Mini-Kamera im Nistkasten „Meisen-TV“ in Bramscher Kita Grüner Brink

Von Hildegard Wekenborg-Placke

„Guck mal, die haben die Schnäbel auf“. Interessiert verfolgen die Kita-Kinder das Geschehen im Nistkasten. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke„Guck mal, die haben die Schnäbel auf“. Interessiert verfolgen die Kita-Kinder das Geschehen im Nistkasten. Foto: Hildegard Wekenborg-Placke

Bramsche. Wenn Vater und Mutter Meise ihren Nachwuchs großziehen, geschieht das meistens unter Ausschluss der Öffentlichkeit. In der Kindertagesstätte Grüner Brink in der Gartenstadt ist das jetzt anders. Hier gucken Kinder, Eltern und Personal seit ein paar Tagen mit wachsendem Interesse „Meisen-TV“.

Die Idee entstand während der bewusst naturnahen Neugestaltung des Kita-Geländes vor einigen Monaten. Carsten Fuchs von der Natur AG Bramsche regte an, zwei Nistkästen auf dem Gelände mit kleinen Kameras auszustatten, die dann live auf einen Bildschirm im Gruppenraum übertragen, was sich im Kasten gerade so tut. Jetzt ist Nistzeit und zur Freude der gesamten Kita-Gemeinschaft baute ein Meisenpaar in einem der Kästen ein Nest und machte sich ans Brutgeschäft.

„Es war total interessant zu beobachten, wie die Mutter erst ein Ei legte, es warm einpackte, am nächsten Tag noch eins - bis irgendwann 13 Eier im Nest lagen. Erst dann hat sie angefangen,wirklich zu brüten“, erzählt Kita-Leiterin Christiane große Sextro. Am Montag, 7. Mai 2018, war es dann soweit. Das erste Küken schlüpfte, mittlerweile hat Carsten Fuchs acht kleine, noch fast nackte Mini-Meisen gezählt, die ihre Eltern tüchtig auf Trab halten. 18 bis 20 Tage braucht der Nachwuchs, bis er das Nest verlassen kann. In dieser Zeit schleppen die Altvögel circa 10 000 Futterportionen heran, berichtet er.

Die Schnäbel weit aufgesperrt

Als Jakob, Frieda, Nele und Maxi das Nest beobachten, sperren die Jungen gerade weit die Schnäbel auf und piepsen jämmerlich. „Guck mal, der Schnabel ist auf“, beobachten die Kita-Kinder. „Das löst bei den Eltern einen Reflex aus, sich auf Futtersuche zu begeben“, erklärt Naturliebhaber Fuchs. In kalten Jahren, wenn es wenig Futter gibt, sind die Jungvögel dazu oft zu schwach, der Reflex bei den Altvögel wird nicht ausgelöst. „Das kann verhängnisvoll sein“, weiss Fuchs.

Für die Kita-Kinder ist Meisen-TV jedenfalls total spannend. „Die Kinder sitzen hier, malen, und gucken immer wieder auf den Bildschirm“, hat große Sextro immer wieder beobachtet. „ Gestern hatten wir ‚Besuch‘ von einer Katze. Die konnte den kleinen Vögeln zwar nichts anhaben, aber die Kinder wollten sie gleich verscheuchen“. Die Kinder sind eben total besorgt um ihre Meisen-TV-Stars..