Achtklässler werden ausgebildet Neue Mediatoren für das Greselius-Gymnasium Bramsche

Von Holger Schulze

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Die zukünftigen Schulmediatoren mit ihren Ausbilderinnen Elisabeth Geelvink und Melanie Gehricke (zweite Reihe, Erste und Zweite von rechts). Foto: Holger SchulzeDie zukünftigen Schulmediatoren mit ihren Ausbilderinnen Elisabeth Geelvink und Melanie Gehricke (zweite Reihe, Erste und Zweite von rechts). Foto: Holger Schulze

Bramsche. Seit etlichen Jahren schlichten am Greselius-Gymnasium Schüler kleiner Streitigkeiten unter ihren Mitschülern. Damit die neue Generation dieser Schulmediatoren nicht unvorbereitet vor ihre Aufgabe gestellt wird, erhielten in dieser Woche 17 Mädchen und vier Jungs der Jahrgangsstufe acht im Forum Martinum die erste von zwei Unterrichtseinheiten.

In der Mediation geschult wurden sie in diesem einführenden Block von den Lehrerinnen Melanie Gehricke und Elisabeth Geelvink, die zusammen mit Daniela Solbrig, Alina Wehming und Detlef Neumann für die Streitschlichterausbildung am Gymnasium zuständig sind. Eine weitere Ausbildungseinheit wird sich Ende Mai anschließen. Dann findet der Kurs in Holsten-Mündrup im Dionysiushaus über drei Tage hinweg statt.

Im Verlauf des ersten Moduls setzen sich die Schüler mit dem grundsätzlichen Verlauf eines Konflikts und dessen Lösungsmöglichkeiten auseinander, schilderte Melanie Gehricke Einzelheiten aus dem Kursinhalt. „Aus dem Alltag kennt man normalerweise die Gewinner-Verlierer-Lösung. Mediation hingegen ist bestrebt, eine Win-Win-Situation zu schaffen. Dazu müssen die Schulmediatoren lernen, das Streitschlichtungsgespräch zu moderieren und die unsichtbare Seite des Konflikts mittels einer bestimmten Fragehaltung zu durchschauen.“

Sichtbarer Teil einer Auseinandersetzung sind Phänomene wie Schubsereien, Ausgrenzungen oder Beleidigungen. Dahinter jedoch befinden sich die eigentlichen Ursachen des Konfliktes, wie nicht beachtete Bedürfnisse, unterschiedliche Wertevorstellungen, divergierende Sichtweisen und Gefühle. Diese unsichtbaren Anteile am Streit sollen von den Schulmediatoren im Gespräch offengelegt werden.

Methodisch eingeübt wird dies durch Rollenspiele, in denen typische Konfliktsituationen wie Missverständnisse, Ausgrenzungshandlungen, die Verbreitung von Lügen oder Raufereien, der Streit um verlorenes Schulmaterial oder um zerrissene Jacken nachgespielt werden. Dabei agieren zwei Kontrahenten, zwei Schlichter und zwei Beobachter und reflektieren die verschiedenen Konfliktsituationen.

Derart ausgebildet erwarten die zukünftigen Schulstreitschlichter dann im kommenden Schuljahr ihre Mitschüler in der zweiten großen Pause im Mediationsraum, nachdem sie sich zuvor in den Klassen vorgestellt haben.

„Am Anfang des Schuljahres haben unsere Mediatoren eher wenig zu tun. Vor Weihnachten, aber auch, wenn es in den Klassenräumen heiß wird, gibt es dann mehr Arbeit für sie“, schilderte Melanie Gehricke den Bedarf an der Tätigkeit der Schulmediatoren.

Nicht zuständig sind die Streit schlichtenden Schüler allerdings dann, falls es einmal um Mobbing gehen sollte. Für dieses komplexe Thema, bei dem es immer auch um das Verhalten einer ganzen Gruppe geht, steht ein spezialisiertes Interventionsteam zur Verfügung.

Die Mediatorenausbildung bringt nicht nur Entspannung in den Schulalltag. Auch die Streitschlichter selbst haben für sich persönlich etwas von ihrem Engagement. Sie entwickeln mehr Selbstbewusstsein und die Kommunikationsfähigkeit wird verbessert. Die Ausbildung nützt ferner den Mediatoren bei Teamarbeiten. Und schließlich macht sich das Zertifikat auch gut in der Bewerbungsmappe.


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