und György Ligeti stehen auf dem Programm. Warum er die anspruchsvolle Neue Musik ans Ende des Konzerts setzt, erklärt er später. Zunächst zeigt der erst 20-jährige Musiker mit Hindemiths Sonate für Violoncello Solo op. 25, Nr. 3, wie glänzend er sein Instrument beherrscht. Scharf gestrichen in den lebhaften Passagen passiert es, dass sein Bogen mit dem Cellokorpus kollidiert und klackernde Geräusche von sich gibt. Der enormen Dynamik geschuldet, mit der Rees spielt, tut das dem Hörgenuss keinen Abbruch. In den ruhigen Sätzen zeigt er, dass er die Saiten auch ganz sanft zu behandeln in der Lage ist. Die unterschiedlichen Stimmungen unterstützt er mit vielfältiger Mimik: Mal schaut er stutzend auf seine Finger, als frage er sich, ob diese seiner Intention folgen. Dann wieder erhebt er hingebungsvoll den Blick in die Höhe oder lächelt zufrieden mit dem gerade Gehörten.

Akkorde, Flageoletts, rasante Tonfolgen: Bei Bachs Suite IV für Violoncello Solo in Es-Dur greift Rees in die Trickkiste und schöpft aus dem Vollen.

„Die Sonate für Violoncello Solo hat Ligeti noch als Student geschrieben, daher folgt sie noch nicht dem avantgardistischen Stil der späteren Jahre“, erklärt Rees fast entschuldigend, bevor er traditionelle und moderne, als Pizzicati gedehnt gespielte Töne virtuos miteinander vermischt.

Schließlich macht er seiner Mutter, die im Kirchenschiff anwesend ist, ein Geschenk: Sätze einer Suite von Gaspar Cassadó widmet er ihr zum Muttertag, bevor er sich mit einer feinen Etüde seines Lieblingskomponisten David Popper gefühlvoll verabschiedet.


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